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„Komm Pleroma, komm Bräutigam“ von Andreas Vierk

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readysteadypaddy (onkel.merlinweb.de)

02.01.2021
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Ja, Andreas,

Fast wie immer lese ich dein Gedicht zuerst. "Pleroma" ist gut. "Fülle" eben. Wüsstest du, wie das auf hebräisch heißt? Ich leider nicht. Habe mich aber ein bisschen mit hebräisch beschäftigt. Die hebräische Sprache ist ungleich kraftvoller als das lateinische oder altgriechische. Ihre Worte, Beschwörungsformeln und Götternamen hauen einen vom Hocker. Daher Adam statt Adolf. Aber Gott lässt sich auch nicht zwingen. Egal, ob man ihn im Sturm oder im Wind vermutet. Ich glaube, der Name "Jahwe" macht Sinn. Es ist zumindest der Name, unter dem Gott sich Mose offenbaren konnte, auch wenn dieser davon eine schwere Zunge bekam (Die Sache mit dem Zungen lösen hatten "wir" dann ja 50 Tage nach Ostern.). "Jahwe" heißt ja nicht nur "Das Ich". ("Ich bin, der ich bin", ist eine aus meiner Sicht unzulässige Doppelung, und stammt aus den erklärenden Kommentartexten zur Thora, die davon ausgehen, Gott habe zwei Gesichter oder zwei Wesenhaftigkeiten. Der Name "Jahwe" ist aber eine Einform ohne Doppelung. Jesus kontert dies mit seiner Aussage "Eure Rede sei Ja,ja, nein, nein. Alles andere ist vom Übel." Aber an wen richtet er diese Worte? Auf jeden Fall an die Galliläer der Römerzeit. Aus meiner Sicht, da sich diese Aussage ja auch aufs Schwören bezieht, ist dies auch ein Hinweis darauf, dass man zumindest nicht NOCH MEHR Worte in wesentlichen Fragen machen sollte als zwei. Und wenn diese zwei schon identisch sind, sollte man sich das restliche Blabla besser sparen. Denn das Dritte und wirklich neue, das einen zum Singen eines neuen Liedes befähigt, kommt erst von oben, wenn der Gott "erhöht" wurde. Im Fall von Jesus war die Erhöhung der Tod (der Körperliche). Dennoch denke ich, dass das tiefste Geheimnis darin besteht, dass das, was dann als Drittes von Oben kommt, auch wieder der "Eine" ist, aber im Wesentlichen umgewandelt. Jedoch kann sich dieser Heilige Geist nur in stabile Iche ergießen. Um mehr Heiligen Geist zu flehen, als ein Ich verkraften kann, ist nicht besonders sinnvoll. Denn dann wird daraus auch kein neues, unvergängliches Ich geschaffen. Ich habe so meine Probleme mit dem Islam. Nicht mit Moslems. Aber mit der muslimischen Theologie. Da wird ja auch eine ganze Menge "gesandt". Aber wie ja sogar Moslems zugeben, wurde Mohammed auch von "Dschinnen", also kleineren und unteren Geistern in der Rangfolge inspiriert. Eine Offenheit für den allerhöchsten Gott bekam er nur durch Unterwerfung hin. Aber auch das ließ sein schriftliches Werk nicht unbedingt zu einer Friedensbotschaft werden, trotz seiner Beronung des "Salam". Ich denke aber auch, man kann Mohammed das nicht vorwerfen. Wir werden alle von Gott und seinen verschiedenen Gestaltungen durchgerüttelt. Doch der letzte und endgültige Wortträger Gottes war er ganz sicher nicht. Weder kann der Koran die Vollkommenheit der israelischen Schriften übertreffen, noch das "Neue Testament". Alleine die von mir hier geschilderte Dreiermystik lässt sich dort so nicht finden. Ich glaube, Mohammeds Dilemma war, dass er Gott zwar spürte, aber dass ihm nicht klar wurde, dass seine Merite im Handeln und nicht im Verkünden lag. Jesus durfte Gott schon als Vater, Freund und mit ihm eins seiendes Wesen erfahren. Danach kann eigentlich nichts weiteres kommen, als Seine Wiederkehr. Nur eben nicht sofort. Ich glaube einfach, er lässt sich sovel Zeit, bis sein Sturm wirklich den Frieden bringt, weil alle in der Liebe sind. Daher widerspreche ich auch Leonard Cohen, der sang "I've seen the future, it is murder." Natürlich kann man immer morden, wenn man da Lust drauf hat. Und man kann sich auch immer wieder ermorden lassen und denken, man kommt zerschnipselt oder weggeblasen schneller zu Gott. Nur ist das ja nicht so wirklich ergiebig. Ich glaube, Gottes Fülle möchte sich so in uns ergießen, dass wir danach noch ein Leben hinkriegen. Mir behagt der Gedanke von Jesus als "Lord of the Dance", wie ihn die Iren besingen. Daher auch in diesem Sinne mein heutiges Gedicht. Frohes neues Jahr.

Dein begeisterter Patrick



Andreas Vierk (02.01.2021):
Lieber Patrick, deine massive theologische Darlegung habe ich zu etwa der Hälfte gelesen, die andere Hälfte überflogen. Ich stimme dir natürlich bei. Ich habe mit vor über 10 Jahren mit all dem beschäftigt. Aber ich bin kein Theologe, sondern nur ein kleines, ahnungsloses Würstchen. Diesen Cohen habe ich nie gehört. Der kann ja dann auch nichts mit meinem Gedicht zu tun haben. Ich sag mal "Happy New Year, Miss Sophie!" und verbleibe als dein stolpernder Butler ("Servus" ist Latein und bedeutet "Dein Diener")

freude (bertlnagelegmail.com)

01.01.2021
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...Andreas, ein wiederum sehr anspruchsvolles Gedicht, das genau für dich spricht.
Mach weiter so, alter Kämpfer im Neuen Jahr mit voller Kraft.
LG Adalbert.

Andreas Vierk (01.01.2021):
Lieber Bertl, hoffen wir das Beste für uns alle. Wenn uns nicht allzu viel überfordert, wird es hoffentlich ein friedvolles Jahr. Das wünsche ich uns allen! LG Andreas

Renate Tank (renate-tankt-online.de)

31.12.2020
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Wieder ein inniges Gedankenverweilen bei Gott,
dem Schöpfer von Allem, mit dem Vertrauen,
dass Alles von Ihm Durchströmte und Erschaffene
einst wieder in "sein Reich" zurückfießt:
Einmündung in das Ewige Sein.

Alle Menschen, die von diesem Glauben und von
dieser Sehnsucht getragen werden, werden diese
Gedankeninnigkeit spüren und lieben. Sie werden
weiter daran wachsen, denn deine Worte sind
mutiges Bekenntnis, dessen Frucht TREUE heißt.

Liebe Grüße in die ausklingenden Stunden von 2020
sendet dir Renate













Andreas Vierk (01.01.2021):
Liebe Renate, ich danke dir für deinen verständnisreichen Kommentar, über den ich mich sehr gefreut habe! Ich kann dir erst jetzt antworten, da ich bei jemandem zu Gast war. Liebe Grüße ins neue Jahr mit hoffentlich viel Gesundheit, Lebensfreude und Hoffnung sendet dir Andreas

rnyff (drnyffihotmail.com)

31.12.2020
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Für die Ungebildeten unter uns, zu denen ich mich zähle, aus Wikipedia: *Das Pleroma (griechisch, πλήρωμα pléroma „Fülle“) ist bei den Gnostikern das Glanz- und Lichtmeer, als Sitz der Gottheit, von wo alles Gute ausströmt." Jetzt weiss ich es, aber kann mir nichts daruter vorstellen, sowas wie Albtraum denke ich. Aber auf jeden Fall ein schönes Gedicht, je weniger ich begreife, umso herrlicher wird es. Drum sage ich Dir, weiter so, vielleicht habe ich noch eine Chance. Dir alles Gute, Robert

Andreas Vierk (31.12.2020):
Lieber Robert, wenn du - auch als Atheist - das Neue Testament lesen würdest, dann könntest du mich besser verstehen. - Aber dann wären meine Gedichte ja weniger herrlich für dich... Einen Guten Rutsch wünsche ich dir und deiner Gattin. Kommt gut ins neue Jahr, Andreas

tryggvason (olaf-lueken2web.de)

31.12.2020
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Schönes Gedicht ! Danke.
HG Olaf

Andreas Vierk (31.12.2020):
Gerne! Guten Rutsch! Andreas

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Das "Lichtermeer als Sitz der Gottheit"! Richtig? Wie auch immer Andreas, da muss ich mir noch Gedanken darüber machen! Oder ist dies etwas, das der Zukunft in positiver Art bezogen ist? Wie auch immer, Dir viele liebe Grüße und Wünsche für 2021 der Franz

Andreas Vierk (31.12.2020):
Gut gegooglet, Franz! Das Gedicht ist nochmal eines der schwereren Art, wenn man sich nicht an meinen Mystizismus gewöhnt hat. Sterben müssen wir alle mal, aber wenn man glaubt, stehen Leben und Sterben unter dem gleichen positiven Vorzeichen. So ähnlich hat es Paulus, meine ich, auch ausgedrückt. Es bleibt trotzdem immer die Frage, was für ein merkwürdiger Traum das Hiersein ist... Ich habe übrigens durchgehend neutestamentliche Bilder benutzt. LG mit Gesundheitswunsch fürs neue Jahr, Andreas

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