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„Treibjagd“ von Heike Henning

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Michael Reissig (mikel.reiiggmail.com) 29.09.2017

Liebe Heike,
das hast du wunderbar zum Ausdruck gebracht. Ich, als gebürtiger Sachse, der heute in Dresden wohnt, habe diese Pauschalverurteilungen ebenfalls satt. Die Gründe verwundern mich jedoch längst nicht mehr. Ich vermute, einige Politiker haben die Stimmung bewusst zum Kochen gebracht, um vom eigenen Versagen abzulenken!
Deine Wortwahl finde ich ausgezeichnet!

 

Antwort von Heike Henning (30.09.2017)

Hallo, lieber Michael, danke für Deinen Kommentar zur Treibjagd! Gut, dass Dich das Gedicht angesprochen hat. Mir wäre allerdings noch lieber, unsere weiter westlich lebenden Forenmitglieder würden mal paar Minuten opfern, um drüber nachzudenken. Seit 1991 wohne ich nun in Bayern und ich habe festgestellt, solange ich mich nicht oute und meine Herkunft preisgebe, bin ich ein gleichwertiger Mensch. Sobald ich aber verkünde, ein Ossi zu sein, ab in die Schublade. Nur wenige menschliche Ausnahmen interessieren sich für uns, glaub mir. Und noch schlimmer - die wollen sich gar nicht interessieren! Wichtig ist nur, man kann ins fein zurechtgemachte Dresden, Wernigerode, Binz usw. fahren und sich als Geldgeber präsentieren. Geschaffen haben dann Ost-Handwerker-Firmen unsere blühenden Städte. Du hast Recht, die Politik hat versagt. Sie haben die ostdeutschen Bürger nicht mitgenommen. Die AfD als Ablenkungsmanöver - so habe ich das noch nicht gesehen, aber ein interessanter Gedanke. Schönes Wochenende und Grüße nach Dresden von Heike


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Monika Schnitzler (eMail senden) 29.09.2017

Ich habe das Gedcht von Hans nicht gelesen, und denke auch nicht, dass man jemanden verteufeln sollte. Vielleicht sollte sich die Politik mal Gedanken machen, warum die Sachsen so gewählt haben. Die vemeintlich geforderte "Integration", die du hier beschreibst, wäre ja schon abstrus.
Dennoch muss sich eine Wählerschaft, egal wo, auch in Bayern, fragen lassen, weshalb sie so gewählt hat. Hasstiraden helfen niemandem weiter.
Ich bin weiß Gott und das kann man an meinen Satiren nachlesen, kein Freund von Merkels Politik. Aber in einer Demokratie muss man ein Ergebnis sachlich analysieren können und bei aller Distanz, die ich zu Merkels unsozialer und befremdenden Politk habe, möchte ich nie wieder Nazis in diesem Land an der Regierung sehen.
Dieses sollte die Basis sein, auf der die Bürger in diesem Land miteindander umgehen in der politischen und menschlichen Diskussion, denn eine Spaltung zwischen Ost und West brauchen wir wahrlich nicht auch noch.
Gru0 von Aylin


 

Antwort von Heike Henning (30.09.2017)

Liebe Monika, danke für Deine klugen Gedanken zur Treibjagd! Die Integration der Sachsen ist abstrus? Das glaube ich nicht, denn umsonst sind wir nicht diesen Hasstiraden ausgesetzt. Man will uns in eine Form pressen und hat sich das zu einfach vorgestellt. Wir haben eben eine andere Denkweise, weil wir eine völlig andere Lebensgeschichte haben. Doch - und das ist der Knackpunkt - dafür interessiert sich niemand. Ich habe persönlich erlebt - gebe ich meine Herkunft nicht an, bin ich hier in Bayern ein gleichwertiger Mensch. Sobald aber die Leute hören, wo ich herkomme - ab in die Schublade. Und das Schlimme ist - die wollen das gar nicht ändern. Was das Thema Nazis betrifft - das ist doch lächerlich, mal ehrlich, wir alle, West und Ost, sind doch in der Beziehung aufgeklärt, bis an die Ohren. Ich würde mal behaupten, kein Mensch kann ernsthaft dieses düstere Kapitel der Geschichte wieder wollen. Nicht mal die paar braunen Typen mit den Springerstiefeln wissen ernsthaft, was Krieg bedeutet. Nein, die AfD-Hysterie und Aufregung hat ihre Ursache woanders. Es ist eine panische Angst vor der Aufweichung der festgefahrenen Strukturen und natürlich vor Machtverlust. Denn - und das sagen die Medien nicht - dann hätte die Wirtschaft womöglich Nachteile... Wie fest verschlungen Politik und Wirtschaft sind, das zeigt, so klar wie selten, die Diesel-Krise. Nachdenkliche und leider immer noch verärgerte Grüße von Heike


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Ralph Bruse (ralphbrusefreenet.de) 28.09.2017

Steck Dir ´ne Pfeife drauf an, dazu ´nen guten Roten - dann verblasst der wichtigtuerische Schmarrn des Kollegen fix.
Klar ist mal: ein Fünftel Sachsen hat den komischen Haufen gewählt. Fakt ist aber auch: vier Fünftel nicht.
Und arschklar ist: Mauern gibts nur in Beton-Birnen und die ziehn wir ganz
sicher nicht mehr hoch, auch wenn das ein paar Besser-Wessies, die Null Ahnung haben, was damals an Dreck hinter dem stracken Vorhang abging, gern so
hätten.

Schluss und Gruß
Ralph

 

Antwort von Heike Henning (30.09.2017)

Hallo Ralph, toller Kommentar! Ich hab mich für den Rotwein entschieden, den trinke ich grade, auf Dein Wohl. Die Pfeife habe ich weggelassen. Den Dampf hatte ich schon während der Treibjagd abgelassen. Du hast recht. Der Begriff Besser-Wessis ist einfach treffend. Weitermachen. Stirn zeigen. In dem Sinne Heike


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freude (bertlnagelegmail.com) 28.09.2017

...Heike, das sind klare Worte. Ohne Fleiß kein Preis, heißt es so schön und da ist was dran.
Wir gehören zu den reichsten Ländern dieser Erde und es wird so getan, als ginge es uns nur schlecht. Das ist Frevel in meinen Augen und Mitmenschlichkeit geht so den Bach runter.
LG Bertl.

 

Antwort von Heike Henning (30.09.2017)

Lieber Bertl, nun, hier gehen unsere Meinungen auseinander. Wir haben hier in unserer Gegend und auch in meiner ehemaligen Heimat, in Ostdeutschland, viele arme Menschen, besonders Alte und Kranke. Die Menschen fühlen sich abgehängt und von der Politik nicht mitgenommen. Die Kluft zwischen arm und reich ist viel zu hoch. Natürlich ist das eine andere Armut, als in den Entwicklungsländern. Trotzdem bin ich der Meinung, dass man die Probleme in unserem Land nicht einfach unter den Teppich kehren darf. Das ist sehr gefährlich, und das merken wir zur Zeit. Jedenfalls in Deutschland. LG Heike


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