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„Die Engel haben aufgehört zu fliegen“ von Frank Guelden

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Ursula Rischanek (daisy1190a1.net) 04.05.2020

Gedanken eines Engels...

Braucht's erst einen Anlass
um etwas zu schenken?
Und selbst wenn es blos
ein Lächeln nur wär.

Braucht's erst einen Grund
an einen zu denken?
Ohne dass gleich
das Herz wird so schwer.

Braucht's erst ein Ereignis
um Schritte zu lenken?
Erkennen welch Tür
die richt'ge wohl wär.

Braucht's erst das Begreifen
auch um zu versteh'n,
selbst Unwahrscheinliches
kann manchmal gescheh'n.

Nein, erst das Denken
und das Erkennen,
wie kostbar die Liebe -
lässt sie uns auch schenken.

Und trotz des ganzen allgemeinen Wahnsinns rund um uns versuche ich, wenngleich es schwer fällt, positiv in die Zukunft zu blicken.

Mit herzlich lieben Grüßen zu dir einen schönen Abend!
Uschi

 

Antwort von Frank Guelden (04.05.2020)

Liebe Uschi, ganz herzlichen Dank für Dein wunderschönes Antwortgedicht! Es gibt Phasen, da bin ich einfach müde und mag kaum glauben, daß auch winzige Dinge etwas bewirken können. Meine komischen Viecher im Steingarten glauben an mich; nur mir selbst fällt das oft schwer, an mich und meine Wirksamkeit zu glauben, bei all dem Wahnsinn, der die Welt regiert. In der großen Welt bin ich natürlich ein Nichts, doch in der ganz kleinen Welt sieht es anders aus, und wenn ich heute irgendwo ein Lächeln zaubern kann, sogar eins für mich selbst, wird auch der Weltuntergang daran kaum etwas ändern. Es geht wirklich um Liebe, auch ohne großes Denken und Erkennen; zur Not eben auch voller Angst. Das ist immer noch besser, als gar nicht zu lieben. Liebe Grüße, Frank


rnyff (drnyffihotmail.com) 04.05.2020

Stimmig, traurig, fast verzweifelt, wo bleibt der Hoffnungsschimmer, aber bestens verdichtet. Je älter man wird, je weniger Sorgen macht man sich, wenigstens wenn man ein (kleiner) Egoist ist. Was ist gut und was ist böse. Als Mediziner frage ich mich das oft. Wir haben die Säuglings- Kindersterblichkeit massiv gesenkt und haben jetzt eine erhebliche Überbevölkerung, Hunger und Arbeitslosigkeit. Ich habe noch Hoffnung, obwohl ich die Erfüllung nicht erleben werde. Vielleicht schlägt ein Asteroid ein und alles wendet sich zum Guten. Herzlich Robert

 

Antwort von Frank Guelden (04.05.2020)

Lieber Robert, ich bin Dir sehr dankbar für Deinen Kommentar. Diese Phasen von Hoffnungs- und Glaubensverlust begleiten mich schon seit früher Kindheit. Ich bin Jahrgang 53; im Jahr 61 wurde ein behinderter, voll pflegebedürftiger Bruder geboren, der autoaggressiv war in der Form, daß er sich selbst schlug, Sprechansätze hat er mit etwa zwei eingestellt und es gab nur Laute. Im Jahr 62 wurde eine Schwester geboren, die glücklicherweise gesund war. Meine Mutter rutschte in eine Depression. Da mein Vater arbeiten mußte, hieß es oft: "Frank kannst Du heute zuhause bleiben, Deiner Mutter geht es nicht gut." Und so habe ich halt so gut es ging die "Säuglinge" versorgt und den Haushalt übernommen, bis mein Vater zurück war und übernommen hat. Gab es Probleme, kam von meiner Mutter: "Und wenn das nicht klappt, bringe ich mich um und den Tobias (meinen Bruder) nehme ich mit." ...Ich habe als Kind viel gefragt: "Hat mein Bruder eine Seele?" Das wurde bejaht. Und ich darauf: "Wenn er eine Seele hat und nicht sündigen kann, kommt er in den Himmel; wir können aber sündigen. Ist Gott ungerecht?"... So viel zu meiner Biografie, die noch einiges mehr aufweist... Trotzdem gehe ich auf die 67 zu. Und ich finde Dinge, die mich glücklich machen und trösten. Ich bin sehr emotional... Mäuse haben eine Lebenserwartung von etwa zwei Jahren. In meinem Steingarten gibt es viele und sie führen das beste freie Mäuseleben, das ich mir vorstellen kann... Liebe Grüße, Frank


Renate Tank (renate-tankt-online.de) 04.05.2020

Lieber Frank,
das sind so enttäuschte Zeilen von dir,
die auf Einbruch und nicht auf Umbruch
hinweisen.

Ich habe Hoffnung, immer noch und immer wieder,
dass uns Menschen der GEISTIGE SPRUNG gelingen
kann, unter dem sich unsere Welt wieder erholen
kann.

Denn es ist wie mit der Nacht: sie muss dem Licht
immer weichen...

Liebe Grüße sendet dir Renate

 

Antwort von Frank Guelden (04.05.2020)

Liebe Renate, das Leben zählt für mich nicht nach Jahren, sondern nach Momenten. Manchmal reihen sich ganz viele gute Momente aneinander und manchmal eben nicht. Und was wäre eine Ewigkeit, so sie denn erlebbar ist, ohne unsere "Lebensfilme"? Und eine gute Erlebenswirklichkeit ist schon toll. Was wäre das Leben ohne Sonnenaufgang und Sonnenuntergang; auch wenn die pure Wissenschaft so etwas nicht kennen mag; schmunzel. Liebe Grüße, Frank


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FranzB (eMail-Adresse privat) 04.05.2020

Eines Tages werden wir alles erfahren Frank und dies mit Garantie! Grüße Franz

 

Antwort von Frank Guelden (04.05.2020)

Lieber Franz, und auch das halte ich für fiktiv. Vielleicht hätte ich doch nicht die Filmtrilogie "Matrix" anschauen sollen. Doch ich lebe jetzt und es gibt gute und schlechte Momente; gegen was soll ich sie eintauschen? Liebe Grüße, Frank


readysteadypaddy (onkel.merlinweb.de) 04.05.2020

Lieber Frank,

die Engel fliegen weiter. Die weißen Tauben auch. Nicht alle lassen sich unterkriegen. Und manche GEHEN sogar noch über diese Erde.

Vielleicht magst du mein heutiges Gedicht "Killerbienen und Frostschutzmittel" lesen? Verstummen sollte man erst, wenn man nichts mehr zu sagen hat.

Liebe Grüße,

Patrick Rabe

 

Antwort von Frank Guelden (04.05.2020)

Lieber Patrick, das Leben ist keine Frage des Gestern, oder des Morgen, sondern eine Frage des "Jetzt" und da weiß man oft nicht, was als nächstes passiert. Seit kurzer Zeit schreibe ich wieder hier und die "Warum-Frage" stelle ich nicht. Ich lebe, und die "Warum-Frage" ergibt auch keinen Sinn und hilft auch nicht weiter. Und wenn ich "weiße Tauben" lese, muß ich an Möwen und Krähen denken. Zu Denken gibt mir aktuell wieder einmal ein Zitat: „Die Buschmänner in der Kalahari-Wüste sprechen über die beiden" Hunger ". Da ist der große Hunger und da ist der kleine Hunger. Der kleine Hunger will Nahrung für den Bauch; aber der große Hunger, der größte Hunger von allen, ist der Hunger nach Bedeutung ... Letztendlich gibt es nur eine Sache, die den Menschen tiefst und zutiefst bitter macht, nämlich ein Leben ohne Sinn zu haben. Es ist nichts Falsches daran, nach Glück zu suchen. Weitaus tröstlicher für die Seele ist jedoch etwas Größeres als Glück oder Unglück, und das ist Sinn. Weil der Sinn alles umgestaltet. Sobald das, was Du tust, für Dich eine Bedeutung hat, ist es unerheblich, ob Du glücklich oder unglücklich bist. Du bist zufrieden - du bist nicht allein in deinem Geist - du gehörst dazu. “ Laurens van der Post Und zu finden, was mich trägt, weil es für mich Bedeutung hat, fällt mitunter schwer. An einem Tag mehr, an einem anderen weniger. Und oft bin ich ganz einfach müde in jeder Form; da helfen dann nicht einmal die Viecher in meinem Steingarten. Liebe Grüße, Frank


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