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„Armer Dorian oder Wie man beliebig wird“ von Patrick Rabe

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freude (bertlnagelegmail.com)

05.12.2020
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Beliebig werden immer mehr,
wo kommt der Wert des Menschen her?
Da kann man lang suchen, findet ihn nicht,
du brachtest in die Sache Licht.

Patrick, lG Bertl.


Patrick Rabe (06.12.2020):
Vielen Dank, lieber Bertl. Dir viel Liebe, Trost, Kraft und Hoffnung zum Nikolaustag. Alles Gute von Patrick

Andreas Vierk (Andreasvierkgmx.de)

05.12.2020
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Lieber Dorian Grau,
wie viele von den Lesern deiner Geschichte, glaubst du, haben Wildes Roman gelesen? Ich saß mal in meiner Kirche um Wache zu schieben und hatte wie immer ein Buch vor der Nase (Ich weiß nicht mehr was... irgendwas Klassisches). Eine nette ältere Dame sagte mir, sie hätte auch mal versucht, so ein dickes Buch zu lesen, hätte aber auf Seite 10 die Konzentration verloren. Es stellte sich als der handelsübliche Fantasyroman "aus dem Mittelalter" mit Feen und Einhörnern heraus. - Ein Typ sagte mal am Anfang der Coronazeit, er hätte ja nun endlich nach 50 Jahren mal Zeit "ein gutes Buch" zu lesen. Aber nun muss er sich ja erstmal eins kaufen und ist irgendwie so orientierungslos wie ein 90-Jähriger, der sich "einen Computer" kaufen will. Übrigens muss ich bei Wildes Märchen vom selbstsüchtigen Riesen immer heulen, und das ist mir dann vor mir selbst peinlich. - Das alles hat zwar nichts mit deinem Gedicht zu tun, aber ich musste mal meinen Frust loswerden.
Alles Liebe, dein Oskar Brown aus rosa Luxemburg (Den Kracher konnte ich mir jetzt gerade auch nicht versagen!)

Patrick Rabe (06.12.2020):
Liebes graugrünes Nachtgespenst. Das ist die Situation. Ich setze bei meinen Lesern einfach Bildung voraus, die-so möchte ich behaupten-vor ca. 30 Jahren noch normale Schul-oder Lebensbildung war, nicht nur bei Abiturienten. Und Dorian Gray nicht zu kennen, ist schön eine echte Bildungslücke. Ich habe den Roman - er ist ja nicht so furchtbar dick- mit ca. 22 als Leihgabe von einem Freund bekommen und gelesen, und habe auch mehrere Verfilmungen gesehen, die mit Helmut Berger auf jeden Fall auch ganz. Und dass dann selbst im linkesten Vogel irgendwann der Konservatismus aufbrandet, und man "Wäääääähhhh!" rufen möchte, ist glaube ich klar. Diese Phase hatte Bob Dylan Mitte der 80, die ja nun 1980er heißen. Es waren die "Früher war alles besser-Years" von Mr. Zimmerman. Allerdings, und das dürften nicht nur Fans zur kenntnis genommen haben, ist er ja schon über diese Phase hinweggekommen. oder, um ihm gerechter zu werden- da hindurch. Nämlich ins durchaus zeitgebundene Zeitlose. Und ich spotte nicht so gerne über Mr. Zimmerman. Nicht, weil ich denke, dass er mir den Kopf abhackt, sondern weil nur alleine so ein Alterswerk, wie er es hingelegt hat, mit noch dem aktuellen Album "Rough and Rowdy Ways" oben drauf, beachtlich ist. Ich wüsste nicht, dass so etwas -auch wenn man Romanschriftsteller und Songwriter nicht so gut miteinander vergleichen kann- einem Thomas Mann gelungen wäre (sein letzter Roman "Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull" ist ein ziemlich dünner Schund), oder einem Hermann Hesse (Das "Glasperlenspiel" ist streckenweise so langweilig, dass man alleine dadurch schon in eine meditative Grundstimmung kommt)...und das sind beides Autoren, die ich zutiefst verehre. Also wie gesagt: "Rough and Rowdy Ways", erste Plattenseite: Und man weiß, wo der Mabuse-Nazi-Hammer hängt. Und wie verführerisch der Gedanke ist, sich selber eine Frau zu erschaffen, nachdem man wochenlang innerlich verwüstet durch Museen und Monstösitätenkabinetts geirrt ist (Für mich einer der stärksten Songs der letzten 40 Jahre. Kein Scherz. "(Create)my own version of you". Alleine nur die Zeile "Ich nehm' das Blut von 'nem Kaktus." treibt mir die Tränen in die Augen und den Wunsch, niederzuknien in die Beine.) Und die zweite Plattenseite mit dem fast 15-minütigen Song (ausgeschrieben: der Song geht über eine ganze Viertelstunde! -Natürlich weiß ich, dass Pink Floyd auch eine Stunde pro Song hinkriegen, aber das ist dann hauptsächlich instrumental-) "Murder Most foul". Ich würde sagen, der Kennedy-Mord ist nur eine Ebene dieses Songs. Und bitte, aufzustehen, die Gläser zu erheben und eine Andachtsminute einzulegen. Knock, Knock. Nein, das ist nicht die Heavens Door. Das ist der Nikolaus. Das waren die drei bis vier Kracher, die ich mir heute nicht verkneifen konnte. Darum: um es mit Dylan für Dorian zu sagen: "Ich häng mir kein Bild auf, und keinen Bilderrahmen. Ich seh vielleicht aus wie Robert Ford, doch ich fühl mich wie Jesse James." Alles Liebe an Bob, Nick, Cola-Us, und dich, Andimäuschen. So wollte ich schon lange mal 'ne Kutsche retour schicken. Vielleicht auch einen Schlitten mit lecker Sachen, und nicht zum Fahren. Bis denne: Pat Rick Lazslo. (Casablanca-Fans sollten wissen, was da die Uhr gongt. Was wollen sie lieber? Den Drink oder die Frau? Die Frau. Und dich Resitence-Fatzke schick ich zurück nach Deutschland. Damit ihr das endlich mal richtig synchronisiert. Ich sage da: "I'm lookin' at you, Kid." das heißt nicht: "Ich seh/schau dir in die Augen, Kleines". Das heißt: "Ich passe auf dich auf, mein Kind." Aber Deutsche kriegen es wohl nicht übers Herz, einen solch weinerlichen Satz in einem Film voller Machismo fallen zu lassen. Kein Wunder. Sie könnten ja dabei den Schuss hören.) Prost!

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