Kommentare unserer Leserinnen und Leser zum Gedicht
„Die Unvereinbarkeit“ von Michael Reißig


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...Michael, alles ist eine Kosten-Nutzen Rechnung. Warum werden neue Industrien im Ostteil angesiedelt? Weil dort noch Vieles billiger und mehr Platz vorhanden ist.
Im Endeffekt war und ist es für beide Seiten ein Gewinn.
LG Bertl.

Michael Reißig (19.08.2021):
Lieber Adalbert, diese Lohnunterschiede werden vermutlich noch lange existieren. Aber um die Löhne ging es mir nicht in erster Instanz, sondern um die unterschiedlichen Lebenserfahrungen, die der Existenz zweier grundverschiedener gesellschaftlicher Systeme geschuldet waren. Und das Bewusstsein für die Gefahr, aufgrund einer völlig verfehlten Politik scheitern zu können, ist zum Beispiel in meiner Heimat viel stärker ausgeprägt als im Westen. Ich vermute, die Politik versucht bewusst einen Keil zwischen den Menschen zu treiben. Die Unvereinbarkeit hilf, an den Machtpositionen festzuhalten. Vielen Dank für den interessanten Kommentar! LG. v. Michael

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ich denke, lieber Micha, es ist wichtig, dass alle es versuchen, sich anzunähern. Menschlich geht das besser als politisch.
Ein Versuch ist es immer wert. LG von Monika

Michael Reißig (19.08.2021):
Liebe Monika, da stimme ich Dir voll zu! Die Menschen sollten unbedingt versuchen, sich anzunähern! Die Problemberge, die die Politik schon lange vor Corona aufgetürmt hat, drohen außer Kontrolle zu geraten und da kann ein sich verschärfender Ost-West-Streit noch mehr an Porzellan zerbrechen! Ich danke dir für den sehr guten Kommentar! LG. Michael

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Die unterschiedlichen Systeme sind eine Sache, doch immerhin verstehen unsere Freunde im Osten wesentlich mehr von Demokratie und merken sogleich, wenn der MERKEL-Braten stinkt. Sie merken schneller als die Wessis, wenn ihnen ihre Freiheit(en) genommen wird/werden. Immerhin haben sie alles getan, um 1989 endlich die Wende zu erzwingen. Das war der größte demokratische Akt. Jetzt jedoch wird das Wort für Selbst- und Querdenker zum Schimpfwort und bedeutet auf einmal irgendwas mit "Nazis". Ein sowieso inflationär gebrauchter Begriff. Das alles ist doch lächerlich - die Spaltung ist eine neue und sie verläuft an neuen, gänzlich unterschiedlichen Demarkationslinien. Die Mauern, die die Mauerschützenpartei SED (zurzeit DIE LINKE) heute vor genau 60 Jahren anfing zu bauen, verlaufen heute in den Köpfen und quer durch alle Beziehungen und Verhältnisse. Zudem wird rote oder dunkelrote Sozialismus-Diktatur durch eine Vorstufe zum grünen Ökosozialismus ersetzt, zumindest ganz gemächlich, aber seit der Corona-Pandemie verstärkt.

LG, Karl-Konrad

Michael Reißig (19.08.2021):
Lieber Konrad, mit deinem tollen, sehr umfassenden Kommentar, hast du mir sehr aus dem Herzen gesprochen. Ich finde es super, dass du Freundschaften zu Menschen aus dem Osten pflegst! Die meisten Menschen, die in den östlichen Bundesländern leben, spüren schon seit Langem, dass dieser Braten stinkt! Die Erfahrungen des Mauerfalls und der Zeit danach hat uns klargestellt, dass die Möglichkeit des Scheiterns viel stärker in den Köpfen sich manifestiert hat, als bei den Menschen im Westen, wo noch mehr Menschen der medialen Berichterstattung vertrauen. Und deren Berichterstattung über Ostdeutschland ist fast ausschließlich negativ. Dies wurde bewusst gemacht, um einen Keil zwischen den Menschen zu treiben, der letztendlich dazu dienen soll, die Bildung einer breiten Opposition zu verhindern, um die Schlüsselpositionen der Macht zu erhalten. Ökonomisch, aber auch menschlich kann sich Deutschland eine Fortsetzung der Ost-West-Animositäten gar nicht leisten. Wir haben genügend gesamtdeutsche Probleme zu bewältigen! Gelingt dies nicht, würde dies verheerende Folgen nach sich ziehen! Auf einen Fauxpas folgt der nächste, sodass ich ein ungutes Gefühl in Bezug auf die Zukunft habe! LG. v. Michael

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Die Ansichten – Meinungen lieber Michael gehen immer auseinander und ob gut, oder vielleicht auch schlecht, es wird sich niemals etwas ändern! Die Gründe sind in meinem Gedicht vom 12. 08. „NEWS“ ersichtlich! Beeinflussung! Grüße Franz

Michael Reißig (19.08.2021):
Lieber Franz, ich habe dein Gedicht gelesen und auch kommentiert. Dem ist so! Die Medien, die kräftig verdienen, haben einen maßgeblichen Anteil an diesen Problemen! Vielen Dank für den Kommentar! LG. Michael

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Lieber Michael,
das sind nachdenklich machende Zeilen! Spontan musste ich an das indische Kasten-System denken. Auch wenn es bei uns nicht so exakt geregelt ist, wie in Indien, denken auch wir in "Kasten"... Das bezieht sich nicht nur auf Ost-West, auch auf Arm-Reich, Christen-Muslime, hetero-homo, schwarz-weiß-gelb... sogar in manchen (ländlichen) Gegenden noch auf katholisch-evangelisch. (Mein Papa erzählte früher, die Hochzeit zwischen Katholiken und Protestanten war früher eine große Ausnahme...) Auch wenn offiziell diese Unterscheidungen größtenteils abgeschafft wurden und laut Grundgesetz "alle gleich" sind, sind die Mauern in den Köpfen noch vorhanden und das Denken von "typisch dies oder typisch das" ist noch sehr präsent und verbreitet... Ob wir Menschen jemals fähig sein werden, das zu ändern?
Nachdenkliche Grüße! Anschi

Michael Reißig (19.08.2021):
Liebe Anschi, mit den "Kasten" hast du das völlig richtige Wort gefunden! Besonders die religiösen Konflikte geben Anlass zu größter Sorge! Das beste Beispiel bietet ja die Eroberung Afghanistans durch die Taliban. Leider lassen sich jahrhundertelang gelebte mittelalterliche Traditionen nicht einfach mit dem Einsatz von westlichen Truppen brechen, um auf diese Art eine Demokratie nach europäischem oder amerikanischem Vorbild zu generieren! Diese radikal islamisch. geprägten Menschen lassen sich nicht so einfach "umerziehen"! Bei den Deutschen in Ost und West spielen zwar die Religionskonflikte so gut wie keine Rolle, dafür aber die grundverschiedenen Lebenserfahrungen, die das Leben in zwei verschiedenen Systemen mit sich brachte. Aber das ist längst noch nicht mit dem Unterschied zwischen dem Feudalismus und einer westlich strukturierten Demokratie vergleichbar! Vielen Dank für den umfassenden Kommentar! LG. v. Michael

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Lieber Michael,
nach so viel Jahrzehnten nimmt man an, dass sich eine gewisse Einigung von Ost und West
erzielen wird. Es waren kleine Ansatzpunkte vorhanden, aber jetzt sieht es wieder so aus,
als ob eine Verständigung bzw. Einigung keiner bereit ist. Die vergangenen Lasten müssen
alle tragen, egal wie schwer sie sind.
Es sind bedrückende Zeilen von dir, die ich auch sehr gut nachvollziehen kann.

Schicke dir liebe Grüße, Hildegard

Michael Reißig (19.08.2021):
Liebe Hildegard, es ist auch eine bedrückende Zeit! Es geht halt um die Aufrechterhaltung der Macht. Um zu verhindern, dass sich nach dem langjährigen Staatsversagen eine starke Opposition formiert, kommt einigen Politikern dieser Ost-West-Konflikt sehr gelegen. Denn es geht ausschließlich um den Erhalt der Macht, der nur dann zu bewerkstelligen ist, wenn es gelingt, einen Keil zwischen den Menschen zu treiben! Und diese Strategie scheint noch voll zu funktionieren! Fragt sich nur wie lange noch?! Vielen Dank für den sachbezogenen Kommentar! LG. Michael

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Leider trifft das in vielen Fällen zu, Michael. Ich habe das Gefühl, immer mehr Menschen denken wieder in Ost und West. Leider.
Ich kann mich noch sehr gut an den 13.August 1961 erinnern( mein Gedicht auch hier bei e-st.),
als ich in den Schulferien in Frankreich war.

Nachdenkliche Grüße schickt Dir Ingrid

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