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„Die Glocke“ von Adalbert Nagele

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Hanns Seydel (rudiger160965gmx.de)

10.06.2020
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Adalbert,

dieses Dein Gedicht mit dem Zitat ist mir wie auf den Leib geschrieben:
JEDER (und vor allem DU) wohl weiß, was mir Schillers "Glocke" an Kunstwerk bedeutet (wie oft bringe ich zu Beginn und Ende eines meiner Gedichte Zitate aus Schillers "Glocke"):
Und gerade DU (Meister des Trochäus und Jambus) bringst am Ende Deines Gedichtes eine der wirklich wertvollsten Passagen von Schillers "Glocke", nämlich betreffend die "Freude" (über die Schiller ja eine eigene Ode geschrieben hat) zum Ausdruck. Und ich finde (geradezu kongenial von Dir gesehen), dies ist die Quintessenz Deines (absolut) formvollendeten 3strophigen Vierzeilers (mit diesen wunderbaren Kreuzreimen): Der "Klang" ist formbildend und maßgebend für das "ganze Leben", man denke an die weitverzweigten Musikbereiche - "schönen Klang " !) Und Adalbert, Du formulierst eine geradezu goethehafte Weisheit: Es kann traurig machen ("belastet mich doch sehr") in Gedanken daran, den Klang der Glocke nicht mehr zu vernehmen im Angesicht des Todes (und eben leider danach). Doch bleiben wir zuversichtlich: Von Deinen herrlichen 3 Strophen stellen schließlich (und nicht zuletzt) die ersten beiden etwas Einzigartiges dieses Lebens dar, nämlich den SCHÖNEN "Klang" und immer wieder und immer wieder: Alles Schöne trotz Corona-Zeit ! Schillers Verse über Freude sind heute wichtiger denn je, ja und welche Epidemie(en), Pandemie(en) auch kommen (doch nicht kommen sollen): In Schillers "Freuden-Ode", "Glocke" in Verbindung mit Deinem herrlichen Werk sehen wir wohl eine einzigartige Bereicherung der heutigen Zeit !
Klasse, Adalbert, ich finde - gerade auch im Internet - nicht gerade übermäßig viele Interessierte für die wahrhaft gewaltige Glocke. Unter Youtube gibt es (wie Dir und anderen sicherlich bekannt ist) die einmalige Rezitation mit Dieter Mann. Diese Rezitation kann man nun wirklich nur als einmalig bezeichnen und siehe: Einer gibt dort an, er hätte die "Glocke" bislang lediglich als (sehr) lang empfunden, aber die Rezitation eröffne ihm wirklich eine neue "geistige" Dimension. Das Interessante an Schillers "Glocke" ist gesamtgedanklich, dass sie sich rein thematisch in mehreren Versen zwar oft von dem reinen Glockenguss entfernt, jedoch die Abschweifung führt immer wieder zu einer Verbindung zur Glocke zurück. Auch die Tatsache, dass gerade dieses wirklich umwerfend geniale Gedicht Schillers, wie einige behaupten (angeblich) "formale Schwächen" aufweise (metrisch angeblich uneinheitlich, strophenumfangmäßig angeblich nicht immer symmetrisch im Vergleich zu anderen Strophen, vom Werktitel sich zu oft entfernend), ändert wohl nichts daran, dass wir Schillers "Glocke" als ein zentrales Werk deutscher Geistesgeschichte betrachten und gerade DEINE Verse zeigen uns enorm wichtige Aspekte dieser Gedankenwelt !
Zum melancholischen Abschluss Deines Gedichtes passt als meine Reaktion wohl bestens folgende Passage aus Schillers "Glocke" :
"Ernst begleiten ihre Trauerschläge
einen Wandrer auf dem letzten Wege."
Doch dem Wohltuenden sei die Zukunft:
"Freude dieser Stadt bedeute,
Friede sei ihr erst` Geläute."

So hab hier herzlichen Dank !
Dies war für mich ein gedanklich HOCH ergiebiger Abend !!
Bleiben Du und die Deinen einfach (nichts Geringeres als ? -) GESUND !!!
Hanns


Adalbert Nagele (11.06.2020):
...Hanns, ich dachte mir, dass dir mein Gedicht gefallen wird, aber mit so einem ausführlich tollen Kommentar hab ich nicht gerechnet. Ein herzliches Dankeschön, bleib auch du gesund und munter; eine gN8, schönen Feiertag und lG, Adalbert.

Ingrid Bezold (in.bezoldt-online.de)

10.06.2020
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Als Schülerin hat mich Schillers Glocke genervt, Bertl. Dein Gedicht hab ich gern gelesen und ich denke, vielleicht kannst du, wenn du mal "oben" bist, selbst die Glocken läuten.

Es grüßt dich Ingrid

Adalbert Nagele (10.06.2020):
...wenn es mir erlaubt sein wird, gerne Ingrid;-) dann liefere ich euch ein Glockenkonzert. Merci und lG, Bertl.

Mark Widmaier (widmaiermarkweb.de)

10.06.2020
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Wunderschön geschrieben, lieber Bertl. Auch ich höre die Glocke gerne und bei Schillers Meisterwerk geht es mir natürlich ebenso. Nur nachts, wenn keine Träume über mich ziehen und ich wach im Bette liege, dann ärgere ich mich über ihren kurzen Schlag. Dann erinnert sie mich dran, dass ich nicht schlafen kann...
Nicht wundern, wenn ich gelegentlich mal untertauche. Ich brauche diese Auszeiten. Aber ich komme stets gerne wieder :-)

Liebe Grüße Mark


Adalbert Nagele (10.06.2020):
...merci Mark, ich denke auch, dass du uns hier bei e-stories nicht verloren gehst. Du hast ja das Dichterische schon im Blut. LG Bertl.

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Schillers Glocke war früher der Alptraum ...
in der Realschule mussten wir den ganzen Text auswendig lernen .
Jahre später habe ich die ganze Glocke sogar rückwärts vorgetragen.
Am Stück, von hinten bis vorn. - Kein Witz! War verdammt schwer!
LG Siegfried

Hier noch ein paar Tipps. Eventuell kannst Du etwas davon verwenden.
Zeile 2: "sagt" statt "zeigt" (die Glocke sagt ... - die Uhr zeigt ...)
Zeile 8: ließ sie mich niemals noch in Stich
====> ließ sie noch niemals mich im Stich
Zeile 10: das fällt mir schon unendlich schwer
=====> und das belastet mich doch sehr

Adalbert Nagele (10.06.2020):
...wow Siegfried, das war sicher eine mühsame Arbeit. Heutzutage ist das nur noch kaum vorstellbar in den Schulen; höchstens es möchte wer Schauspieler werden. Vielen Dank für deine wertvollen Tipps, ich habs schon korrigiert. Eine gN8 und lG, Bertl.

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Vielleicht hörst du dann einen ähnlichen Glockenklang, Bertl.
Schillers Glocke habe ich auswendig lernen müssen, zur Schulzeit.


LG Wolfgang

Adalbert Nagele (09.06.2020):
...alles was recht ist Wolfgang, aber das kann ich mir nicht vorstellen, obwohl so Glockenklänge, wenns nicht unbedingt Kuhglocken sind, auch nach dem Tod schön wäre, zu hören. Wenn bei uns in der Schule jemand vorlaut, frech oder sonst nicht den Richtlinien des Deutschlehrers entsprach, so musste der als Strafarbeit Schillers Bürgschaft oder Schillers Glocke, ein-, drei- oder zehnmal als Strafaufgabe zuhause abschreiben. Mir passierte das zum Glück nur einmal. Merci und lG, Bertl.

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Zur Glocke von Friedrich Schiller muss ich sagen, mir fehlen immer wieder die Worte zu diesem gigantischen Meisterwerk mein Spezl Don Bertolucci!
Mutter liebte dies Meisterwerk sehr und konnte sehr vieles eindrucksvoll rezitieren! Was mir sehr gefällt, dies ist dieser Teil.
"„Wo Starkes sich und Mildes paarten,
Da gibt es einen guten Klang.
Drum prüfe, wer sich ewig bindet,
Ob sich das Herz zum Herzen findet!
Der Wahn ist kurz, die Reu ist lang“.
So habe ich Dein Gedicht hier sehr gerne gelesen und ich bin begeistert! Ob wir die Glocke nach dem Abschied noch hören, wir werden es erleben! Ich mag von sehr vielen Poeten Poesie und konnte bei keinem eine Art von Überheblichkeit verspüren, doch leider, gibt es oft genug auch diese Sorte der „göttlichen Art“, die sich selbst im Spiegel abküssen! Es hat mir Freude bereitet, dies von Dir zu lesen!
Grüße Don Francesco





Adalbert Nagele (09.06.2020):
...Francesco, wir verstehen einander. Andere Dichter herabsetzen und ironisch oder anderwertig sie zu beschimpfen, das ist das Letzte, was wir hier brauchen. Es ist nicht nur Überheblichkeit, Missgunst und Neid, sondern reinste Dummheit, wer so etwas macht. Abgesehn von einer krankhaften Störung oder einer psychischen Krankheit, gehört so einer einfach ausgelacht, im Extremfall von e-stories hinausgeschmissen. Merci und lG, Bertolucci.

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