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„Supergau im Supermarkt“ von Brigitte Waldner

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Michael Reissig (mikel.reiiggmail.com) 16.03.2020

Liebe Brigitte,
Die leeren Supermarktregale erinnern mich an tiefste DDR-Zeiten, an die ich mich noch sehr gut erinnere. Die momentane Situation hast du bildhaft klar in Form von scharfen Worten aufleben lassen!
LG. Michael

 

Antwort von Brigitte Waldner (17.03.2020)

Lieber Michael, danke für Deine klaren Worte. Die Situation ändert sich von Tag zu Tag, beinahe schon stündlich. Wir müssen jetzt im Haus bleiben. Heute ist Tag zwei der Ausgangssperre. Gestern gegen 22 Uhr stand plötzlich die Corona-Überwachungs-Leitung mit zwei Wägen von meinem Gartentor. Ich habe nur beim Fenster rausgerufen, was sie wollen. Sie haben nur nach einer Adresse gefragt. Jemand hat mutmaßlich meine im Vorjahr zugezogenen neuen Nachbarn angezeigt, die wollten nur ihren neuen Garten gestalten, wo er doch nicht mehr zur Arbeit darf wegen Corona-Sperre. Das wurde wahrscheinlich verboten, denke ich. Wir müssen in den Häusern bleiben. So ein schöner Frühlingstag mit blauem Himmel und einem Zitronenfalter, aber nix geht mehr. Und es wird schlimmer kommen, sagen sie im Fernsehen. Mit lieben Grüßen und Wünschen Dir, von Brigitte aus dem Corona-Epizentrum in Österreich.


Knorke Knoo (knorkeknooshoodgmx.de) 14.03.2020

Liebe Brigitte,

sehr wahrhaftig und klug zusammengefasst, mit leichter Kritik an den passenden Stellen, locker und ohne Panik liest sich Dein in klaren Vierzeiler-Strophen verpacktes Gedicht. Für die Regierung, die erneut glänzend unter Beweis gestellt hat, dass auf sie im Extremfall kein oder nur bedingt Verlass ist und dass wer sich auf sie verlässt, verloren ist, unternahm die notwendigen Maßnahmen "zu wenig, zu spät" (im englischen Original, wenn's gestattet: "too little, too late") - jetzt haben wir die dicke Seuche an den Hacken - und es ist fraglich, ob sie so schnell wieder verschwindet, wie es hätte möglich sein können! Manchmal frage ich mich natürlich, ob diese Inkompetenz eine geplante, absichtliche ist - oder ob diese Regierung einfach schlicht unfähig ist.

Es ist äußerst bedrohlich und für mich als jemanden, der in ruhigen, friedlichen Zeiten aufgewachsen ist, der volle Geschäfte kannte und leere nur vom Hörensagen und aus Berichten der Großeltern und Dokumentationen über die Zeit während und nach dem WK II, geradezu verstörend, was hier läuft. Wenn jetzt ständiger Mangel entstehen soll und wir uns hier in eine Planwirtschaft verwandeln, in der stets zu wenig von allem vorhanden ist und nur der noch was kriegt, der das nötige Großgeld hat und als frühester Vogel den Wurm ergattert (wie in der DDR), dann wäre das für mich nicht mehr allzu erstrebens-/lebenswert mehr in dieser Welt. Aber das ist ein anderes Thema.

Ja, die Mittel werden knapp. Gestern gab es bei ALDI keine Flüssigseife mehr (die feste allerdings schon noch), Desinfektionsmittel sind ausverkauft, bei DM gab's noch in "limitierter Auflage" ein paar Handgels antibakterieller, nicht aber antivirenhafter Art. Die Furcht und Besorgnis wachsen, während man sich präparieren muss. Witzigerweise gelten sog. "Preper" (vom Englischen "to prepare"), die sich schon seit längerem gegen alle Eventualitäten mit Lebens- und Haushaltsmitteln aller Art eindecken, als "Nazis". Vor Hamsterkäufen wird auf der einen Seite gewarnt, gemacht werden sie aber. Es ist absurd. Hoffentlich hört das mit dem Virus auf, denn ich bin's leid. Er soll verschwinden und nimmer wiederkehren. Er hat genug Chaos, Angst, vereinzelt Tod angerichtet, es muss aufhören, damit ein (vielleicht) entspannter Sommer folgen kann.

Wie Du auch schreibst: Man muss das Auto tanken - und ja: Die Meisten von uns müssen ja noch zur Arbeit oder Schule (auch wenn die Schulen jetzt nach und nach, in NRW ab Montag, geschlossen werden), man hat Verpflichtungen, und Isolation, ob freiwillig, ob erzwungen, ist äußerst gesundheitsschädlich. Hoffen wir inständig, dass man nicht Quarantäne über ganze Städte verhängt, das wäre verheerend. Bitte nicht! Bitte, bitte nicht!

LG und danke für Dein ermutigendes aber sachlich-ernstes Gedicht. Karl-Konrad

 

Antwort von Brigitte Waldner (14.03.2020)

Lieber Karl-Konrad, 80 km von mir entfernt haben sie ab sofort einen kleinen Ort mit 1000 Einwohnern gesperrt und unter Quarantäne gestellt. Ich kenne den Ort, dort ist kein Discounter, nur teure Geschäfte, ein Fremdenverkehrsort am Großglockner, wenn man da nicht rechtzeitig gehamstert hat, kann man wahrscheinlich nur mehr teuer kaufen und nicht das, was der Discounter hat. Die Beamten werden geschützt und die, die eine Zusatzversicherung haben, können auch mit Hilfe rechnen, der Wirtschaft wird finanziell geholfen, aber wenn man zum einfachen Volk gehört, zum sogenannten Pöbel, dann kriegt man ja nicht einmal ein Intensivbett, bestenfalls kann man als "freiwilliges" Versuchskaninchen herhalten, damit sie Medikamente testen können, weswegen man dann an Organversagen verstirbt. Man stirbt ja nicht an Corona, sondern an Organversagen, weil sie Medikamente ausprobieren, die jedenfalls sehr giftig sind. Meine Mutter ist auch an multiplen Organversagen verstorben, das heißt, an der Chemotherapie. Sie hat es mir selber gesagt, dass die Chemo sie umbringt. Die Regierung hat komplett versagt und die Wirtschaft auch. Wir haben keine Mundschutzmasken und keine Desinfektionsmittel, weder erhalten noch kaufen können. Nichts da für das normale Volk. Das ist doch gelenkt, dass wir sterben. Viel darf man nicht sagen, sonst verschwindet man hinter den Mauern für immer. Sie sagen, wir werden viele Todesopfer haben. Aber wir schaffen es aus der Krise. Die Toten wohl nicht mehr. Wir können uns nur einen Schal schützend vors Gesicht wickeln. Vereinzelt sah ich es schon. Bei uns wird ab Montag alles geschlossen, Ämter und Behörden, Schulen, Kindergärten, Universitäten und alle Geschäfte, die keine Lebensmittelversorger sind. Restaurants müssen um 15 Uhr schließen. Österreichweite Regelung. Lieber Karl-Konrad, danke schön für Deinen Beitrag zu meinem Gedicht. Wenn Quarantäne über ganze Städte oder Orte oder Gebiete verhängt werden, das ist gut, das schützt vor dem Weiterverbreiten des Virus außerhalb des Sperrgebietes. Deswegen waren die Hamsterkäufe schon berechtigt, weil man ja nicht mehr rauskommt aus Quarantänegebieten. Es ist traurig, wie unintelligent die Experten Hamsterkäufe interpretieren. Für wie dumm halten diese das arme Volk? Es hat ja keine Alternative. Da sieht man, wie realitätsfremd die Experten sind. Alles was sie sagen, ist einfach nur zum Ärgern. Alles Gute Dir, schöne Grüße, Brigitte


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