Kommentare unserer Leserinnen und Leser zum Gedicht

„„Nahbereich“ oder „Du könntest frieren““ von Andreas Thon

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hansl (eMail senden) 03.04.2014

Lieber Andreas,

mich irritieren die getüllten Taschen - ansonsten lese ich einen dicken Unterschied zwischen Empfindlichkeit und Empfindsamkeit...

Liebe Grüße
Faro

 

Antwort von Andreas Thon (03.04.2014)

Die getüllten Taschen sollen noch mal eine (vielleicht nicht nötige) Steigerung des *nicht nackt seins* ausdrücken. Das geht auch in Richtung *in Watte gepackt* so das nichts mehr zu merken und wahrzunehmen ist wenn man sich selbstgerecht die Taschen des letzten Hemdes mit seiner Einseitigkeit füllt. Und ja, das Gedicht hab ich in einem Zustand der Empfindlichkeit über (aus meiner Sicht) fehlende Empfindsamkeit geschrieben ;-) Danke für Deinen Kommentar, lieber Faro, der mich wirklich gefreut hat. LG Andi


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chriAs (christa.astla1.net) 01.04.2014

Lieber Andi, eigentlich wieder ein sprachliches Meisterwerk, auch wenn der Sinn sich erst nach mehrmaligem Lesen einstellt. Die letzte Strophe spricht mich besonders an. (vielleicht ist sie etwas klarer, realer???)
Liebe Grüße in einen guten Tag für dich, Christa

 

Antwort von Andreas Thon (01.04.2014)

Danke für Deine Zeilen liebe Christa - die letzte Strophe ist in der Tat klarer und fast schon wissenschaftlicher Natur ;-) Und jeder kann darin sehen was er möchte - mir reicht es schon wenn ein diffuses Gefühl rüberkommt (hier vielleicht erst eines der Enttäuschung und dann des Selbstbewußt-Seins). Aber die meisten hier scheinen zu denken sie müßten ohne das Gehirn einzuschalten jedes Gedicht bis auf das letzte Wort so verstehen müssen wie es der Autor gemeint hat bzw. das der Autor Gedichte so schreiben muß das man alles versteht. Ich seh das anders, werde dadurch sicher auch oft enttäuscht was die Anzahl meiner Kommentare angeht, aber ich bleib bei mir ;-) Denn da gehör ich hin. Dir ganz lieben Dank für Deinen lobenden Kommentar (und das Du auch bei schwierigen Texten nicht zurückschreckst und sie kommentierst)und Deine Beharrlichkeit was das Kommentieren bei mir angeht. Das tut gut und macht Mut. Liebe Grüße in Deine Woche - Andi


hsues (hsues_47web.de) 01.04.2014

Lieber Andi, muss gestehen, hier macht mein gehirnmäßig eingebauter Sprachnavi schlapp, und zeigt "Sackgasse" an. Schalte ich den aus, komme ich auch nicht weiter. "Mehr Licht" soll Goethe gerufen haben; aber erstens liege ich noch nicht auf dem Sterbebett, und zweitens: Bin ich Goethe? Vielleicht hilfst du mir ja weiter...Lieben Gruß, Heino.

 

Antwort von Andreas Thon (02.04.2014)

Lieber Heino, deswegen steht es ja auch unter Abstraktes. Das Gedicht zu erklären wird dem nicht gerecht werden können weil es zu viele Facetten hat um es in allen Einzelheiten und Gefühlsebenen darzustellen. Aber ich kanns ja mal versuchen. Es geht ums Schreiben von Gedichten und ist ein Gedicht an einen (vielleicht imaginären) Kritiker. In der ersten Strophe wird dargestellt das der Kritiker mit den Worten/Fähigkeiten seiner Seele, seines Herzens aus grobem Leinen die Fülle und Schönheit meiner Worte in Falten wirft und sie verzerrt. In der zweiten Strophe geht es ums Nackt sein - denn man muß als Leser sowie auch als Autor eine gewisse Nacktheit haben um sich auf Gefühle und das Schreiben einzulassen. Egal ob bei sich selber oder bei anderen. Das Holz ist hier das Gedicht welches vom Kritiker abgeholzt und verurnt wurde und mit seiner Kritik wie von einem Schwamm überwuchert wird ohne die entsprechende Nacktheit an den Tag zu legen die bei manchen Gedichten von Nöten ist um sie zu ehren. Und er tüllt sich auch noch selbstgerecht die Taschen des letzten Hemdes, nicht bereit es auszuziehen, nicht mal bereit mit leeren Taschen zu kommen - nur dazu bereit mein Gedicht, und damit mich, zu vermeiden. Und die letzte Strophe ist die Darstellung der Entstehung eines Gedichtes. Es bricht heraus, die Zelle wölbt sich und wird (im optimalsten Fall) textilfrei als Text aufs Papier gelangen. Und so etwas ist nur was für fremde Freunde - die ich nicht kenne, die sich aber in meinen Gedichten erkennen. Ich weiß, davon gibts nicht viele, aber die, denen meine Gedichte etwas sagen und bedeuten sind dann für mich fremde Freunde. Der letzte Satz erklärt das ich mich nun wieder ins Papier lege - eine Zwischenform von *ins Zeug legen* und das ich weiter meine Gedichte schreibe und in ihnen auch lebe, egal was der Kritiker aus meinen Zeilen entnehmen möchte. Für mich ist es wichtiger mich ins Papier zu legen - weil Schreiben ist etwas für Menschen die um des Schreibens Willen im Papier wohnen möchten. Nicht damit es Anderen gefällt. Das ist jetzt noch eine sehr Skelettartige Beschreibung weil fast jedes Wort, jede Formulierung, eine mehrfache Bedeutung hat oder haben kann. Aber mich freut natürlich Dein Interesse an meinem Gedicht sehr. Vielleicht konnte ich es dadurch etwas näher bringen - wenn nicht, auch egal. Ich habs für mich (und fremde Freunde) geschrieben ;-) LG Andi


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