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„Auf der Vulkaneiffel“ von Patrick Rabe

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tryggvason (olaf-lueken2web.de)

02.02.2021
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Die Vulkaneifel ist ein wunderschönes Stück Deutschland. Reich an Natur, reich an Geschichte,
wenn ich an Maria Laach (Romanik) denke. Danke für dein tolles Gedicht !
HG Olaf

Patrick Rabe (05.02.2021):
Danke, lieber Olaf. Das ist so. Und Maria Laach kenne ich selbverständlich auch. Nur natürlich wollte ich mit meinem Gedicht auch die Traumata dieser Gegend und auch die meiner eigenen Familie berühren. Meine Familie mütterlicherseits stammt aus dem Westerwald und ist "halbjüdisch". Es gibt in dieser Familie die Tendenz, "mit dem 3. Reich nichts mehr zu tun haben zu wollen", weil man - bzw. meine Großeltern sowohl Opfer als auch Täter waren, und zudem hochreligiös. Und auch wenn meine Großeltern bereits als ich geboren wurde (1976) von all dem auch innerlich selbverständlich weit weg waren, und ganz nette, alte Menschen waren, merkte auch ich dort als Kind zumindest unterschwellig die Tendenz, natürlichste Dinge zu leugnen. Mein Cousin, der dort im Dorf meiner Großeltern ja lebte, muss das permanent empfunden haben. Jedenfalls konnte es geschehen, wenn wir, wie im Beispiel dieses Gedichtes irgendetwas aus dem Fernsehen nachspielten, dass dann meine Oma reinkam, vor Entsetzen schrie, im Dorf Alarmglocken läuteten, und uns irgendeiner meiner Verwandten erklärte, dass die Welt in 7 Tagen entstanden ist, und dass in Schulbüchern nur Lügen stehen, denn wie es wirklich sei, das wüsste man doch. das stünde ja in der Bibel. Konkret haben wir damals nachgespielt, dass eine dreiköpfige Familie, die in eine Vulkanspalte gefallen war, wider allen Erwartens gerettet worden war. Was das mit der bibel zu tun haben soll, haben wir in dem Moment glaube ich beide nicht begriffen. Und dass man auf einer Nähmaschine ein Morsegerät darstellen kann, fanden wir als ca. 6-Jährige normal. Ob wir deswegen heute alle von Gehimheimdiensten überwacht werden müssen, entzieht sich unsetrer Kenntnis. Dass wir es trotzdem werden, wissen wir leider (oder zum Glück). Meine Großeltern haben auch immer behauptet, dass es in der Vulkaneiffel (sorry, das schreibt man wirklich so, ich kenne aber auch die Schreibweise mit einem "F",) seit über 50 Jahren kein Erdbeben mehr gegeben hat. Leider (oder zum Glück) habe ich dort um 1985 herum wirklich mal eins erlebt. Damals war ich schon alt genug, um zu wissen, was ein Erdbeben ist. Die Häuser haben gewackelt, und Tassen und Bücher fielen aus den Regalen. Leider (oder zum Glück) gibt es so etwas nicht nur in San Francisco. Man kann es überleben. Ich habe es ja auch überlebt. Und ich weiß, dass hochreligiöse Menschen immer alles Normale leugenen, bis es doch passiert. Aber dann "ist es eine Strafe oder Belohnung Gottes". Aber immerhin kann ich euch alle, die ihr bereits im "wilden von Verschwörungsmythen umrankten 21. Jahrhundert" geboren worden seid, beruhigen. Außerirdische stecken nicht hinter Erdbeben. Jedenfalls habe ich damals dort keine gesehen. Und auch Juden, die vor Fernsehern sitzen, verursachen dadurch keine Erdbeben. Jedoch hat mich nach dem ca. 5. Anschauen des amerikanischen Filmes "Signs" der Verdacht beschlichen, dass der Film irgendetwas mit meiner Familie und dem erdbeben in der Vulkaneiffel von 1985 zu tun haben könnte. Die Wohnzimmerszenen zumindest erinnerten mich irgendwann frappant an das Wohnzimmer meiner Großeltern. Und ich glaube nicht, dass das irgendetwas mit einer psychischen Krankheit (Paranoia) meinerseits zu tun hat. Nur ist mittlerweile doch bitteschön verifizierbar erwiesen, dass die Amerikaner auch 1985 schon deutsche Wohnungen abgehört haben. Dass man daraus nach 20 Jahren in Hollywood Filme macht, finde ich nicht schlimm. Aber dass sich dann niemand darin widererkennen darf, ohne in die Psychiatrie zu müssen, finde ich äußerst bedenklich. Liebe Grüße, Patrick Rabe

freude (bertlnagelegmail.com)

02.02.2021
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Patrick unwahrscheinlich, welche Themen dich berühren,
hab's gern gelesen, ließ mich dort hin verführen.

LG Bertl.

Patrick Rabe (05.02.2021):
Lieber Bertl, ich empfehle dir und Franz noch einmal meinen Re-Kommentar an Olaf. Der erklärt das Gedicht noch ein bisschen besser. Alles Liebe, Patrick Rabe

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Zur Vulkaneifel lieber Patrick da "muss" man sagen, eine traumhaft schöne Region die man niemals vergessen kann! Auch die Mitmenschen dort mag ich sehr! Grüße Franz

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