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„Im späten Herbst schon meine Frauen stehen“ von Georges Ettlin

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FranzB (eMail senden) 01.10.2009

Ja Georges, ab einer gewissen Altersstruktur stehen die Weibsen Gewehr bei Fuß auf der Kirchentreppe, gut aufpassend dass die Regeln stimmen und sollte Herr Pfarrer ein junger knackiger Typ sein, kein weibliches Wesen diesem zu nahe kommt! Da kann der Pontifex noch etwas lernen von diesen! Vor allem, beichten diese ihre Sünden die schon Dezennien zurückliegen immer wieder sehr gerne, nach dem Motto, „erzähle doch immer gerne von diesem“! Vor allem im ländlichen Gefüge oder Klartext Kuhdorf da sind diese schlimmer als Stasi war!!! Schmunzelgrüße Dir
Franz mit Monika - Herzblatt

 

Antwort von Georges Ettlin (01.10.2009)

Guten Abend, lieber Franz!-)) Mein Gedicht als bildliche Momentaufnahme von Frauen gedacht, die auf der dörflichen Kirchentreppe frierend warten, sich beobachten und über ihre Nachbarn nachgrübeln... Ja, daran habe ich auch gedacht. Das Beichten als meandrierende Lustquelle für Frauen, die zwar keinen echten Sex wollen, sich aber gerne im Vorhof der verheimlichten, unterdrückten Sexualität aufhalten, ohne persönliche Risiken einzugehen, ja das kenne ich. Dann aber habe ich auch an nette alte Damen gedacht, deren Sehnsucht im Vorbeigehen ich in den Augen sah... grundsätzlich liebe ich alle Menschen, die sich nach was sehnen... Lieben Gruss von Georges


Andreas Thon (eMail senden) 01.10.2009

Hallo Georges,
ich bin ja von Natur aus schon ein skeptischer Mensch, aber wenn ein Autor von sich sagt, seine Gedichte seien nicht autobiographisch, dann bin ich doppelt skeptisch, da ja jedes Gedicht auf den Gedanken, und im optimalsten Fall auch auf den Gefühlen des Autors beruht.Jetzt fasse ich den Begriff autobiographisch vielleicht etwas weit, aber Einsicht in die Seele eines Autors geben Texte und Gedichte doch immer...auch wenn es kein wortwörtlicher Tatsachenbericht ist, sondern das Land zwischen den Zeilen.Zu Deinem Gedicht kann ich eigentlich noch nicht viel sagen, weiß ich doch um die vielschichtigkeit Deiner Sachen...und die Knospe ist bei mir nocht nicht ganz aufgegangen.Ist der Herbst der Herbst, oder auch der Spiegel des Alters, ist es die kritische Sicht auf die theologischen Zwänge, oder vielleicht nur die Situationsbeschreibung des Kirchenvorplatzes eines kleinen bayrischen Dorfes?Wer weiß was ich nach mehrmaligem lesen noch entdecke?Ich kann und will mich nicht für eine dieser Varianten entscheiden und geniesse sie alle...
LG Andi

 

Antwort von Georges Ettlin (01.10.2009)

Guten Abend, lieber Andreas!-)) Das ist ein besonders sorgfältig erstellter Kommentar, der mich natürlich freut, lieber Andreas! Ich habe an den Herbst der Lebenszeit der Frauen gedacht, die da krumm vor Kälte fromm auf der Treppe ihrer finalen, altersangepassten Gottessuche warten...Auf was warten sie?... das kann der Leser sich selber erfinden. Die Aussage, dass auch fromme Frauen erotische Wünsche und Erlebnisse haben oder hatten, muss wohl stimmen. Das Gedicht verkörpert ein Sammelsurium von Gedanken, Gefühlen und Fantasien. Die Frauen, mit denen ich es in meiner Jugend zu tun hatte, sind jetzt im Herbst ihres Lebens und was ich über sie denke, ist frei erfunden. Natürlich ist dass Gesammtbild meines Denkens, durch meine tausend Gedichte vorgezeigt, ein Abbild einer seltsamen Autobiographie, die zwischen Zeilen verborgen sich ein wenig verrät: Jedenfalls scheine ich ein Mensch zu sein, dem nichts fremd mehr ist, was aber in meinem hohen Erlebnis-Alter normal sein sollte. Mein biolgisches Alter ist aber noch jung, ich werde erst 66 Jahre alt. (schmunzel*) Lieben Gruss von Georges


heideli (heideli-mgmx.de) 01.10.2009

Wie könnte denn ein "in warme Tücher eingeROLLTES" Geschlecht aus sehen? Ich lach mich krank! Und erst mal der Titel!
"Meine Frauen"!
mit ihren großen grünlich Trauer-Augen"! Sehen sie Dich an! Oh nein! du Armer!
Ich lach mich weg! Schorsch, das ist ja furchtbar! Was Du alles durchmachen musst! Es winkt die Heide Dir mitleidig zu: Halte durch! nach dem winter kommt wieder der Frühling!

 

Antwort von Georges Ettlin (01.10.2009)

Ach, liebes Heidilein, Es ist der Expressionismus, der da die künstlerisch-übertriebenen Bilder liefert: Du hast richtig empfunden, mein Text ist mit augenzwinkender Ironie geschrieben. Das hat Unterhaltungwert und ist nicht so langweilig.Hängende Busen kann man in Tücher einrollen, das kann man beim Wellnes in Hotels sehen. Die Hüftgegend kann man einwickeln, was man fantasieanregend als Einrollen bezeichnen kann, auch hängende Schamlippen kann man rollen. (schmunzel*)Natürlich hat auch dieses Gedicht einen ensthaft-melancholischen Hintergrund. Lieben Gruss von Georges


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