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„Beschleunigte Beschleunigung“ von August Sonnenfisch

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freude (bertlnagelegmail.com) 11.03.2020

...ja August, der Mensch versklavt sich selbst. Dabei geht so Vieles verloren.
Die Menschlichkeit, Zuneigung, alles bleibt mehr und mehr auf der Strecke.
Der Mensch merkt nichts mehr vom Paradies, das ihn umgibt, er macht sich immer mehr abhängig vom Stress, der ihm auferlegt wird.
Wir Alten verstehen es noch besser, damit umzugehen.
Ich nehm mir jetzt ein gutes Gösser Bier zur Hand und trink auf unser Wohl, mein Freund.
LG Bertl.

 

Antwort von August Sonnenfisch (12.03.2020)

Das freut mich, werter Bertl! Ich trinke mit! ... Die Programme (des Eilens) scheinen allmächtig - doch wir sind das Talent auszusteigen, innezuhalten ... sagte doch schon Reiner Kunze: EIN GUTES GEDICHT KANN WARTEN (darauf, dass es irgendwann einmal vielleicht fertig wird). Die alten Griechen hatten dafür den Gott KAIROS, den Gott des richtigen Augenblicks, der günstigen Winde - uns beließ man den Gott CHRONOS, den Gott der Chronometer. Doch was bekümmert es mich: ich verweile im Müßiggang gleichermaßen wie im Tun ... Herzlich: August


Renate Tank (renate-tankt-online.de) 11.03.2020

Da könnte man fragen:
Wozu denn noch verkommen?
Ein Leben ohne Weben,
ohne Verinnerlichung...
Das raubt den letzten Schwung!
Ohne gesundes Blut fallen wir um.
Wir pressen aus allem alles heraus,
wollen - unter allen Umständen -
FORTSCHRITT
und kicken dabei, ohne Verstand,
alles ins Aus! Was für ein Graus.
Was schauen wir dann irgendwann
letztendlich an?
Ein leeres ETWAS!
Ausgebrannt: Kind, Frau und Mann.

Niemand weiß die Antworten dann,
denn mit den eingeschlagenen Wegen
kommt der Mensch niemals mehr bei sich
und den anderen an...

Alles sehr bedenklich, und mir fällt es
wirklich schwer, mit anzusehen,
wie wir im Moment scheinbar nur rückwärts gehen.

Gedankengrüße kommen zu dir - Renate

 

Antwort von August Sonnenfisch (12.03.2020)

Werte Renate! Ein Gedicht dein Antwortgedicht! ... Auch ich leide unter dieser beschleunigten Beschleunigung, in der ja nix mehr verarbeitet und verdaut, durchfühlt und begriffen werden kann ... sagte doch schon Karl Lagerfeld, er brauche seine Solo-Wochenenden, um sich zu klären, um dem inneren Gott wieder allen Raum der Welt zu lassen - und sein diesbezüglicher Interviewer kapierte es nicht: fragte wiederholt, ob Lagerfeld sich dabei denn nicht einsam fühle, er, der sich rekreierte! --- Oder nehmen wir den SABBAT der Juden, wie er einmal war: er begann mit einem Festmal am Freitag nach Sonnenuntergang. ... Und viele von uns hätten die Freiheit innezuhalten, beispielsweise für Rom nicht nur vier Tage (wie jetzt der Brauch) sich zu nehmen, sondern zweimal eine Woche (z. B. mit SKR Reisen Köln: einmal das Normalprogramm, einmal im Anschluss daran das Spezialprogramm ... und davon immer nur das machen, was einem schmeckt: gaaanz einfach! --- Und Reiner Kunze sagte: EIN GUTES GEDICHT KANN WARTEN - bis es vielleicht irgendwann einmal fertig wird. Bei unserer Lebenserwartung! ... Herzlich: August


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