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„Heimat ist Singular“ von Karl-Konrad Knooshood

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Renate Tank (renate-tankt-online.de) 08.09.2019


Man nennt ja nicht gleich alles HEIMAT!
Man nennt ja nicht alles MUTTER!

Für mich ist das DER TIEFE BODEN
- da wurzeln fest die Seelenfäden.
Doch kommt 's auch sehr darauf an,
ob sich mit HEIMAT jemand richtig
und ehrlich identifizieren kann.

HEIMAT
ist schon ein
EINMALIGER KLANG...

Die Menschen werden es herausfinden,
mal eher - mal später.

Gedankengrüße am Sonntagabend von Renate

 

Antwort von Karl-Konrad Knooshood (09.09.2019)

Ja, so ist es, liebe Renate. Nicht alles ist gleich Heimat. Aber für mich mein Heimatland. Nirgendwo könnte ich glücklich(er) werden. Vornehmlich meine Kindheitsgegend. Wobei: Letztlich ist die auch nicht ganz und für immer alles. LG, Karl-Konrad


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freude (bertlnagelegmail.com) 08.09.2019

...Karl-Konrad, gefällt mir sehr, wir brauchen keine Eier aus Thailand, kein Fleisch und Sojaprodukte aus Brasilien und Argentinien und wir wiederum exportieren nach China und bekommen asiatisches Fleisch in Supermärkten. Das ist ja ein Wahnsinn und hat auch mit Klimaschutz nichts mehr zu tun, Millionen Tonnen Waren hin und her zu schicken rund um die Welt. Ich möchte gute heimische Produkte, egal in welchem Land ich mich gerade befinde.
LG Adalbert.

 

Antwort von Karl-Konrad Knooshood (09.09.2019)

Ja, lieber Adalbert, da hast Du schon recht. Selbstverständlich hat der Import exotischer Produkte unsere Produktpalette vielfältiger und unsere Küche bunter gemacht, das ist der schöne Teil des Multikulturellen, aber das Regionale, das Verlässliche, das Ursprüngliche ist unschlagbar, kein noch so schmackhaftes externes Gericht kann da mithalten. So geht es gewiss mehr oder weniger allen irgendwo auf der Welt Heimischen (und jeder hat ja seine Herkunft, seine Ursprünge irgendwo). LG, Karl-Konrad


rnyff (drnyffihotmail.com) 08.09.2019

Ausgezeichnete dichterische Abhandlung. Ich habe in mehreren Ländern gelebt und war gefühlsmässig Anywhere, habe mich aber trotzdem nicht mit den Ansässigen identifiziert. Ich bin immer Somewhere geblieben. Ich liebe die direkte Demokratie. Was man allgemein unter Demokratie versteht, ist keine eigentliche Herrschaft des Volkes. Dazu braucht es das Referendum und die Initiative und die Konkordanz.Was in Deutschland herrscht, ist die Diktatur der Dummköpfe, natürlich auch in Frankreich, England, Italien usw. Deshalb bin ich auch gegen den Moloch EU, die leider nicht nur sinnvoll den Handel harmonisiert hat, sondern sich im letzten privaten Winkel breit macht. Eine absolut sinnlose Gleichmacherei. Innerhalb der Schweiz bin ich nicht ortsgebunden, ich fühle mich in allen Sprachregionen wohl. Der Geburtsort hat sich so verändert, dass ich ihn nicht mehr vorziehe. Herzlich Robert

 

Antwort von Karl-Konrad Knooshood (09.09.2019)

Hallo Robert, Du bestätigst damit etwas von dem, was ich im Gedicht, etwas umständlich, auszudrücken gedachte. Danke für das große Lob zu Beginn Deines Kommentars. Das ist Balsam für die Seele, so wie das schöne Gefühl, wohin zu gehören, irgendwo daheim zu sein. Die EU sehe ich ebenfalls kritisch, auch wenn ich natürlich uneingeschränkt für Europa bin, auch für die Gemeinschaft und Zusammenarbeit der Länder. Das bisher dennoch hohe Maß an Unabhängigkeit der einzelnen Mitgliedsstaaten war einmal eine großartige Tatsache: Man arbeitete bei wichtigen, länderübergreifenden Sachen zusammen, bei Interessen, die alle betrafen, denen ein Land allein sich nicht annehmen kann ohne sich zu über-nehmen. So war die ursprüngliche Idee der EG, wirtschaftliche Zusammenarbeit und mehr. Die Regulierungswut, die immer autoritärer und antidemokratischer werdenden Eingriffe in die Souveränität der einzelnen Mitgliedsstaaten, machte mir das Europa im Sinne der EU unsympathisch. Bei der Europa- Wahl, dachte ich, würde sich evtl. etwas verändern, dass dort dann die Parteien größere Anteile erhalten würden, die etwas an dieser katastrophalen Politik wieder zurücknehmen lassen wollen. Leider wurde ich enttäuscht (da bin ich natürlich nicht der Einzige). Gerade hier in Deutschland war und ist der Fieberwahn groß. Man will nicht patriotisch sein, da Patriotismus in Deutschland aus Sicht vieler Deppen automatisch "Nazi" und "faschistisch" etc. pp. ist, also klammert man sich an Europa. Ich sah und sehe immer noch viele EU-Flagge-schwingende und EU- Aufkleber verwendende Leute, die (nicht nur auf direkte Nachfrage) sich als "Europäer" sehen (und nicht begreifen, dass die EU nicht (mehr) Europa ist, nicht nur) statt als Deutsche, weil sie sich schämen, deutsch zu sein. Das finde ich extrem armselig und albern. Man sollte dazu stehen. Ich bin gern Deutscher, ich steh dazu, sehe mich auch so, das wird immer so bleiben. Wie sich die meisten Italiener wohl als Italiener begreifen und Franzosen als Franzosen usw. Hier ist meine Heimat - und hier will ich nicht weg. Die Schweiz ist da ein besonderes Land, innerhalb dem immerhin vier unterschiedliche Sprachen gesprochen werden (Deutsch, Französisch, Italienisch und das allmählich verschwindende Rätoromanisch), da kann ich mir vorstellen, dass Du Dich in jeder Region wohlfühlst. Mir geht es mit Deutschland genauso, der Osten ist wunderschön, der Süden geht auch, der Norden hat seinen rustikalen Charme, der Westen (in dem ich lebe) ist stellenweise etwas karg aber auch charmant. Nur in anderen Ländern würde ich mich niemals wohlfühlen. Nach Reisen in viele Länder bin und war ich immer wieder froh, wieder Zuhause zu sein, auch wenn die Schweiz und Österreich insofern weniger fremdartig und sehr vertraut wirkten, da hier wenigstens (in Teilen) Deutsch gesprochen wurde. LG, Karl-Konrad


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Margit Farwig (farwigmweb.de) 08.09.2019

Gönne allen, die sich ihrer Heimat verschrieben haben mit Haut und Haar, dieses Gefühl. Ich sage: Ich fühle mich da zu Hause wo ich mich wohlfühle, es liegt an mir. Wer einmal sein Zuhause aufgeben musste denkt einfach so und ist befreit vom Ballast, obwohl die Seele sich auch "nach Hause" sehnt, sie ist aber stille.

LG Margit

 

Antwort von Karl-Konrad Knooshood (08.09.2019)

Liebe Margit, die Sehnsucht bleibt bestehen, das ist das Quälende. Wenn ich sehe, wie sich infolge ungünstiger Entwicklungen (gerade in den letzten 5 Jahren) meine alte Heimat (die ich selbstverständlich noch gelegentlich besuche, sooft es geht eigentlich) in etwas verwandelt, das ich nicht mehr wiedererkenne, wenn gewisse Vorgänge und Entwicklungen in Richtungen führen, dass es eines Tages keine Heimat mehr sein wird...dann tut das sehr weh. Es ist schwierig, woanders wieder heimisch zu werden, das merkte ich bei jedem Umzug wieder. Natürlich ist es schön, wenn man, wie Du meintest, eine positive und bejahende Einstellung zu neuen Heimaten haben kann, mir geht es nicht (immer) so... LG, Karl-Konrad


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