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„Zugehörigkeit“ von Robert Müller

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Frank Gülden (eMail-Adresse privat) 11.05.2020

Hallo Robert.
Als alter Mensch kann man viele Spielarten der Zugehörigkeit, der Hilfe und Betreuung, der Liebe und aber auch der Bevormundung bis hin zu Nötigung und Gewalt erleben.
Die schlimmen Formen ergeben sich sehr oft durch Überforderung der Helfenden.
Wenn in einer Pflegeeinrichtung zum Beispiel zehn gebrechliche Menschen, durch eine Pflegeperson morgens versorgt werden sollen; sprich: sauber, angezogen und gewaschen ihr Frühstück bekommen sollen, da ist keine Zeit, für so vieles, das so wichtig wäre. Oder wenn ein Pflegedienst mit zu engen Zeitvorgaben Menschen aufsucht, immer gehetzt, mit Blick auf die Uhr, wie wird das wohl bewältigt?
Oder wenn ein alter Mensch in einer Familie lebt, wo es Kinder gibt und beide arbeiten müssen, weil sonst das Geld zu knapp ist, da wird auch ungewollt und unbewußt oft gerade am Schächsten sehr viel abreagiert. Und dann gibt es auch den Machtmißbauch ohne Not; denn wo Macht ist, da wird sie auch gerne mißbraucht. Und es gibt sogar Rache. Die findet man bei alten Ehepaaren, wenn zum Beispiel die Parterin, die früher unterdrückt wurde, es dem "alten Scheusal" nun endlich heimzahlen kann, weil sie rüstiger ist. Und es gibt auch die liebende Überfürsorge, die so toll entmündigen kann, daß keine Luft zum Atmen bleibt. - Die Liste ließe sich noch endlos fortsetzen. Doch es gibt auch das andere, wo Menschen in Achtung, Liebe und gegenseitigem Respekt verbunden sind. Letzteres ist natürlich seltener; denn die Welt ist nicht gut.
Liebe Grüße,
Frank


Renate Tank (renate-tankt-online.de) 09.05.2020

Das möchte ich doch gehörig anzweifeln...
Es gibt Menschen, die aber auch gar nichts verlangen!
Sie tun es aus Liebe und dem Verlangen,
dass sie der Seele Güte einfangen...
Menschen, die selbst dermaßern misstrauisch sind,
denen fehlen die Augen von einem Kind...

Liebe Grüße - Renate

 

Antwort von Robert Müller (09.05.2020)

Ihr lieben, neu gewonnen Dichter und Dichterinnen, Endlich einmal Kritik an einem meiner Verse. Jetzt habe ich die Bestätigung, dass auch eure lobenden Worte ehrlich gemeint sind. Zu diesem Vers müsst Ihr den Vers mit dem Titel 'Fortschritt', erschienen am 11. April, hinzuziehen. Dort und auch hier mit ̈́Hörigkeit' geht es um nichts anderes als um Hintergründiges in der Sprache. Schade dass ich den Bandwurm mit dem Titel 'Deutschstunde' noch nicht gebracht habe. Ich bin bei dieser Abhandlung etwas gehemmt, geht er doch gegen 60 teilweise lange Zeilen. (Seufz, seufz). Es folgen noch 'Logik' und eventuell eine neue Kreation. Ich wünsche allen eine gute Nacht und weiterhin so schöne Gedanken, wie ich sie von euch zu lesen jetzt gewohnt bin. Roberto


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chriAs (christa.astla1.net) 09.05.2020

Es ist doch jede Begegnung ein Geben und Nehmen. Auch wenn ich, gerade damals im Altenheim, einsame Menschen besuchte und ihnen auch manch Hilfsdienste verrichtete, bekam ich einen dankbaren Blick, ein freundliches Lächeln zurück, das war mir Dank genug. Wichtig war mir, den Menschen eine kleine Freude zu machen.
Liebe Grüße in den Abend,
Christa


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Monika Schnitzler (eMail-Adresse privat) 09.05.2020

nicht unbedingt, Frank. Gemeinsamkeit aus Liebe macht nicht abhängig.
Hilfe oder Gemeinsamkeit aus anderen Erwägungen birgt schon die Gefahr von Abhängigkeit und gibt dem Hilfegebenden ungebührliche Macht.
LG von Aylin


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