Kommentare unserer Leserinnen und Leser zum Gedicht
„Lebenssöldner“ von Frank Guelden


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Mes compliments lieber Frank!

Johannes vom Kreuz
Die dunkle Nacht der Seele (1579)

„Tief in des Dunkels Schoß,
verborgene Stufen längs,
vermummt, umdichtet – o wunderseliges Los! –
nachts, jedem Blick vernichtet,
mein Haus in Stille lassend,
tiefbeschwichtet!

Geheim, in Zauberringen der Dunkelheit,
wo mich kein Blick erkannte,
wo ich nichts sah von Dingen
und nichts mir Strahlen sandte
als jenes Leitlicht, das im Herzen brannte! „

Einer Deiner wohl tiefsinnigsten und schönsten Texte lieber Frank die mich zutiefst bewegten.
Es würde mich glücklich machen, diesen Text von Dir in einer meiner Poesie- und Lyrikgruppen teilen zu dürfen und ihn eventuell sogar zu sprechen, Dein Einverständnis vorausgesetzt. ;-)

Lebensschuld

"Des Lebens Sold mag sein, ist's das wonach wir trachten?
Vermag, vielleicht am Ende niemand zu begleichen,
was aufgebürdet uns an oftmals fremder Schuld.

Selbst wenn so oft durchdrang manch Ungeduld.
So mancher Taten Sinn war es, dem letztlich galt doch nun zu weichen
und dem so sehr gezollt, was fortan zu beachten.

Wen wundert es, wenn vielleicht Herzen kämen aus dem Schritt,
auch wenn ins Stolpern man gerät, selbst wenn man dabei lacht.
Vielleicht wirft man beschrieben Wunschblatt nunmehr auch in die Glut.

Und vielleicht wär's möglich, daß man verliert so sehr den Mut.
Ist unklar was das Leben alles vorbereitet und mit uns noch macht.
Wär zu beachten, das man dabei nicht kommt aus seinem Tritt.

Wenngleich, wer hat denn wohl das Recht vernommen,
was hilft's schon groß zu klagen oder resignieren,
wär angebracht der Farben sich nunmehr besinnen.

Beseelt der Morgensonne Strahlen, wohl beinah unmöglich dem zu entrinnen,
wenn taubetropft gar glitzernd schmückend Halme zieren
und mancher Wunsch in uns, dann unbenommen."

- Uschi R. -

Verzeih, wenn ich ein kleinwenig Deiner so schönen Worte einfach aufgenommen habe....

Mit herzlichst lieben Grüßen in Deinen Tag, an dem bei mir gerade nun der vormittägliche Nebel von Glitzerstrahlen durchbrochen wird.!
Uschi

Frank Guelden (06.12.2021):
Liebe Uschi, da hast Du aber einen langen Kommentar geschrieben! Tja, Johannes vom Kreuz... Mein Vater hatte das Buch; dick in Leder gebunden. mit zwei Schließbändern daran. Es ist weggekommen, wie so vieles. Doch das war gut so; den Grund mag ich nicht nennen... Dieses Gedicht von mir; ich weiß oft nicht warum ich schreibe; es passiert einfach. Ich wollte auch noch ein Bild hinzufügen, doch... Ich habe es gepostet, so, wie es war, mit Worten, die zusammenkleben und fehlerhafter Interpunktion. Wenn Du es verwenden möchtest, gerne. Dein Kommigedicht stimmt in allem und betont sich selbst. Liebe Grüße, Frank

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Alles, jedoch dies folgende vor allem hat mir gefallen!
"Rekrutiert durch Geburt sind wir da.
In jedem Herzschlag eine Frage.
So viele Antworten, wie Herzschläge?"

Sehr gut Frank und Grüße Franz

Frank Guelden (06.12.2021):
Lieber Franz, wenn wir Fragen an das Leben stellen, werden es immer mehr mit jedem Lebensjahr... Herzliche Grüße, Frank

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Wunderschön ist eigentlich nicht das richtige Wort bei diesem Tiefgang, aber mir fällt nichts anderes ein, Frank.
Eine besinnliche und auch frohe Vorweihnachtszeit wünscht die Ingrid.

Frank Guelden (06.12.2021):
Liebe Ingrid, es kann sogar im Tod eine gewisse Schönheit liegen. - Als es noch einen direkten Aufgang zu meiner Steingartenterrasse gab, hatte ich gerade einer Maus beim Fressen zugeschaut, als urplötzlich ein Turmfalke niederstieß und die Maus fasste. Die Maus schaute mit großen Augen und irgendwie "selbstverständlich" und der Turmfalke schaute auch mit wildem stolzen Blick. Es lag eine eigenartige Faszination in allem und meine Gefühle gingen sehr durcheinander. Alle drei haben wir akzeptiert, was da geschah. - Es schmerzt, und da ist auch ein Bedauern und doch ist alles irgendwie richtig und muß so sein. - Bei dem, was heute in der Welt und mit der Welt passiert, fühlt sich so gar nichts richtig für mich an, wobei es trotzdem so sein kann. Liebe Grüße, Frank

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Ich möchte hier Klaus Lutz zustimmen.
Meine Empfindungen sind äußerst ähnlich.

"Und dann sitzen wir da, am inneren Lagerfeuer,
werfen Lebensscheite in die Glut."

"Und mit Glück hoffen wir auf eine Morgensonne,
die den Tau auf den Grashalmen der Wünsche
glitzern läßt, in gleißenden Farben."

Das ist eine tiefe Poesie - durch den "Stein
des Lebens" geboren.

Liebe Grüße zum 2. Kerzlein - Renate




Frank Guelden (06.12.2021):
Liebe Renate, wenn man älter wird, gibt es einiges zum Zurückschauen und die damit verbundenen Gefühle. - Die aktuelle Zeit mit den Widrigkeiten, Ereignissen, Katastrophen und denen die sich noch ankündigen, verstärkt das. Und ständig begleitet mich die Frage wovon die Politik aktuell ablenken möchte, durch die Dauerspannung, die erzeugt wird. - Das macht mir noch die größte Angst. Tja, adventen wir weiter... Liebe Grüße, Frank

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voller Tiefe. Traurigkeit. Hoffen. Das ganze Leben gekonnt gebündelt.

Das innere Lagerfeuer mit den Lebensscheiten, die wir in die Glut werfen, gefiel mir, rein
in der Wortwahl besonders, Frank.

Weiter gehts mit dem mitunter schweren, aber auch wunderbaren Leben...

Es grüßt Dich Ralph

Frank Guelden (06.12.2021):
Lieber Ralph, danke für Deine Zeilen! - Auf das Wunderbare sollten wir mehr achten, das hilft. Herzlichst, Frank

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Ein scharfer überirdischer Text. Dein Kopf hat mehr Leben als eine Kompanie von Professoren Das kommt mir beim Lesen in den Sinn. Ich musste das Gedicht zweimal lesen. Beim ersten streifen fand ich es interessant. Und wenn das passiert lese ich dann nicht sehr aufmerksam Sondern sehr sehr sehr aufmerksam Und hier war das gut. Ich wünsche Dir eine wunderbare Woche! Klaus

Frank Guelden (06.12.2021):
Lieber Klaus, danke für Dein Lob. Sehr viele Professoren sind allerdings sehr scharfsinnig und lebendig; ich habe auf meinem Lebensweg etliche kennengelernt aus unterschiedlichen Bereichen. Da waren einige dabei, die wirklich besonders und verständnisvoll waren. Zu meinem Gedicht: Es wird gute Gründe geben für unsere Fragen, Wünsche, Erinnerungen. - Wüßten wir die Antworten, viele Antworten, wäre das Leben nicht so, wie es möglicherweise sein soll. Es kommt einem so vieles so fremdbestimmt vor. In Zeiten wie diesen wird das Erleben durch die Ereignisse, Katrastrophen sowie durch die, in meinen Augen politisch erzeugte, Dauerspannung noch erheblich verstärkt, und es entsteht die Frage, wovon man mit aller Gewalt ablenken will. Liebe Grüße, Frank

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