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„Nofretete“ von Andreas Vierk

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Renate Tank (renate-tankt-online.de) 23.04.2019


Hallo Andreas,
der Nil war dir dann ja ein gutes Ziel!
Die Krokodile schwimmen hier zuhauf
und können Unverdauliches gut vertragen.
Geschmack und Midlife-Crisis
schlägt vielen auf den Magen...
Und ist sie "zu antik", wacht man,
(auch Mann) gern wieder auf...

Die Persiflage ist dir gelungen.
Kunstbegriffe werden diskutiert.
Es wird gelobt, gestritten
und auch viel Mist serviert.
Doch wird "Mist" gut drapiert,
wird dieser sogleich als Kunst hofiert.

Ich lasse mich gern faszinieren,
von Dingen, die meinen Geschmack tangieren
und somit "auch rein für mich" brillieren...

Viele Grüße - Renate

 

Antwort von Andreas Vierk (23.04.2019)

Liebe Renate, ich hatte ein schlechtes Gewissen, weil ich mich in letzter Zeit mit Nonsens-Gedichten nicht zurückhalten kann. Es ist, als würde ich mein Ansehen bei e-Stories systematisch deformieren. Umso mehr erstaunt mich dein und Gabys Kommentar. Aber gut. Kunstdiskussion; Echnaton (der Mann von Nofretete) hat ja nicht nur den Sonnenkult in Ägypten eingeführt, die Kunst von Amarna brach mit allen althergebrachten Darstellungsformen. Selbst die Königsfamilie wurde realistisch dargestellt. Dabei fallen die Wasserköpfe und aufgeworfenen Lippen besonders auf, auch bei Nofretete. Dann aber gibt es wieder die berühmte Büste. Eine Statuette, die Nofretete nackt darstellt, zeigt eine alternde Frau, die in ihrer Jugend aber wohl sehr schön gewesen sein muss. Man weiß also, wie so oft, gar nichts. Viele liebe Grüße flattern dir zu von Andreas


Britta Schäfer (britta.schaefer.hammweb.de) 23.04.2019

Lieber Andreas, sehr gut geschrieben. Bildnisse und Realität können schon sehr abweichend sein.
Gern gelesen, Schmunzelgruß von Britta


 

Antwort von Andreas Vierk (23.04.2019)

Liebe Britta, ich kannte mal tatsächlich eine Frau, die aussah wie die Venus von Willendorf. Wenn du nicht weißt, wer oder was das war, dann google das mal. Du wirst überrascht sein. Liebe Grüße von Andreas


Gaby (foerster-woebkeweb.de) 22.04.2019

Lieber Andreas, schon wieder große Klasse. Etwas wird schöner dargestellt, als es ist und das im doppelten Sinn. Der eine Sinn ist Deine Nofretete

Hat Joan Miró auch "lapidar(i)" den Betrachter mal veräppelt?
Würde man Grundschulkindern ein Bild von Picasso zeigen ("Pablo Picasso, Femme au béret orange et au col de fourrure") und ihnen sagen, sie sollten auch mal einen Menschen so malen, wäre es dann Kunst? Kinder malen genau so, wenn sie zum ersten Mal versuchen ein Porträtbild zu malen. Warum ist Picassos Bild dann teure Kunst? Vielleicht: Wenn man sich gern erschreckt, kann das auch "schön" sein?

Liebe Grüße
Gaby

 

Antwort von Andreas Vierk (23.04.2019)

Liebe Gaby, ich muss zugeben, dass ich das Gedicht geschrieben habe, um d i c h zum Lachen zu bringen. Umso mehr erstaunt mich deine und Renates Kunstdiskussion! Ich sah mal von Picasso eine roten Dackel, den auch ein 4jähriger so gemalt haben würde. Aber es gehört schon eine gehörige Portion Artistik dazu, wenn ein Maler, der alle Stile mehr als virtuos beherrscht, so tief und psychologisch in die Kindheit abtauchen kann. In der großen Zeit von Beuys und den "Fettecken" sah ich einen ausgestellten Pappkarton. Darunter stand "Ohne Titel" und der Preis: 500 DM. Vielleicht wollte der Künstler damit ausdrücken, dass unter Kunst jede kulturelle und industrielle Äußerung zu verstehen ist. Meine Großeltern und Eltern waren und sind immer noch der Meinung, abstrakte Maler malten deshalb so, weil sich nicht fähig wären, "richtig" zu malen, also hübsche Häuschen, Schiffe im Sturm... alles, was man sich damals dekorativ in die Stube gehangen hat. Und gerade jetzt mit dem Brand der Notre Dame ist hier bei e-Stories wieder der Streit um Wert und Unwert der Kunst ausgebrochen. Sollte man das Geld für den Wiederaufbau nicht lieber zur Linderung der Not in der Dritten Welt anwenden? Wie aber ist es in den Ländern des fernen Ostens, wo die Ärmsten oft ihr letztes Geld dafür aufwenden, dass ein Buddha vergoldet werden kann? Wie viel Liebe zur Religion, wie viel Stolz auf die Kunst des Landes schwingen da mit! - Aber diese Diskurse führen ins Bodenlose und es bleibt die Frage: Was ist Kunst? Liebe Grüße in deinen Tag wünscht dir Andreas


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