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„∞ schweigen“ von Ditar Kalaja


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Wow, Ditar,

dieses Gedicht ist selbst für mich eine Herausforderung. Chapeau!
∞ schweigen: also Schweigen nicht als Moment, sondern als unendlicher Zustand. Stößt hier Sprache an ihre Grenzen, entsteht Bedeutung auch im Nicht-Sagen oder kann Bewusstsein auch in Stille aufgehen? Für mich also eher philosophisch als narrativ.
ø fließt → schatten → Hier sehe ich den Übergang von Leere zu einer Art Zwielichtzustand. Nicht völliges Nichts, sondern etwas Unbestimmtes.
@stille / licht ≈ vergessen → Stille und Licht werden dem Vergessen angenähert („≈“) . Das ist interessant, weil Licht normalerweise Klarheit bedeutet, hier aber eher Auflösung von Erinnerung meint.
× namen • fallen → Namen stehen für Identität. Das Kreuz kann Aufhebung oder Zerstörung andeuten. „Namen fallen“ wirkt wie Entpersonalisierung oder Vergänglichkeit. Das x könnte aber auch als "zig, etliche..." gelesen werden und dann änderte sich sein Sinn gewaltig. Nicht nur ein einzelner Name, sondern viele Namen, vielleicht ganze Gruppen von Identitäten, verlören Bedeutung oder „f[ie]len“. Das passte gut zu den anderen Symbolen im Gedicht, die eher auf Auflösung von Individualität und Hinwendung zu einem umfassenden Zustand zielen.
∴ alles → Logische Folgerung: Aus Schweigen, Leere, Schatten und Verlust resultiert Ganzheit.
Der Text ist typisch für minimalistische, symbolische Existenzlyrik. Du möchtest damit sicher keine Geschichte erzählen, sondern einen geistigen oder emotionalen Zustand erzeugen.

Mein persönlicher Eindruck: Das Gedicht wirkt wie ein meditatives Fragment über Auflösung, Zeitlosigkeit und die Fragilität von Namen und Erinnerung, ein bewusster Rückzug von Sprache.
Ich liege dieses Mal sicher total daneben, aber so deute ich es. Sehr interessant!

Liebe Grüße
Rolph
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Lieber Ditar
unsere Vorfahren - in grauer Vorzeit - kannten auch noch keine Schrift. Und trotzdem haben sie es verstanden, ihr Leben zu dokumentieren.
Du hast mit Deinem Beitrag gezeigt, dass das auch heute noch möglich ist.
Klasse!
LG Karin

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