Kommentare unserer Leserinnen und Leser zum Gedicht

„Menschheit abzugeben“ von Jens Schriwer

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Sylphe (hallimaschhotmail.com) 02.03.2003

Menschheit würde ich durch Menschen ersetzen, dann wirkt dieses durchaus nachdenklich stimmende Gedicht der zynischen Art noch stärker finde ich. Ich bin doch auch ein Mensch. Wie kommt es, dass ich überhaupt kein Mitgefühl mit diesen Marionettenmenschen habe, die wie lebende Zombies durch diese Zeilen geistern, so, als hätten sie keine Seelen und Herzen aus Stein?

 

Antwort von Jens Schriwer (04.03.2003)

Vielleicht, weil das gar nicht so weit hergeholt ist, wie es den Anschein haben mag! Wenn ich mir die Menschen manchmal so anschaue, glaube ich, dass die meisten nicht sehr weit davon entfernt sind Marionetten zu sein!
Grüße, Jens S.


Brigitte (eMail unbekannt) 07.02.2003

Als Inserat nicht schlecht aber als Gedicht? Die Wollfäden kann ich nun garnicht nachvollziehen.Wollfäden könnte man doch durchreissen, wenn man wollte. Zu Arbeit, zu Leben, zu Sterben oder zur Arbeit, zum Leben, zum Sterben? Auf wessen Brust geschweißt? Also ehrlich gesagt, ich find´s chaotisch und nicht richtig durchdacht.

 

Antwort von Jens Schriwer (10.02.2003)

Eigentlich wollte ich sagen, dass diese Plakette den Menschen, die in der ersten Strophe genannt werden, auf die Brust geschweißt ist - ich bin nichtsdestoweniger davon überzeugt, dass ich das auch getan habe.
Zweitens sehe ich zwar den formalen Unterschied beider Formulierungen, aber nicht den inhaltlichen. Gemeint ist, dass die Menschen, wiederum jene aus Strophe eins, dazu fähig und geeignet sind die genannten Tätigkeiten auszuführen.
Dann zum wichtigsten, den Wollfäden! Natürlich könnte man die durchreissen, dazu muss ich sie aber sowohl sehen können, als auch den Willen haben dies zu tun! Ich will damit aussagen, dass die Menschen zum einen blind sind udn nicht erkennen, dass sie geführt, oder verführt, werden. Zum anderen, wenn sie es doch bemerken, dann haben sie entweder nicht die Kraft sich von diesen, an sich harmlosen, Fesseln zu lösen oder sie nehmen es einfach in Kauf geführt zu werden, um nicht selbst die Verantwortung für ihr Leben tragen zu müssen.
Des weiteren sollen die Wollfäden symbolisieren, wie einfach es ist Menschen zu führen und zu täuschen. Es bedarf keiner komplizierten Tricks seine Machenschaften zu verbergen, denn entweder sind die Menschen zu ignorant es zu bemerken, zu faul oder zu schwach es zu ändern!
Nun deshalb: Wollfäden. Gerade weil sie eigentlich so offensichtlich scheinen und so einfach zu durchtrennen, zeigen sie die Machtlosigkeit und die Hilflosigkeit der Menschen, ebenso aber auch ihre Ignoranz gegenüber so offensichtlichen Dingen und ihr arroganter Glaube, man könne sie nicht gegen ihren Willen führen oder beeinflussen.
Der Hinweis, dass es als Inserat durchgehen könnte, geht sehr in die Richtung der Aussage des Gedichtes. Es soll zeigen, dass es egal ist, wer die Fäden in der Hand hält. Es muss nur irgendjemand da sein, der es tut. Das ergibt sich aus meinen Beobachtungen der Geschichte der Menschen. Die Leitbilder des Menschen haben sich ständig geändert, aber es gab keine Zeit, in welcher die Menschen keine solche leitenden Ideen hatten. Früher waren es Gottheiten, dann ein einziger Gott, manchmal die Philosophie und manchmal eine Ideologie. Heute ist es größtenteils die Wissenschaft, die den Menschen als Maßstab dient. Auch das wird sich irgendwann wieder ändern und etwas anderes bestimmt all unsere Leben.
Das ist es, was dieses Gedicht sagen will, man kann das nun positiv oder negativ sehen, aber man sollte es wenigstens einmal darüber nachgedacht haben. Das ist es nämlich was ich als Autor nun will: zum Nachdenken anregen!
Danke für den Kommentar,
Entschuldigung für die lange Antwort,
Jens S.


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