Kommentare unserer Leserinnen und Leser zum Gedicht

„Gebet eines alten Mannes“ von Andreas Vierk

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Renate Tank (renate-tankt-online.de)

09.03.2020
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Wenn man ein Traumbild
als einen "Lockruf" versteht,
von einem, der so nah und
nicht mehr da,
dann sieht die Seele
es als bedrohlich an und
"der Atem hält vor Schreck
den Atem an".

Wie in geheimer Sprache
tauschen sich Empfindungen aus.
Sie brauchen nicht das Wort,
sie gehen über Gedanken.
Daraus erwachsen Ängste,
Beklemmungen der Seelenart,
fast pressende Schranken...

Es ist noch nicht genug gelebt,
das spürt das Herz - davon es bebt...
Da sind noch Träume, die erwachen wollen.
Aber einmal, satt genug und federleicht,
wirst du Tribut dem Himmel zollen...

Das hat dein Gedicht mit mir gemacht.
Ich habe es mehrmals gelesen. Ich wollte
im Erspüren nahe sein - vielleicht bin ich
dabei seinem Wesen doch fern gewesen...

Es hat mich wieder sehr beschäftigt
aufgrund seiner schönen und mit Geheimnis
angereicherten Sprachmelodie.

Liebe Abendgrüße kommen zu dir - Renate

Andreas Vierk (09.03.2020):
Liebe Renate, die spirituelle Seite ist er meine. Du beziehst dich ja auch auf den Traum, den ich Britta schilderte. Wie gläubig mein Vater war, kann ich gar nicht sagen. So lange, wie ich ihn kannte, war er nie irgendwie kirchlich oder gläubig. Aber weiß ich, was ihm zuletzt durch Kopf und Herz ging? Das Gedicht soll mit dem "möglicherweise" der Widmung auch für jeden anderen gelten und nachvollziehbar sein. Grüße kommen zu dir von Andreas

rnyff (drnyffihotmail.com)

09.03.2020
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Du hast das hohe Alter wunderbar verdichtet. Mit 82 Jahren kann ich es wenigstens etwas nachfühlen, ahnen, obwohl für mich noch ganz vieles fremd ist. Ich habe kein seidenzartes Naturell, ein Holzklotz liegt mir näher. Herzlich Robert

Andreas Vierk (09.03.2020):
Lieber Robert, besonders bitter ist es, wenn man körperlich und geistig abstumpft. Die Welt meines Vaters, der jahrelang im Rollstuhl saß, wurde immer kleiner und enger. Er starb mit 79 Jahren. Irene Beddies, mit der mich viel verband, ging auch mit 79. Aber sie war geistig bis zuletzt mehr als nur fit. Als ich sie das letzte Mal besuchte, staunten alle Ärzte, als sie unsere Gespräche mit anhörten. Irene hat es bis zuletzt richtig krachen lassen! Liebe Grüße von Andreas

Britta Schäfer (britta.schaefer.hammweb.de)

09.03.2020
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Lieber Andreas, mich hat dein Gedicht berührt. Das Alter bringt so einiges mit sich, was das Leben weniger lebenswert macht. Der alte Mann sehnt sich nach dem Tod, hofft darauf, dass Gott ihn in seine Hände nimmt, um der Müdigkeit des Lebens/ Leibes zu entkommen. Dein Gedicht beschreibt, was sich viele alte Menschen in Altersheimen denken. Für viele junge Leute schwer nachvollziehbar.
Liebe Grüße von einer müden Britta

Andreas Vierk (09.03.2020):
Liebe Britta, kürzlich habe ich geträumt, mein Selbst (in Form eines grauweißen Herzens) will schon wegfliegen, aber ich hatte einen Schreck bekommen, weil ich es noch für zu schmutzig oder sündig hielt. Das war der Anlass der ersten Strophe. Die anderen nahmen dann einen anderen Weg. Liebe Grüße von einem mehr als ausgeschlafenen Andreas

Goslar (karlhf28hotmail.com)

09.03.2020
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Hallo Andreas,

dein Gedicht ist lebensnah und verständlich. Mit 92 geht es mir ähnlich.
Herzlich Karl-Heinz

Andreas Vierk (09.03.2020):
Lieber Karl-Heinz, ich musste auch an meinen Vater denken, der jahrelang im Rollstuhl am Fenster gesessen hat. Mal hat er die Straße beobachtet, mal ist er eingenickt. Seine Stimme war nur noch ein hervor gestoßener Hauch und kaum zu verstehen. Das liegt an einer Krankheit, während der die kleinen Muskeln verkümmern. Ich habe das auch, versuche aber, durch Sport und Logopädie, dem entgegen zu wirken. Auch lese ich ja viel, was man Vater auch nicht tat. Das Gedicht vermischt die Gedanken meines Vaters mit meinen. Freut mich, dass du da was mit anfangen kannst und dass das Gedicht dich anspricht! Liebe Grüße von Andreas

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