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„Troubadour“ von Andreas Vierk

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Renate Tank (renate-tankt-online.de) 16.10.2019

Lieber Andreas,
diese große Verletzlichkeit und auch
Bangigkeit, die hier zum Ausdruck gelangt,
hat meine Gedanken bestimmt.

"Besinge nichts mehr Gegenständliches",
das ist fast wie ein Anliegen, als wolltest
du damit zum Ausdruck bringen: hänge dich
nicht mit deinem Herz an die Dinge, ob es nun
eine Liebe oder andere Güter sind; es zer-
fällt zu schnell... Und Unwahrheiten werden
mit den "weltlichen Gesängen" verbreitet.

Hier ist eine Grundstimmung, die mich anzieht,
neugierig macht und gleichfalls traurig.
Mir gefällt die Sprache sehr - sie lässt viele
Gedanken zu und ist geheimnisvoll gehalten.

Mit dem 1. Terzett allerdings erheben sich für
mich schon Fragen...
Hier ist eine solche Düsterheit spürbar, dass
man erschreckt. So soll die "wahre Liebe" in
deinen Augen angelegt/beschaffen sein?

Liebe Grüße von mir - Renate










 

Antwort von Andreas Vierk (17.10.2019)

Liebe Renate, ich freue mich über deine Empathie, und dass es mir gelungen ist, mit Worten zu treffen, obwohl das Drosselthema in der ersten Strophe ein wenig schleppend und bemüht klingt. Es ist kein gutes Gefühl, wenn ein Dichter sich eingestehen muss, er hätte es nicht besser gekonnt. Komischerweise schreibe ich seit sechs Jahren überwiegend die Gedichte, die ich von Lorca vergeblich erwartet hatte. - Ja, in der "wahren Liebe" könnte man ja auch die Liebe zu Jesus Christus sehen, aber auch dort kann sie ein lebenslanger Kampf um den Bräutigam sein, wie bei Mechthild von Magdeburg, die diese Liebe ja auch in aller Unausweichlichkeit erwischt hat. Hauptsächlich dachte ich hier mit "wahr" eben nicht nur ein bisschen Sex mit jährlich wechselnden Partnern. Wolfram von Eschenbach schrieb mal "Daz was diu strenge minne, diu neyget hohe sinne". Diese Liebe, die eher wie ein schwerer Unfall daher kommt, begegnet bei vielen echten Troubadouren, deren Kunst dann die Antwort darauf ist. Ich danke dir für deinen Kommentar und lasse Grüße zu dir flattern - Andreas


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