Kommentare unserer Leserinnen und Leser zum Gedicht
„Priester “ von Dieter Kamensek


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Lieber Dieter,
Dank deines einleitenden Verses habe ich mich doch an deinen ausführlichen hinterfragenden Text gewagt. Viele deiner Gedanken kann ich gut nachvollziehen. Ich habe "Kirche" auch oft nicht so erlebt, wie ich mir Kirche vorstelle. Aber ich denke, es ist wie bei fast allen Themen... es gibt immer mehrere Wahrheiten. Und für jeden ist das wahr, was er selbst erlebt hat oder empfindet. So, wie wir immer wieder von der "Mutterliebe" sprechen, wird es doch genügend Menschen geben, die diese niemals erfahren haben. Deshalb ist die Mutterliebe aber nicht automatisch nicht-existent oder ein Märchen - es gibt sie ja. So sehe ich es auch mit der Religion und dem Priestertum: es gibt viele Priester, Pfarrer, Prediger, die ihre "Berufung" absolut verfehlt haben. Aber es gibt auch die, die ein Segen für die Menschen waren, die in Armut lebten und das Wenige teilten. Und es gibt auch die (wenn auch wenigen) bewundernswerten Christen, die wirklich "vergeben" können... mehr, als mir persönlich je möglich wäre... in meinem Gedicht "Ich kann nicht hassen" kam das zur Sprache, denn ich glaube nicht, dass ich "in jedem Fall" zur Vergebung fähig wäre. Trotzdem erinnere ich mich an die Eltern eines entführten und ermordeten Jungen, die sehr fromme Christen waren und im Fernsehen damals sagten, dass sie dem Mörder ihres Kindes vergeben würden... Ich könnte das wohl nicht...
Ich stimme dir jedoch zu, dass den meisten Christen ihr "Erlöstsein" viel zu wenig anzumerken ist und sie sich oft nur wenig von ihren Mitmenschen unterscheiden. Da ich in einer christlichen Buchhandlung arbeite, treffe ich aber oft auch Christen, für die der Glaube mehr ist, als nur eine Konfessionszugehörigkeit. Und ich hatte das Glück, in meinem Leben auch schon guten Seelsorgern begegnet zu sein, die mir wirklich geholfen haben mit meinen Nöten und Fragen! Sowohl früher, als ich noch katholisch war, als auch später, als ich konvertierte und evangelisch wurde. Aber ich fühlte mich auch schon von meinen "Seelsorgen" und meiner Kirche sehr allein gelassen, besonders, als meine erste Ehe in die Brüche ging und ich kein Vorzeige-Katholik mehr war...
Wichtig ist mir heute am meisten die Botschaft von Jesus, zu der ich mal das Gedicht "Die Botschaft des Galiläers" geschrieben habe, das mein Verständnis von Christentum wiedergibt. Und die Zugehörigkeit zu einer Kirchengemeinde gibt mir ein wenig das Gefühl von "Heimat"...
Und ich wünsche mir viel mehr Seelsorger, die sich wirklich um die Seelen sorgen... nicht mit Geboten und Gewalt, sondern mit Verständnis und Liebe!

In der Bibel gibt es übrigens durchaus einige Hinweise über das, was uns nach dem Tod erwarten wird... für mich eine Hoffnung, mit all meine Lieben irgendwann wieder vereint zu sein.. ;-)
Ein Onkel von mir war aus der Kirche ausgetreten und wurde "freireligiös" bestattet. In der Traueransprache des Vertreters der freireligiösen Gemeinde gab es keinerlei Worte der Hoffnung... mit dem Tod war es einfach vorbei und es gab nichts "danach" - das fand ich im wahrsten Sinne des Wortes "trostlos"... Da war ich damals froh, dass wir als Christen doch etwas "danach" haben, auf das wir uns freuen können...

Mit herzlichem Gruß! Anschi


Dieter Kamensek (11.08.2021):
Liebe Anschi, vielen Dank für Deinen sehr ausführlichen, sehr guten und wirklich weisen, wie auch intelligenten Kommentar. Ich schätze Deine Ansichten und Dein Wissen, sowie Deine Einstellung zum Leben, zum Glauben und Sein. Sicherlich hast Du recht, es gibt Priester die tatsächlich das tun was von Ihnen erwartet wird, aber das ist doch selbstverständlich? Ich erwarte auch von einem Kellner dass er kellnert... Aber leider haben wir als Menschen - so meine Ansicht - den großen Fehler, dass wir nicht aus der Vergangenheit lernen. Für mich gehört der überwiegende Teil der Priester zu jenen die Wasser predigen und Wein trinken, vergleichbar mit Grünwählern die Flug- und Schiffsreisen machen, und mit SUV in der Stadt unterwegs sind, sowie E-Autos fordern ohne nachzudenken woher die Energieversorgung kommt, wie Umweltminister die zu den EU Treffen mit Flugzeugen kreuz und quer umherfliegen, so wie die Klimapanikmacher, die ohne Kenntnis der kleinen Eiszeit, der geänderten Schrägstellung der Erdachse und der allgemein natürlichen Polverschiebung, jeden Anderen apokalyptische Vorstellungen prophezeien, (wir verdanken u.a. Klimaänderungen unser Dasein... siehe Kreidezeit, siehe und bewerte auch auch den Prozentsatz des CO² Anteil in der Atmosphäre und dabei den von Menschen verursachten Anteil...). Wir sind nur Empfänger von Werbung, vorgefilterten Informationen und überlieferten "Gewohnheiten". Wen jemand etwas dagegen sagt, wird er gemobbt. Egal zu welcher Zeit (z.B.: Bauernkriege/ Luther - wie er gegen die war die Ihn als Idol sahen ("Wider die räuberischen und mörderischen Rotten der Bauern" - denn die Bauern machten das gleiche wie der Adel,...)), Adel und Klerus bildeten stets eine Gemeinschaft, aber nicht für - sondern gegen - die christlichen Gebote,... aber ich denke, dazu sollte man - ganz objektiv, Wissen sammeln und nicht allein subjektiv urteilen. Es ist eigenartig zu sehen, wie Menschen reagieren, wenn jemand eine Meinung von sich gibt, welche nicht in den "vorselektierten" Bereich passt. Aber als ich bereits sehr früh mein Interesse an Religionsgeschichte, Sozialgeschichte, allg. Geschichte, sowie Technik und Physik zu stillen versuchte, und auch heute noch einiges dafür tue, kam ich bereits vor längerer Zeit zu dem Schluss, die Schläfer weiter träumen zu lassen... doch hin und wieder - wie einst Sokrates mit seiner Meäutik - sollten Fragen gestellt werden, welche die Menschen zumindest hin und wieder ein wenig weckt... aber auch ich bin nicht bereit für andere Mitmenschen zu "streiten" . Ich weiß vieles nicht, und ebenso kenne ich vieles nicht... aber das ist keine Schande, sondern eine Herausforderung die es zu meistern gilt. Mir tut es leid, wenn ich zusehen muss, was sich rund um uns allen abspielt, aber mein Vertrauen an eine höhere Intelligenz tröstet. Betreffend der Weiterexistenz der Seele nach dem Tod, siehe (1. Mose 2:7; Hesekiel 18:4). Beim Tod hört der Mensch auf zu existieren (1. Mose 3:19; Prediger 9:5, 6). Es gibt aber auch Unsterblichkeit --> siehe dazu die Geschichte von Asenat und auch von Lilith,....; es gibt sogar wirklich unsterbliche Lebewesen (siehe dazu Turritopsis dohrnii). Wenn Gott wollte das wir "ewig" leben, hätte er es wohl auch so "eingerichtet"... :-) Danke, liebe Anschi, du gibst einem Mut und Hoffnung, du zeigst schöne und freundliche Gedanken... Du motivierst. Lg Dieter

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Hallo lieber Dieter. Da ich einen Priester sehr gut kenne, der in der Zwischenzeit „Domkapitular“ ist, da denke ich, „ein Priester kann auch Freund und Berater sein, der zuweilen auch in schweren Stunden für uns Menschen Zeit hat“! Letztlich kannte ich auch Kardinal Karl Lehmann gut und auch diesen schätzte ich sehr, er hatte zur richtigen Zeit immer die „richtigen Worte“ für die Menschen! So kannte ich auch in meinen beruflichen Jahren einen Pater der Pallottiner und so manche Gespräche, diese werde ich niemals vergessen! In diesem Sinne Grüße von Franz
Dies sind nur meine Gedanken ganz kurz beschrieben. Habe mit meinem linken Auge leider noch noch immer Kummer und daher nur sehr kurz!


Dieter Kamensek (09.08.2021):
Hallo Franz, das sind schöne und gute Informationen; auch ich kannte einen Priester (leider starb er bereits) mit dem ich mich gerne und ausführlich unterhielt...nur das Reden allein macht keinen Priester aus... als ich mit meinem Freund sprach, war es von Mensch zu Mensch und nicht von Priester zu "Schäfchen". Das ein Priester die richtigen Worte findet hoffe ich doch... denn das ist ein Teil seiner "Arbeit". Aber ich kenne trotzdem keinen Priester (in welchem weltlich - geistigen Rang auch immer) der seinem Glauben gemäß Jesus Christus Vorgaben lebt oder gelebt hat. Natürlich sind wir alle nur Menschen, aber ich denke, ein guter Freund, eine Familie und liebe Verwandte sind stets hilfreicher, wenn auch ein gutes Gespräch ebenfalls einen hohen Stellenwert besitzt. Ich hoffe, dass es deinem Auge bald wieder besser geht. Ganz liebe Grüße Dieter

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