Kommentare unserer Leserinnen und Leser zum Gedicht
„Jesus, Maria, Johannes“ von Patrick Rabe


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Andreas Vierk (Andreasvierkgmx.de)

31.05.2021
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Lieber Patrick,
ich verstehe Anschi, dass sie sich in ihrem Glauben gekränkt fühlt. Ich tue es nicht. Aber man sollte keine auf Namensverwechslung basierende Privattheologie aufbauen, und dann der evangelischen Kirche vorwerfen, eine einseitige Theologie zu betreiben. Glauben kannst du natürliches alles, und wer was von seinem Ego ausposaunt, ist auch jedem selbst überlassen. Selbst, wenn wir aufgrund einiger biblischer Andeutungen davon ausgehen, dass Maria von Magdala Jesu Frau war, ist sie noch lang nicht mit seiner Mutter identisch. Auch gibt es mindestens drei Johannesse im Neuen Testament. Am Ende war der Johannes unterm Kreuz Johannes der Täufer. Der war zwar zu der Zeit schon tot, aber man kann ja die ganze Zeitrechnung auf den Kopf stellen, nur weil es in dieser Zeit einige Modenamen gegeben hat. Im Koran gibt es eine Stelle, in der die alttestamentliche Miriam mit Mutter Maria verwechselt wird. Da werden locker 2000 Jahre gestrichen. Also ein bisschen sollte man sich schon am Text orientieren. Sonst könnte man ja gleich Streichhölzer übers I Ging schmeißen. Auch eine Form der Erkenntnis.
LG Andreas

Patrick Rabe (01.06.2021):
Lieber Andreas, ich dachte immer, du wärst Mystiker, und zudem Poet. So und nicht anders istmein Gedicht zu verstehen, und nicht als historische festschreibung im Sinne historisch-kritischer Religionsforschung. Über die esoterisch-mystische bedeutung von Namensgleichheiten, Wandlung, Transfiguration und ähnlichem weiß die christliche theologie schon eine ganze menge zu sagen, auch die Evangelische, und auch, ohne ein einziges Wort an der Schrift zu verändern, oder falsch zu übersetzen. Wenn ich mich recht erinnere, hatte ich in den Kurzgeschichten auf e-stories vor ca. einem bis anderthalb jahren eine Menge zur Mystik der Frauengestalten des alten und neuen Testament geschrieben. Und was den Koran und Mirjam angeht. Das ist ganz einfach. Maria (ein ins griechisch transponierter, hebräischer Name), lautet auf hebräisch und aramäisch "Mirjam", im Koran übrigens "Marjam" geschrieben. Das heißt, in der Jesu-Geburtsgeschichte, wie sie im Koran steht, ist schon Maria gement, und nicht Mirjam, die Schwester des Mose. Das würde auch kein gebildeter Muslim, und erst recht kein Imam so verbreiten. Was einem "gwöhnliche Moslems" so auf der Straße erzählen, ist allerdings oft genauso sehr oder wenig stichhaltig, wie das, was einem "normale dreiviertelinformierte Christen" oder "Einmal-im-Jahr-Kirchgänger" so auf der Straße erzählen. Das die Geschichte im Koran dennoch falsch erzählt ist, nämlich so, wie Mohammed sie vom Hörensagen und aus Teilschriften des Lukasevangeliums kannte, steht auf einem anderen Blatt. In seiner Variante ist - wenn man den Korantext korrekt versteht- Gabriel der Vater von Jesus, was Mohammed offenbar nicht als Blasphemie ansah, (unter anderem, weil Verbindungen zwischen Engeln und Menschenfrauen ja schon im alten Testament geschildert werden, kurz vor der Sintflutgeschichte. Dass dies aber theologisch problematisch ist, dürfte klar sein. Denn die Verbindungen zwischne Engeln und menschen im alten Testament werden als sündig gewertet. Und galten auch als ein Grund für die Sintflut. Aus meiner Sicht ist in der Geburtsgeschichte im Lukasevangelium, bzw. der Geschichte von Mariä Verkündigung Gabriel "nur" der Bote, der ihr diese nachricht überbringt. Und auch mit der Gottessohnschaft ist - denke ich eher etwas mystisches gemeint, als dass "Gott seinen Pimmel in Maria steckte" (Sorry für den laxen Ausdruck, aber wer so etwas denkt, versteht schon die ganze, darauf folgende Erzählung von der unbefleckten Empfängnis falsch...). Ich persönlich deute die geburtsgeschichte jesu und maria "Unbeflecktheit" auf eine Unbeflecktheit der Seele. denn aus Jesu Stammbäumen im Lukasevangelium UND im Mattäusevangelium geht unzweifelhaft hervor, dass Josef Jesu leiblicher Vater war. Ich glaube nach wie vor, wir tun der Religion Gewalt an, wenn wir sie aufs rein phänomeneologisch-materielle und biologische herabziehen und reduzieren. Ich halte die Geschichten der Heiligen Schriften für einen Versuch, Unsagbares sagbar zu machen, und das metaphysiche in dafür geigneten Worten auszudrücken. Gedichte können manchmal dasselbe. Liebe Grüße von Patrick

freude (bertlnagelegmail.com)

31.05.2021
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...Patrick, eine einleuchtende Darstellung, die du uns damit dichterisch gekonnt vermittelst.

LG Bertl.

Patrick Rabe (01.06.2021):
Danke. Diese Darstellung ist dichterisch. Nicht theologisch verbindlich. dennoch ist sie das, was ich empfinde, wenn ich mir beispielsweise Bilder von Jesus am Kreuz mit Maria und Johannes am Fuße des Kreuzes ansehe. Alles Liebe für dich, Bertl von Patrick

Anschi (Anschipostweb.de)

31.05.2021
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Hallo Patrick,
dein Gedicht hat mich sehr befremdet. Unabhängig davon, dass ich den evangelischen Glauben befreiender erlebte, als den katholilschen... gerade und ganz besonders auf die Bibel bezogen...
Jedoch steht an der Stelle, auf die du dich beziehst, ganz deutlich "das ist dein Sohn, das ist deine Mutter"... und ich finde es ziemlich krass, daraus eine sexuelle Beziehung zu machen...
Vielleicht wolltest du damit nur provozieren... das zumindest ist dir gelungen, jedoch empfand ich diese Provoation als Verletzung...
Anschi



Patrick Rabe (01.06.2021):
Das tut mir leid, wenn du das als Verletzung empfandest. Mein Gedicht basiert ein wenig auf der nicht nur in der katholischen Kirche bekannten Marien-Mystik. Unter anderem auf der tatsache, dass der Name "Maria" im neuen Testament sehr oft vorkommt. Das mit der Herleitung der Namen habe ich ja unter dem Gedicht erklärt. Und das Chargieren beispielsweise zwischen Maria Mutter, Maria Magdalena, Maria, der Schwester von Martha u.ä. kennt die Theologie der vergangenen ca. 800 Jahre schon. Man darf sich das nur nicht zu grob irdisch vorstellen. Ich meine mein Gedicht allerdings auch im Sinne einer Beleidigung und Gewalt, die unserer Mutter, der Erde, im letzten und auch in diesem Jahrhundert durch den Menschen, und besonders, um esotierisch zu sprechen, durch das männliche Prinzip angetan wurde. Wir haben die Erde (Eva, Chava) und die Meere (Maria, Mirjam) quasi zu "Huren" gemacht, sie ausgebeutet und verschmutzt. In der Offenbarung des Johannes heißt es: "Die Könige der WELT werden die hure hassen, denn sie sind von ihrem Wein betrunken geworden.". Aus meiner Sicht heißt das: Wer in sich keine himmlische, also göttliche Gründung hat, wird von den Gaben der Erde und es Meeres krank, weil er sie innerlich verhurt, das hießt, zur reinen Materie ohne jeden Geist erklärt hat. Und diese Analogie beziehe ich durchaus auch auf das Corona-Virus und die frage nach Allergien, und das Rätselraten darüber, warum manche Leute an etwas erkranken, und manche nicht. Ich glaube einfach, es ist generell schlecht, Dinge zu verteufeln. Natürlich wird die "Hure Babylon" in der Offenbarung verwüstet. Aber dabei bleibt es ja nicht. Im aus meiner Sicht umfassensden prophetischen Buch, das je geschrieben worden ist - Jesaja- heißt es über den Umgang mit der "Hure" (aus meiner Sicht der verhurten, und kaputtgemachten Schöpfung Gottes): "Ich werde dich für eine kurze zeit aufdecken dass deine schande offenbar werde, dann aber werde ich dich zu neuer Herrlichkeit erhöhen. Ich habe mir ja mal vor ein paar Monaten - in den "Kurzgeschichten" findest du das - die Spekulation erlaubt, ob nicht vielelicht das "neue Jerusalem", das "wie eine Braut geschmückt" vom Himmel für den wartenden König herabkommt, de im Himmel umgewandelte "Hure Babylon" ist. "Alles, was ihr dem geringsten mener Brüder getan habt, das habt ihr mir getan.", sagt Christus. Bestimmt meint er damit auch die Schwestern. Alles Liebe, Anschi. Patrick

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