Kommentare unserer Leserinnen und Leser zum Gedicht

„Medusa“ von Andreas Vierk

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Hanns Seydel (rudiger160965gmx.de)

10.04.2021
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Guter Andreas,

toll, dass Du Dich weiterhin meldest, Du holst jetzt wohl die Wochen der "e-stories-Enthaltsamkeit" nach, Klasse und sehr wichtig !!!
Der Titel Deines hervorragenden Gedichtes (genialer 3strophiger 5Zeiler, absolut Note 1) erinnert direkt an Medusa in der griechischen Mythologie. Nur am Rande : Ich hatte vor, demnächst ein diesbezügliches Gedicht zu verfassen, der Titel "Medusa" stand schon fest (rein gedanklich trage ich mit mir neue Ideen tage- oder sogar auch wochenlang herum), denn bekanntlich sind ja Themen aus dem Bereich der Mythologie eine meiner Hauptgebiete; aber JETZT hat DEIN herrliches Gedicht meiner Idee den Rang abgelaufen (wenn ich meine Idee verwirkliche, dann überlege ich mir hinsichtlich des Werktitels etwas Anderes).
Die gewählte Kategorie "Surrealistisches" trifft Dein Werk natürlich bestens und bewegt sich in manchen tragischen Passagen in Richtung Ballade. Die Formulierungen sind derart interessant ausgesucht (intellektuell hochstehend), dass man jeden Vers mehrfach lesen muss !!
Schon die erste Strophe ergreift durch ihre Tragik ("... abgeschnitten, ... ausgelitten,"). Die zweite Strophe, das formale Zentrum des eindrucksvollen Gedichtes, ist an Lyrik nicht zu überbieten ("... Flug
... Traum ... Taubenschlag ... Quell und Wasser"), man schmelzt regelrecht dahin. Die dritte Strophe hat schon einen herrlichen Anfang ("... Lippen aus"), dann kommt Tragik ("... Mörders ...") und der letzte Vers krönt abschließend das grandiose Gedicht ("... ihr Rock und Riegel") - Ergreifend !

Mir kamen bei Deinem Werktitel sofort das Gemälde "Das Haupt der Medusa" von Rubens und der Film "Der Schrecken der Medusa" (Hauptrolle Richard Burton) in den Sinn.
Neben Deinem Gedicht sieht man "Septemberstrand: Gedichte von Andreas Vierk - Taschenbuch". Du schreibst also seit Deinem zehnten Lebensjahr ! Dann bist Du ja ein Mozart der Dichtkunst, der mit 10 anfing, zu komponieren - ganz toll, Andreas !!
Ja, Deine Gedichte haben einen ganz, ganz besonderen Wert; diese Faszination, dass man Deine Gedichte so gerne liest !!
Und Du wählst für Deine Gedichte ein rein optisch hervorragendes Erscheinungsbild, ich nehme an, Du schreibst auf Arial 14 oder 16 - das Auge liest ja mit.

GLG Dir von einem begeisterten Hanns

Andreas Vierk (10.04.2021):
Lieber Hanns, du kannst dein Gedicht gerne auch "Medusa" nennen. Niemand wird eine Parodie darin sehen. Ich habe auch keinen urheberrechtlichen Daumen auf Thema und Überschrift. Das gibt es bestimmt schon mindestens 100 mal in der Literatur. Und zum Septemberstrand (meinem Erstling von bislang 6 schmalen Bänden): Er ist von 2014. Ich hab zwar mit zehn meine ersten Versuche gestartet, aber die Jugendsünden sind verschwunden. Mit dem besten aus den 40 letzten Jahren habe ich das Bändchen gestaltet, das ich "Das Buch der Lilien und Amseln" nannte. Es sind meist freie, ungereimte Verse in absoluter Metaphorik. Und genau da möchte ich auch wieder hin! Wenn der Band mit den Quintetten fertig ist, ist es soweit. Danke für deinen Kommentar! LG Andreas

Renate Tank (renate-tankt-online.de)

09.04.2021
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Hallo Andreas,
verworren sind die griech. Göttergeschichten.
Da kamen schon viele, sie vortrefflich zu lichten...
Auslegungen gehen sehr oft auseinander.
Doch als Dichter kann man Bänder schlingen,
die als Metaphern einladend und rätselhaft klingen...

Die Medusa hat 's heute noch schwer,
"gerecht" begriffen zu werden.
Auf Neid und Missgunst zielte vieles ab.
Göttin Athene schaufelte ihr langsam ein Grab,
weil sie ihr den Akt mit Poseidon
- aufgrund ihrer unermesslichen Schönheit -
nicht vergab.
Die Göttin der Weisheit verwandelte sie
in eine Schreckensgestalt, die noch heute
in vielen Köpfen wallt...

In Angstlabyrinthen kriechen auch heute
noch Frau und Mann, weil diese Geschichte
nicht wirklich ein Ende nahm.

Und mancher, der ihr, Medusa,
im Heute begegnet,
sieht nicht das "Schlangenhaupt".
Solange das Glück auf sie beide regnet,
bleibt alles wohl vertraut.
Der kalte Stein wohnt in uns allen.
Vielleicht auch als Schutz
vor fiesen, unberechenbaren Fallen...

Bei deinem Gedicht bin ich geneigt zu sagen:
deine "steinige Welt" muss man nur übertragen
aus alter Metapher zu den heutigen Tagen.
Für mich scheint es wie ein trutziges aber
befreiendes Erheben "aus altem Geröll".
Aber vielleicht war für mich auch ein misslicher
Flüsterton zur Stell'.

Nur dir allein kann es bekannt sein!
Denn als Dichter kann man Bänder schlingen,
die als Metaphern äußerst rätselhaft klingen...
Gerade deshalb spornen sie an zum Nachsinnen.

Liebe Gedankengrüße sind auf dem Weg
- Renate

Andreas Vierk (09.04.2021):
Liebe Renate, wie du schon sagst, kann der Dichter Bänder schlingen, also andere Verbindungen zustande bringen. So wirkt meine Medusa nicht versteinernd, sondern verflüssigend. Sie macht ihre Schuld wieder rückgängig. Cellini hat seinen Perseus extra in Opposition zu den anderen Statuen im Loggia dei Lanzi aufgestellt, besonders zum David von Michelangelo, und zwar um ihn zu ehren. Der David sollte also so lebensecht aufgefasst werden, als würde ihn nur die Medusa zu Stein werden lassen können. Als ewiges Schreckgespenst in der Beziehung Liebender ist mir die Medusa nicht bekannt, obwohl es in meinen Beziehungen öfters Momente gegeben hat, in denen ich in Schockstarre gefallen bin. Liebe Grüße von Andreas

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Hallo Andreas. Da Medusa „sterblicher Form“ war, so konnte man, um sie zu beseitigen den Kopf abschneiden! Einem Fluch bezogen brachte sie die Männer in Verlegenheit, die in Liebe zu ihr, zu Stein wurden! Ich komme in Aufrichtigkeit nicht klar mit Deinen Gedanken und ich bin überzeugt, Du erklärst mir alles. Dennoch mit Interesse und „Neugier“ sehr gerne gelesen. Grüße noch immer mit Augenkummer der Franz

Andreas Vierk (09.04.2021):
Lieber Franz, ich verweise mal auf die Re-Kommentare zu Bertl und Olaf. Mehr kann ich dazu auch nicht sagen. PS: Das mit deinem Auge tut mir sehr leid. Das muss doch mal besser werden! LG von Andreas

tryggvason (olaf-lueken2web.de)

08.04.2021
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Deine Medusagedanken gefallen mir irgendwie ganz und gar
nicht. Dennoch finde ich die Kraft deiner Sprache betörend !
HG Olaf

Andreas Vierk (09.04.2021):
Guten Morgen Olaf, da war ja mal einer ehrlich. Aber warum gefallen dir die Gedanken nicht? Schade, dass du das nicht gesagt hast. Ist mir da was Kontroverses gelungen? Und wenn ja, was ist es? Einer kopflosen Frau noch "Rock und Riegel" heben zu wollen, ist schon pervers und erinnert vielleicht an einen amerikanischen Serienmörder (den Namen habe ich vergessen). Wenn man die letzte Strophe aber für sich liest, ist das Satzobjekt nicht die Medusa, sondern die Zeit. Aber vielleicht habe ich die Zeit ja mit ihr gemeint? Ist es das, oder stieß dir was anderes auf? Liebe Grüße von Andreas

freude (bertlnagelegmail.com)

08.04.2021
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Die Gorgone ist sehr schwer zu zähmen,
ich würd nicht mal eine Lippe nehmen;
doch dich int'ressieren verworr'ne G'stalten,
ehrlich g'sagt, kannst so ein Monsterweib behalten.

Andreas, ein Schmunzelgruß von Bertl.


Andreas Vierk (08.04.2021):
Lieber Bertl, MEINE Medusa macht aber beweglich, was versteinert war. Ich dachte ein bisschen an Cellinis Perseus in Florenz. Medusas Kopf sieht erher wollüstig lockend aus. Übrigens haben sie und der knabenhaft androgyne Perseus Gesichter, die auf eine Verwandtschaft schließen lassen. Am Hinterkopf hat er noch ein altes, bärtiges Gesicht, wie Janus. In Cellinis Perseus-Statue geht es also sehr um Gesichter. MEINE Medusa ist aber wieder ganz anders. LG Andreas

readysteadypaddy (onkel.merlinweb.de)

08.04.2021
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Naja, ich weiß nicht, ich bin da eher das kleine Mädchen Penny, das von Madame Medusa und ihrem Schergen Snoops entführt wurde. Natürlich bin ich auch der beherzte Mäusepolizist Bernard, der mit seiner Bianca auf die Suche nach Penny geht und wer der trudelnde Albatros Orville ist, weiß ich auch. In diesen Zeiten gibt es vor allem ein Gebot: Nicht eins werden mit den Krokodilen Nero und Brutus,sondern auf den Flügelschlag eines Orville, vielleicht auch einer Möwe Jonathan vertrauen. Orville wird in der deutschen Synchronisation von Harald Juhnke gesprochen. Vielleicht ist das kein Zufall. Harald heoßt ja auch dasletzte Schaf, das Otto Waalkes besingt, bevor die reiche Mutter seiner Angebeteten immer einpennt. Da muss man genau aufpassen. Es ist nicht Harald, der einpennt. Es ist die Madame Medusa-Hure Babylon- Ich hab doch schon gewonnen- Tante, die auch wie Dürrenmatts alte Dame mit Geldscheinen wedelt.

Die Kleinen und Schwachen werden siegen. Merkwürdig, mhhh. aber ich vertraue darauf. Denn sie haben das Kind in Not noch im Blick. Perseus besiegte die Medusa, als er rückwärts ging und sie mit einem Spiegel in der Hand köpfte, um nicht in ihre tödlichen Augen blicken zu müssen. Das kann ein Hinweis auf einen Weg in die Vergangenheit sein, aber auch ein Bild dafür, dass man ohnehin nur jemanden töten kann, dem man nicht in die Augen sieht, sondern, den man nur im Spiegel seiner eigenen Projektionen erkennt. Perseus kann das nur tun, weil er die Hilfe von Hermes und Athene hat. Ich glaube, unsere Hybris, alles ohne Gottes Hilfe machen zu wollen, und nicht auch enmal auf unsere zarten Seiten zu hören, ist das Problem. Ein besoffener Albartos ist keine Möwe. Aber ein Vogel, der groß genug ist, am Himmel gesehen zu werden. Und es ist kein Adler, kein Falke und kein Geier.

Alles Liebe vom Lerchenmann

(der Meisenmann ist ja bekanntlich Helge Schneider)

Andreas Vierk (08.04.2021):
Also ich repetiere noch mal: Du liest die Überschrift, die dich an einen Zeichentrickfilm erinnert. Über sämtliche anderen Trickfilmfiguren wird jetzt referiert, was mit meiner Überschrift überhaupt nichts zu tun hat. Seltsamerweise - und für dich eigentlich atypisch: Du kommst tatsächlich wieder auf die Überschrift zurück, um mit Mythologie zu glänzen. Dann noch mal kurz der Zeichentrickfilm. Nun ist ja so, dass unter der Überschrift eine Menge Buchstaben hängen. Das nennt man Gedicht. Und darüber hast du überhaupt nichts gesagt. Ich weiß, dass du ein ganz lieber Mensch bist, der es nicht spöttisch meint. Auch kann ich mir keinen Wunschkommentar aussuchen, wär ja auch langweilig. Aber Referate wie deins waren unter anderem der Grund für meine zweimonatige Abwesenheit von e-Stories. Naja. Trotzdem danke. LG Andreas

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