Kommentare unserer Leserinnen und Leser zum Gedicht
„domino-effekt“ von Ditar Kalaja


Das Gedicht lesen - oder weitere Beiträge und Infos von Ditar Kalaja anzeigen.

Beiträge anderer Autorinnen und Autoren aus der Kategorie „Aktuelles“ lesen

Bild vom Kommentator
...Ditar, ein Spitzen Text, der aufhorchen lässt!
LG Bertl.
Bild vom Kommentator
Lieber Ditar,
dein heutiges Gedicht ist keine außenpolitische Analyse – es ist eine sezierende Betrachtung der Logik, mit der Macht sich selbst rechtfertigt. Besonders stark ist das Bild vom „Domino“ statt vom „Schachbrett“: Es widerspricht der Illusion kontrollierbarer Eskalation und macht klar, dass jede Entscheidung Kettenreaktionen auslöst, die am Ende nicht Strategen, sondern Zivilisten tragen.
Die bisherigen Kommentare hier zeigen sehr gut, wie viel Spannung in deinem Text steckt.
Karin erinnert daran, dass es Situationen gibt, in denen Nicht-Eingreifen historisch katastrophal war. Der Verweis auf Hitler ("Gröfaz") ist kein Totschlagargument, sondern eine Mahnung: Es gibt Regime, deren Gewalt nicht durch Wegsehen verschwindet. Diese Perspektive ist wichtig, weil dein Gedicht die moralische Pflicht zum Schutz nicht ausdrücklich thematisiert.
Andreas hingegen trifft einen Kern deines Textes: die Frage nach Motiv und Legitimation. Schutzfunktion ja – aber „Befreiung“ als geopolitisches Werkzeug? Deine Beispiele (Irak, Libyen, Syrien) zielen genau auf diese historische Ernüchterung. Nicht die Existenz brutaler Regime wird bestritten, sondern die Selbstgewissheit, mit der militärische Lösungen verkauft werden.
Patrick ergänzt die historische Wiederholung der Muster – derselbe Fehler, nur mit besseren Drohnen.
nAylin bringt die völkerrechtliche Dimension ins Spiel: Wenn moralische Selbstermächtigung zur Norm wird, verliert das Recht seine bindende Kraft. Auch das spiegelt sich in deinen Zeilen, besonders dort, wo du Pressekonferenz-Vokabeln wie „unvorhergesehene Dynamik“ entlarvst.

Ist dein Gedicht einseitig? Literarisch nein – es ist bewusst fokussiert. Es beleuchtet nicht die reale Bedrohungswahrnehmung Israels, nicht die Unterdrückung im Iran, nicht die Perspektive der Oppositionellen vor Ort. Es konzentriert sich auf die Rhetorik der Macht und die ökonomischen und menschlichen Folgekosten. Das ist keine Vollständigkeit – sondern eine Entscheidung.
Gerade dadurch entsteht Reibung. Und diese Reibung ist produktiv.
Dein Text zwingt nicht zu einer einfachen Parteinahme. Er stellt die unbequemere Frage:
Ob Brutalität wirklich ein geeignetes Mittel gegen Brutalität ist – oder ob sie nur den Marktwert von Waffen, Öl und politischer Ablenkung steigert.
Vielleicht liegt die Stärke des Gedichts genau darin, dass es keine Lösung anbietet. Es legt den Preis offen – und überlässt die Rechtfertigung denen, die handeln.

Nachdenkliche Grüße
Rolph
Bild vom Kommentator
ich schließe mich Andreas Kommentar an. Wer will so rein sein, moralische Gründe für solch eine Katastrophe und den Verstoß (wieder ma) gegen das Völkerrecht damit zu legitimieren.
Wir können alle Gesetze abschaffen, wenn wir so denken würden.
Außerdem ist es der Islam, der die Frauen unterdrückt und somit deren Führer. dazu legitimiert. Es werden neue Führer kommen ...Aber irgendwie verstehen die westlichen Politiker das nicht...
lG von nAylin
Bild vom Kommentator
Lieber Ditar... Aghanistan und Ägypten fehlen noch in deiner Liste. Und irgendwie Vietnam. Derselbe Fehler immer wieder. Dein Text ist makellos. Hab' ich mir rauskopiert. Danke.

Grüße von

Patrick Rabe
Bild vom Kommentator
Lieber Ditar,

leider wieder das ewige Spielchen: Hast du innenpolitischen Gegenwind, dann hole dir den passenden Prügelknaben aus dem Wandschrank. Denn nichts ist älter als die Zeitung von gestern.
Wieder starke Bilder in eindrücklichen Zeilen.
@Karin: Grundsätzlich gebe ich dir Recht, dass zuweilen Hilfe von außen notwendig ist.
Nachdem aber konstatiert wurde, dass für Israel keine akute Bedrohungslage (zumindest nicht mehr als sonst) vorherrschte und der Antrieb der beiden Staatsoberhäupter sicherlich nicht Befreiung der iranischen Bevölkerung war, kann ich diesen Angriff in keinerlei Weise gutheißen oder legitimieren.
Wobei ich natürlich in jeglicher Hinsicht terroristische Regime verurteile und dafür bin, Ihnen eine gerechte Strafe zukommen zu lassen. Dass aber gerade diese beiden Herren sich zur Weltpolizei küren, entbehrt zumindest nicht einer gewissen Ironie, denn im Entziehen von Strafen sind die zwei Weltmeister. Ergo: Schutzfunktion sehr willkommen. Aggression zur "Befreiung" sehr dünnes Eis, ist auch in der Historie der USA sehr viel häufiger schief gegangen als dass es funktioniert hätte (Vietnam, Korea, Irak, Afganistan, ...) Und wie gesagt, das Anrecht auf den berühmten geworfenen ersten Stein lag sicherlich nicht vor ...

Liebe Grüße
Andreas
Bild vom Kommentator
Lieber Ditar
Kriege und Waffen sollten verboten werden. Aber was, wenn Regierungen sich taub stellen, Tausende ihrer eigenen Bürger abschlachten, weil sie anders denken und mit der Auslöschung eines Volks drohen? So etwas gab es bereits. Sein Name war Gröfaz. Ich mag gar nicht daran denken, welchen Lauf die Geschichte ohne Amerika genommen hätte. In Europa aber auch in Asien.
Nachdenkliche Grüße
Karin

Nicht vergessen: Eigenen Kommentar zum Gedicht verfassen!

 

Die Rechte und die Verantwortlichkeit für die Leserkommentare liegen bei den jeweiligen Einsendern.
Die Betreiber von e-Stories.de übernehmen keine Haftung für die Beiträge oder von den Einsendern verlinkte Inhalte.
Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).