Kommentare unserer Leserinnen und Leser zum Gedicht
„Was uns zu deutschen Städten einfällt: Fülle, Kippen (...)“ von Patrick Rabe


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Gitti Frey (brifrey1909gmx.de)

19.05.2021
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Als ehem. DDR-Bürger hasse ich linke Gesinnung, aber auch zu stark rechte Gedanken! Beides ist für die Menschen und die Zukunft gefährlich! Was jedoch angebracht wäre, ist VERSTAND! Der ist vor allem in der Politik zurzeit schmerzlich zu vermissen! Deshalb pflichte ich von allen Kommentaren noch am ehesten dem von BERTL zu!
Bleib kritisch, aber so, dass du dich nicht angreifbar machst!
Es grüßt dich Brigitte F.

Patrick Rabe (19.05.2021):
Das ist so, Brigitte, jedoch ist natürlich "westliches" Linssein ein bisschen was anderes, als das, was die SED gemacht hat. Für mich beruht es auf Tolenzanz und sozialer Gerechtigkeit. Jedoch die Tatsache, dass in unseren Parks und teilweise auf offener Straße Menschen von Farbigen gewaltsam angegriffen werden, finde ich nicht mehr tolerierbar. Das hat auch nichts mehr mit links, rechts oder rassistischem Gedankengut zu tun. Nur sehe ich auch keine Lösing in antifarbigen Lynchmobs, einer radikaleren Politik, meinetwegen AfD, NPD, KPDML (gibt es wieder!!!) und ähnlichem, sondern vor allem in Aufklärung, und im Verstehen dieser Phänomene. In meinem heutigen Gedicht versuche ich etwas dafür zu tun. Natürlich muss man auch Opfern solcher Gewalt helfen. Patrick Rabe

Renate Tank (renate-tankt-online.de)

18.05.2021
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"Ich selber bin ein überzeugter Linker (und leider auch immer noch Christ...und nicht Atheist)..."

Was in der Klammer steht, mit dem Wort "leider" voran - ich dich schon länger nicht mehr als
solchen wahrnehmen kann! Da klopften wohl etliche Dämonan an, die sich so gut verstellten, dass
sie dich rissen aus deiner Bahn. Zu viel Gespaltenheit.

Bedenkliche Grüße - Renate

Patrick Rabe (19.05.2021):
Liebe Renate, ich habe das gedicht aus einer starken Betroffenheit heraus geschrieben. Schon seit Wochen kommt es im Park in der Nähe meiner Wohnung immer wieder zu Übergriffen von Farbigen auf deutsche, und teils auch türkische Anwohner. Die menschen werden zusammengeschlagen, und teilweise auch mit Messern attackiert. Fast tagtäglich hört man hier Polizei-und Krankenwagensirenen. Auch ich bin schon von farbigen angegriffen worden, sowohl bei mir im Wohngebiet, als auch in der U-Bahn. Und wenn man dann krankenhausreif geschlagen worden ist, fällt es schon etwas schwer zu sagen: "Du lieber, christlicher Bruder, ich vergebe dir.". Dennoch weiß ich, dass das Problem deutlich tiefere und weitreichendere Ursachen hat, als ich gestern,in dem Gedicht zum Ausdruck bringen konnte. Über die habe ich aber schon oft gesprochen und auch geschrieben. Und wenn das nicht zur Kenntnis genommen wird, und entsprechend gehandelt wird, bleibt mir oft nur Hilflosigket und Wut. Ich habe gegen keinen einzigen Farbigen etwas, der hier schon lange lebt, freundlich ist, und mit unserer Kultur klarkommt. Ich habe ja auch farbige Freunde. Aber farbige Menschen, die hierherkommen, entweder mit Voodooglauben oder die in Afrika oder Amerika in Pfingstkirchen missioniert wurden, und denen beigebracht wurde, dass man Leute, bei denen man meint, einen bösen Geist wahrzunehmen, am besten zusammenschlägt, um ihn auszutreiben, gehören nun wirklich nicht hierher. Wenn man ihnen ausreichend deutsch beibringen würde ( was ja meistens nicht der Fall ist), und man ihnen unsere Art des Christentums ruhig und normal erklären könnte, wäre das ja alles nicht so schlimm. Aber ich habe es neulich schon wieder erlebt, dass ich in der U-Bahn saß, still meinen Gedanken nachhing, und dann ein Farbiger urplötzlich aufsprang, schrie: "Besessen!?" und mich schlagen wollte. Und so etwas passiert hier vielen. Und das kann man drehen und wenden, wie man will, das geht einfach nicht. Vielleicht magst du mal mein heutiges gedicht lesen. Es ist wieder eine deutlich versöhnlichere Herangehensweise an die ganze Sache. Ich habe aber auch nicht immer den langen Atem, diese ganzen Dinge differenziert zu behandeln. Zumal vielleicht schon wieder, während ich schreibe, Leute im Park vermöbelt werden. Dennoch möchte ich deutlich vor Lynchjustiz oder dem Wählen von rechten oder anderweitig faschistischen Parteien warnen. Und natürlich bin ich noch Christ. Nur manchmal kann man auch verzweifeln. In meiner Bibel steht nämlichnicht "Ihr sollt parteiisch sein, und nur denen helfen, die auf eurer Seite stehen, und jubeln, wenn jemand, den ihr für böse haltet, in die Fresse kriegt" (das ist meines Wissens eher der Tenor des Korans), sondern "Segnet alle, denn euer Vater im Himmel lässt seien Sonne aufgehen über Böse und Gute und lässt regnen auf Gerechte und Ungerechte.". Und das ist eine Haltung, die ja nicht in Indiffenzenz und Nichtstun führen darf, sondern eigentlich dazu führen sollte, dass ich für den Partei ergreife, der zusammengeschlagen wird, und ihm helfe, wenn ich es kann. (Natürlich nicht, indem ich alleine dazwischengehe, und wir dann beide zusammengeschlagen werden. Das bringt auch nichts.). Aber mangelnde Zivilcourage finde ich schon eklig, das muss ich sagen. Und in diesem Punkt finde ich diese ganze rassismusdebatte eine Augenwischerei. Es ist doch nicht der Punkt, ob ein Farbiger,ein Weißer, ein Mann, eine Frau oder ein Kind zusammengeschlagen wird. Der Punkt ist, DASS jemand zusammengeschlagen wird. Auf die tieferen Gründe für all das gehe ich in meinem heutigen Gedicht ein. Alles Liebe von Patrick

Andreas Vierk (Andreasvierkgmx.de)

18.05.2021
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Lieber Patrick,
habe ich das richtig verstanden? Bei euch in Hamburg gibt es dunkelhäutige Mitbürger, die deine Gedanken lesen können und mit dem Messer über dich herfallen? Sind das die Außerirdischen aus deinem Vorgängergedicht? Deine fortschreitende Xenophobie scheinst du aber doch zu registrieren, da du dich ja immer wieder deiner linken Gesinnung vergewisserst. Oder ist das ganze Ding eine Satire? Ein Satz in deiner Anmerkung erinnert mich frappant an einen Spruch von den Monty Phytons: "Aggressive alte Omas fallen über starke, wehrlose junge Männer her". Vielleicht ist das der Schlüssel zu diesem Gedicht? Etwas rechtslastige Gesinnung erkennt man übrigens auch an der übermäßigen Betonung es Wortes "Neger" ("Huuh! Die Merkel-Diktatur will mir verbieten, Neger zu sagen!") Das Wort wird ja tatsächlich aus der Literatur gestrichen, was mich als Literat ein wenig schockiert, aber dies mit dem Füßchen aufstampfen passt gut zu der oben erwähnten Xenophobie. Geht es dir gut?
Obsorgend A. Vierk


Patrick Rabe (19.05.2021):
Lieber Andreas, ich glaube nicht, dass diese farbigen meine "Gedanken lesen können". Wenn sie es könnten, würden sie nicht auf mich losgehen. Aber sie können laut eigener Aussage Auren wahrnehmen. Damit kann ich etwas anfangen, bin aber auch da skeptisch, ob das nicht immer auch einer gewissen Unschärfe unterworden ist. Und gerade wenn jemand kein deutsch spricht und aus einer gegend kommt, wo es keine Städte, keine U-bahnen und keine Häuser in unserem Sinne gibt, kann es da schon zu Dingen kommen, die etwas heftiger sind als nur "Verständnisschwierigkeiten". Ich habe keine Xenophobie. Unter anderem deswegen nicht, weil diese Phänomene für mich ja nichts "Fremdes" sind, sondern ich sie ja sogar inhaltlich verstehe. Zudem sind mir menschen aus der "schwarzen bzw. farbigen Community", die hier schon lange leben, sehr sympathisch, und ich komme auch mit ihrer Kultur klar, egal ob sie christlich oder irgendwie anders strukturiert ist. Das liegt aber unter anderem daran, dass wir uns sprachlich verständigen können (entweder auf Deutsch oder auf Englisch). Selbst ein Voodoogläubiger,der hier lange lebt, und gut deutsch spricht, würde ja nicht auf die Idee kommen, jemanden in der U-Bahn zusammenzuschlagen, wenn er denkt, dieser Jemand hätte einen bösen Geist. In meinem Gedicht (gerade auch in seiner Überschrift) karikiere ich vor allem die Fragebögen, die Farbige und andere "Asylbeweber" auf der (immer noch sogenannten) Ausländerbehörde bekommen, und die Tatschae dass sie teilweise deutsch nicht im Kontakt mit Deutschen, sondern mit Wörterbuchkursen und Simultanübersetzungshilfen über Hör-CD's, MP3's und Kopfhörer lernen. Und das halte ich für unzureichend und langfristig auch für einen riesen Fehler. Unter anderem deswegen, weil es nicht alltagstauglich ist. Und "Neger" sage ich normalerweise überhaupt nicht. das sagt man in Hamburg schon seit den 80ern Jahren des letzten Jahrhunderts nicht mehr. Man muss natürlich zur Kenntnis nehmen, dass sich ie farbigen im scherz untereinander ja auch "Nigger" nennen. Und dass man das Wort "Negerjunge" aus "Jim Knopf" streichen will, halte ich für recht katastrophal. (Unter anderem deswegen, weil Jim Knopf eine positive Figur ist, und man in den 1960ern, als Michael Ende das Buch schrieb, noch "Neger" gesagt hat. Im Prinzip wäre das so, als wenn man aus Goethes Faust die Worte "Teufel" und "Archonten" streichen wollte. Ich finde einfach, die Politik sollte sich Sachfragen widmen, und sich nicht andauernd zensierend in die Kunst einmischen. Jedenfalls nicht in harmose Kinderbücher. Lies doch bitte zu der ganzen Sache auch meinen Kommentar an Renate und mein heutiges Gedicht. Alles Liebe von Patrick

freude (bertlnagelegmail.com)

18.05.2021
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...Patrick, dass das so ausartet, liegt meines Erachtens nicht an einer Zahl dieser Schwarzen, sondern viel mehr am Staat und ihrer Exekutive und so gesehen ist jede Verallgemeinerung falsch. Es gibt genügend Ausländer, die sich gut verhalten und die werden ungerechterweise mit hinein gezogen.
LG Bertl.

Patrick Rabe (18.05.2021):
Ja, Bertl, ich weiß. Wer, wenn nicht ich. Ich lebe hier in einem Multikultistadtteil. Hier gibt es Türken, Araber, Chinesen, Italiener, Inder, Ghanesen und so weiter und so fort. Und auch (immer noch...) 'ne ganze menge Deutsche. Und das alles schon seit über 30 Jahren. Also wenn irgendwo Multikulti immer funktoniert hat, dann bei uns. Nur... Ich glaube, da spreche ich allmählich für alle aus Hamburg Langenhorn: NU IS SCHLUSS. Toleranz hat Grenzen. Abmetzeln lassen wollen wir uns hier nicht. Punktum. Alles Liebe von Patrick

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