Kommentare unserer Leserinnen und Leser zum Gedicht

„Albatros“ von Andreas Vierk

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Britta Schäfer (britta.schaefer.hammweb.de) 25.04.2019

Lieber Andreas, ich habe dein MeerWetter Gedicht mehrmals gelesen und den Albatros nachgeschlagen. Jetzt weiß ich zwar viel über den großen König der Meere,der Freiheit braucht, weil er sonst eingeht, aber deine Zeilen wollen sich trotzdem nicht erschließen. Dein Gedicht finde ich aber auch unentschlüsselt, der Wortwahl wegen, sehr gelungen. Das Meer und der Regenbogen haben eine Magie, die mich immer wieder fasziniert. Liebe Grüße von Britta

 

Antwort von Andreas Vierk (25.04.2019)

Liebe Britta, anknüpfend an den schrägen Einflug des ersten Albatros- Gedichtes kommt jetzt der Sturz. Da überlagern sich zwei Bilder, der Albatros entäußert sich und nimmt schon die Farbe des Meeres an. Dass seine Federn schmelzen erinnert an Ikarus. Das abendliche Weiß auf den schon dunklen Farnen ist die Milch der Federn und die umgedrehte "Schwarze Milch der Frühe" Celans. Oder es ist Sperma, also Samen. Dann deutet der Absturz auf einen befruchtenden Akt, wie der Jesus-Spruch vom Samenkorn, das nur Frucht bringt, wenn es beerdigt wird. Sprachlich habe ich alle personellen Zuweisungen (er, sie, es) eliminiert, so dass ein für mich neuartiger Sprachduktus entstanden ist. Ich hatte fast befürchtet, gar keine Zuschrift darauf zu bekommen. Liebe Grüße von Andreas


Renate Tank (renate-tankt-online.de) 25.04.2019

Lieber Andreeas,
dieser große Seevogel scheint dich sehr
zu faszinieren. Du hast dich letztens in
einem Gedicht selbst einen Albatros ge-
nannt.
Hier meine ich, dass du sein Wesen auf-
spüren möchtest. Dann verschmilzt teilweise
dein Du und dieses Geschöpf "zu einem Wesen".
Ein Spiel mit den Naturkräften, eine Spann-
kraft des Lebens - und auch eine Menge
Sehnsucht nach einer derartigen "Übertra-
gung".

Das ist rein intuitiv wahrgenommen, und ich
finde deine so passenden Wortschöpfungen
(z.B. Schimmelrosen = für Inselketten) und die
damit verbundenen Wahrnehmungsmöglich-
keiten für mich als Leser grandios. Es hat mich
mitgenommen in die Lüfte der Vorstellungsmög-
lichkeiten mit einem Gänsehautgefühl.

Liebe Grüße sende ich dir - Renate

 

Antwort von Andreas Vierk (25.04.2019)

Hui Renate, da spricht deine Intuition sehr für dich! Die Schnittmenge zwischen Psyche, Umweltwahrnehmung und Verweis auf das Lyrische Ich erinnert vielleicht sogar ein bisschen an Rilkes Panther. Ich ließ in diesem Gedicht alle Personalpronomen weg, und erzielte damit eine Dramatik, die mich selbst überraschte! Gut, dass das bei dir auch so angekommen ist! Der Albatros schwebt mit Gruß am Fuß von mir zu dir


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