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„Der Schrei“ von Anschi Wiegand


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Richtig die Worte von Heike liebe Anschi, die Luft muss raus und dies sehr schnell! Grüße Franz

Anschi Wiegand (11.07.2021):
Stimmt, man sollte sie nicht zu lange unterdrücken, sonst explodiert oder implodiert man irgendwann... Lieben Gruß! Anschi

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Wer kennt es nicht, das Gemälde und das Gefühl.
Bei mir ist da eher das Problem, wenn ich dies mache, dann mit voller Leidenschaft, wie das Wort dann schon sagt.
Leiden geschafft, jedoch für den Moment befreiend.
Mein letzter Aufschrei, ging gen Himmel. Ich hatte etwas erfahren, aber konnte die Person nicht mehr Fragen. Eine Antwort habe ich noch immer nicht, aber es etwas geholfen der Aufschrei.

Lg Dirk

Anschi Wiegand (11.07.2021):
Manchmal hilft so ein Schrei einfach, um wieder klarer zu sehen, weil dieser innere Druck, der einen blockiert, dann von einem genommen ist. Und wohin, wenn nicht "gen Himmel" könnte so ein Schrei am besten gerichtet sein?... :-) Lieben Gruß! Anschi

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Liebe Anschi,

wir leben in einer Zeit voller Stress, in der die Toleranz der Menschen auf die Spitze getrieben wird und dass sogar Kleinigkeiten ein Fass zum Überlaufen bringen können.
Ich sehe mit Wehmut, was mit uns geschieht.
Herzlich grüßt Karl-Heinz

Anschi Wiegand (11.07.2021):
Lieber Karl-Heinz, ich glaube, genau aus diesen Gründen müssen wir Menschen Wege finden, unseren "Schrei" irgendwie nach außen zu tragen, ohne dass andere dadurch verletzt werden... Wege finden, uns abzureagieren und neue Kraft zu tanken, damit nicht Kleinigkeiten das innere Fass dann sprengen... Lieben Gruß! Anschi

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Es gehört Mut dazu; denn die Folgen sind nicht vorauszusehen, weil es wenige Menschen gibt, die die Verzweiflung erkennen und verstehen.
Ein tolles Gedicht, Anschi.

Abendgrüße schickt dir Ingrid

Anschi Wiegand (11.07.2021):
Danke, liebe Ingrid! Aus den von dir beschriebenen Gründen unterdrückt man meist auch diesen Schrei... aber gesund ist das nicht. Manchmal kann man ja aber auch einfach irgendwo in einen Wald gehen oder in ein schalldichtes Zimmer, um zu schreien und den Druck abzulassen.... ich glaube, das machen manche Therapeuten mit ihren Patienten auch. Lieben Gruß! Anschi

ibaum

10.07.2021
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Der Schrei löst den Gefühlsstau und befreit die eingesperrten Gefühle. Lässt man seinen Gefühlen freien Lauf, geschieht oftmals Wandlung – hinter ursprünglich „erstickten“ Gefühlen zeigen sich die „wahren“ Gefühle. Wer diese dann zulässt, kann z.B. tiefer in die Selbstreflexion einsteigen, um sich zumindest
teilweise (lang) verdrängte Gefühlsbotschaften bewusst zu machen.
Liebe Grüße - Ingrid

Anschi Wiegand (11.07.2021):
Liebe Ingrid, eine gute Analyse! Ich denke auch, wenn man den Stau gelöst hat, kann man manches Problem ganz anders lösen, weil man innerlich befreiter sich damit auseinandersetzen kann, ohne diesen inneren Druck. Nachdenkliche Grüße! Anschi

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Hallo Anschi, manchmal gibt es schon Situationen, bei denen man wirklich laut losschreien möchte. Die innere Stimme sagt einem dann aber doch," lass es sein, es bringt nichts ". Womit sie ja auch recht hat. Man glaubt sich selbst damit zu beruhigen. Aber tut es dass?? Das Problem steht trotzdem immer noch im Raum. Es sei denn, man schreit aus Angst, so wie es der Maler Edvard Munch auf seinem Gemälde " Der Schrei " verewigt hat. Dann stellt sich die Lage ganz anders dar. LG in Deinen Abend, Helga

Anschi Wiegand (11.07.2021):
Ich glaube, die innere Stimme hat nur bedingt Recht! Ja... manchmal bringt es nichts in der aktuellen Situation. Aber es hilft einem selbst vielleicht, sie anschließend (nach dem Schrei) besser zu bewältigen, weil man wieder Luft hat, um klarer zu sehen... Lieben Gruß! Anschi

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Liebe Anschi,
vor etwa drei Jahren traf eine gute Freundin mich einmal sehr mit einer spitzen Bemerkung. Am Tag darauf rastete ich völlig aus (ließ also sozusagen den Schrei los) und Bekannte sagten mir, ich hätte die Freundschaft dieser Frau verspielt. Aber wir hatten Glück, liefen schnell wieder aufeinander los, und diese Freundschaft wurde noch tiefer. Aber wie hätte ich meiner Wut Ausdruck verleihen können, wenn ich zu feige gewesen wäre. Dann schluckt man halt noch mehr und noch mehr und noch mehr.
LG von Andreas

Anschi Wiegand (11.07.2021):
Ein gutes Beispiel, lieber Andreas. Und wenn man schluckt und schluckt, erstickt auch daran die Beziehung irgendwann. Schön, wenn der Schrei half, die Freundschaft zu vertiefen - das zeugt von einer wirklich guten Freundschaft, denn "lockere Beziehungen" halten das normalerweise nicht aus... Herzlichen Gruß! Anschi

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Anschi, dein Gedicht erinnert sofort an Edvard Munch's Bildnis "Der Schrei".

Siehe Wikipedia:
Der Schrei (norwegisch Skrik, deutsch ursprünglich auch Geschrei) ist der Titel von vier Gemälden und einer Lithografie des norwegischen Malers Edvard Munch mit weitgehend identischem Motiv, die zwischen 1893 und 1910 entstanden sind. Sie zeigen eine menschliche Figur unter einem roten Himmel, die ihre Hände gegen den Kopf presst, während sie Mund und Augen angstvoll aufreißt. Munch verarbeitete in dem Motiv eine eigene Angstattacke während eines abendlichen Spaziergangs, bei der er einen Schrei zu vernehmen meinte, der durch die Natur ging.

Der Schrei ist das bekannteste Bildmotiv des norwegischen Malers und Teil seines so genannten Lebensfrieses. Es zeigt beispielhaft, wie Munch in seinen Werken die äußere Natur zum Spiegel seines inneren Erlebens machte, und wird von einigen Stimmen als Beginn der Stilrichtung des Expressionismus gewertet.

LG Bertl.

Anschi Wiegand (11.07.2021):
Das Bild drückt sicher sehr gut das Gefühl aus, das ich in meinem Gedicht beschrieben habe. Danke dir für die Erläuterungen der Entstehung des Bildes, die sehr interessant sind. Es ist wichtig, Wege zu finden, diese inneren Schreie raus zu lassen, ohne anderen Schaden zuzufügen. Nicht immer muss dies daher in akustischen Schreien getan werden. Lieben Gruß! Anschi

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Rauslassen!!! !Aber gleich. Dann fühlt man sich hinterher wesentlich besser und DER da drin saß hat frische Luft.
Bei dem " Schrei" musste ich an dieses komische Bild von Edward Munk denken. Wem' s gefällt - mir nicht.
Deine Zeilen gefallen mir und sprechen mir aus der Seele.
Ich arbeite ja im REWE als Auspackmaus. Da kann ich natürlich nicht laut schreien, sonst würden die
Kunden denken, dass Personal hier ist bekloppt!!!
Aber zuhause....... Waaaaaaaaahhh!!!

Schicke dir aber sanfte Grüße und wünsch dir ein gemütliches Wochenende Heike



Anschi Wiegand (11.07.2021):
Das Bild von Edvard Munch kenne ich auch, hatte es bei meinem Gedicht aber nicht vor Augen, glaub ich. Dieser unterdrückte Schrei in einem tut nicht gut und ich stimme dir zu, dass er irgendwie raus muss. Ich arbeite auch im Einzelhandel und kann da nicht nach Bedarf rumschreien... aber manchmal hilft es, den Druck dann daheim irgendwie raus zu lassen. Walken war nicht schlecht, als mein Knie noch mitmachte... Schreiben hilft auch, Gefühle raus zu lassen. Oder wirklich mal in ein Zimmer gehen und einen lauten Schrei von sich lassen... Eine Freundin hat mal in einer Therapie mit ihrer Therapeutin zusammen zu einer abgelegenen Brücke gehen müssen und dort sollte sie richtig laut schreien (unter der Brücke).... sie erzählte, dass ihr das erst total schwer gefallen ist, weil man ja oft so erzogen ist, dass "sich das nicht gehört"... Als ich das Gedicht vor vielen Jahren schrieb, fühlte ich mich ähnlich... ich war an einem Punkt, da konnte ich weder weinen noch schreien und es fühlte sich nicht gut an. Heute kann ich das wieder - aber wenn man Unmut öfter mal raus lässt, macht man sich auch öfter unbeliebt... das ist der Preis, den man für die seelische Gesundheit zahlen muss... Lieben Gruß! Anschi

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