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„Heute - vor achtzig Jahren“ von Olaf Lüken


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Lieber Olaf,

ich kann sagen, dass ich sehr viel selbst in jenen Tagen erlebt habe. Die Nazis waren eine elende Pest. Die Juden sind auch Menschen und die wir in Goslar hatten waren ehrenhafte Menschen. Einer von ihnen war Teilnehmer des 1. Weltkrieges. Die Nazis holten ihn ab und man kann nur schätzen was mit ihm und seiner Frau geschehen ist. Sie sind nicht nach dem Krieg zurück gekommen. Mich haben sie mit 16 ein halb aus der Lehre genommen und an ein Flakgeschütz gestellt. Ich hatte großes Glück mit dem Leben davon gekommen zu sein.

Herzlich Karl-Heinz



Olaf Lüken (18.10.2021):
Lieber Karl-Heinz, ich dächte nicht im Traum daran - einer Kollektivschuld das Wort zu reden. Ich glaube an die Kollektivscham von Pappa Heuss. Verantwortung ohne Fingerzeig ! Manchmal ist es gut - zu erinnern ! Andererseits: Wir dürfen stolz sein darauf, mit der Vergangenheit ehrlich umgegangen zu sein. Da sind Leute wie Erdogan und Konsorten aus einem ganz anderen Holz geschnitzt. HG Olaf

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Lieber Olaf,
ich war damals ein kleines Kind, hatte aber schon "reichlich" Erlebnisse.
Kann mich erinnern, dass wir alle gucken gingen als man ein Haus im Wald, das Juden gehörte, angezündet hatte. Finde es natürlich heute schlimm, doch damals "war das so"!
Könnte einige Bücher schreiben über mein Leben im Krieg. als er anfing war ich 6Jahre und als er aufhörte, 12 Jahre.
Wollen hoffen das nie mehr zu erleben.
Herzlich Wally

Olaf Lüken (18.10.2021):
Hallo Wally, wir sind doch deshalb älter geworden, um unserer Umgebung etwas mitzuteilen. Wer besitzt über mehr Lebenserinnerungen, als wir, die (sog.) Alten ? Wir leben in einer sehr bewegten Zeit und sind alles andere al tot. Deine Erlebnisse kenne ich aus den Geschickten meiner Onkel und Tanten. HG Olaf

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...Olaf, super geschrieben; das muss man sich erst vor Augen halten.
Ich hoffe, dass so etwas nie wieder passiert.

LG Bertl.

Olaf Lüken (17.10.2021):
Hallo Bertl, Fanatismus ist mir nicht unbekannt. Und der Fanatismus duldet nur Akzeptanz, nicht Widerspruch. Arroganz und Dummheit treffen sich auf einen Punkt ! Danke für deinen Kommentar ! HG Olaf

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Hallo Olaf. Aktuell beschäftige ich mich sehr intensiv mit dieser Zeit und diesen Personen, die eine Hauptrolle spielten! Wie schon oft geschildert, war ein Onkel von mir (Schwager von Mutter) Gast in vielen Konzentrationslagern und dies, seiner politischen Denkweise bezogen. Mein Großvater war ein überzeugter Sozialdemokrat und so erzog er auch seine Kinder. Eines Tages ging eine meiner Tanten die sehr schlagfertig und vor allem bildhübsch war zu einer Tanzveranstaltung, plötzlich kam ein junger Bursche und schrie sehr laut mit erhobener rechter Hand, „H… H…“! Meine Tante sofort, „l… m… a…. A…“! Sein Kommentar, „dich schaffe ich in ein KZ“! Fazit, da meine Tante zum Glück ihrer Schönheit bezogen viele Sympathisanten hatte, da verprügelten diese besagte „BRAUNE PFEIFE“! Man kann sagen, sie hatte viel Glück! Gerne gelesen Dir Grüße von Franz
*Heydrich war eine Bestie und dennoch, liebte er Kunst und klassische Musik!

Olaf Lüken (17.10.2021):
Hallo Franz, gut 55 Jahre lang interessiere ich mich für den 2. Weltkrieg.Es macht mich immer wieder sprachlos, wenn ich an die unendlich vielen Hingemordeten denke. Ich hätte übrigens mir auch nicht vorstellen können, dass Abermillionen männliche Küken jährlich geschreddert werden. Deutschland ist wahrlich ein Land der Heuchler ! HG Olaf

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...und willst du dann nicht mit mir sein, so schlag ich dir den Schädel ein....

Wer kennt dies oder ähnliche Parolen nicht, ich glücklicherweise nurmehr durch Erzählungen meiner Tante (95).

Stark vertextet von dir!
LG Uschi

Olaf Lüken (17.10.2021):
Meine Tanten mütterlicherseits, hielten bis zu ihrem Lebensende die Nazifahne hoch. Freundlich gegen jedermann, aber eiskalt und unbelehrbar, wenn es um die 'deutsche Sache' ging. Ihre BDM-Allüren, hatten sie ebenfalls zu keiner Zeit abgelegt. Vielleicht wurden sie im Tode von den 6 Millionen Seelen in Empfang genommen ! HG Olaf

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