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„Architektur“ von Rita Bremm-Heffels

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Karin R (eMail unbekannt) 11.02.2004

Die Kommentare waren interessant. OH, wie ich das kenne!!! Viele meiner Verwandten und Bekannten verstehen mich in dieser Hinsicht überhaupt nicht. Doch Was nutzt das schönste Heim, wenn man kaum noch einen Grund hat, es zu verlassen? Auch für mich ist ein Zuhause enorm wichtig - als Rückzugsort und Basislager, sozusagen. Aber nicht als Lebensmittelpunkt. Bin mit meinem Freund in sein Elternhaus gezogen, nachdem seine Eltern verstorben waren. Einige Leute beneiden mich deshalb. Dabei ist das Haus alt und erfordert eine Menge Geld (das wir nicht haben) und Zeit (die ich gern anderweitig verwende). Ich vermisse den Vermieter, bei dem ich mich über marodes Dach, klopfende Heizung, feuchten Keller usw. beschweren kann. Zu meinen Lebensträumen hat NIE ein Eigenheim gehört und mein größter Horror sind bis heute diese unendlichen parzellierten Stadtrandgebiete ohne Kino, Kneipe, Mittelpunkt, die die Natur verdrängen mit ihren privatisierten laubfreien Einheitsgärten. Ich sitze viel lieber im Garten bei Freunden (bin der geborene Gast!) und wenn ich allein sein will im Hamburger Stadtpark!


Brigitta aus Koblenz (brififreenet.de) 23.01.2004

Hallo Moselmädchen, wer hat das Gefühl nicht manchmal, sich selbst zu begrenzen, sich auszusperren vor der Welt. Was als Selbstschutz gedacht war, erkennt man plötzlich als selbstgebautes Gefängnis. Vor einigen Jahren habe ich das Empfinden mal als Kurzgeschichte verfasst. Da war mir auch danach. Du hast das wunderschön geschrieben.

 

Antwort von Rita Bremm-Heffels (24.01.2004)

Hallo **gr** wieder so ein De ja vu Text...ich wohnte mal in einer ein Zimmerwohnung und träumte von einem großen Haus mit Garten ...herrlich würde das sein.. nun ist es da..ich wohne auf 140 qm ..mit meinem Hund.
Habe mich mit Verträgen für Jahre festgenagelt ..und stelle fest: Man ist in 140 qm nicht glücklicher als in 30 !!!!! Im Gegenteil ... man hat die Mauer noch weiter entfernt gezogen...
LG Rita


Brigitta Firmenich (brififreenet.de) 25.03.2003

Hallo Rita, dein Gedicht kommt mir bekannt vor. Ich habe selbst auch schon mal so ein ähnliches geschrieben, hatte mir einen Turm gebaut, mich abgeschottet, eingeengt. Doch ich sah Ritze, die Licht hinein ließen, mich nach draußen lockten. Ich hoffe, dass auch du dir beim Bau deiner Höhle Lichtschlitze freigelassen hast. Brigitta


Mara Krovecs (eMail unbekannt) 01.03.2003

Hallo Rita , während des daran "werkens" hattest Du Liebe und Begeisterung für Deine ursprünglichen Wünsche. Und die Zeit war bestimmt schön , voller Hoffnung und Lebendigkeit. Wenn hinterher festgestellt wird dass es doch anders gewünscht wird , vielleicht nun , da alles sich verändert hat, ist nun eine andere Zeit angebrochen , die zu hohen Mauern müssen entfernt werden , damit der Blick auf das Neue gelingt. Wir müssen uns wieder und wieder aufmachen , zu neuen Ufern , sind Reisende , unser Gepäck geschultert. Durch Deine Metapher entstehen auch in mir Bilder....... Liebe Grüße Mara

 

Antwort von Rita Bremm-Heffels (01.03.2003)

Hallo Mara, kennst du den Hamster, der damit beschäftigt ist sein Haus zu bauen, zu hüten zu horten?? Der emsig wühlt und scharrt mit einem gewissen Zwang doch sicher auch mit Freude.
Er tut das weil er seine Sippe schützen will.
Handelst du als Mensch nun wie dieser Hamster, hast du eine wunderschöne Höhle, viel Vorrat - nur keiner da, der alles mit dir teilt. Ziemlich verworren - ich weiß, nur manchmal baut man unentwegt Nester und fragt sich dann - wofür?? Wolltest du das eigentlich?
Oder hast du statt des Nestes eigentlich einen zweiten Hamster gesuscht?
Ich bin sicher du verstehst was ich meine.
LG Rita


Adalbert Nagele (adalbert52hotmail.com) 28.02.2003

Hallo Rita, verschließ dich nur nicht hinter deinen schönen Mauern, öffne sie, laß freundliche Menschen hinein und das Echo wird wieder wunderbare musikalische Klänge annehmen. LG Adalbert

 

Antwort von Rita Bremm-Heffels (01.03.2003)

Hallo Adalbert, ich weiß nicht ob du das Gefühl kennst\" dich eingemauert\" zu haben? Alles ist da, wunderschön, genauso wie man es sich vorgestellt hat -und doch ganz anders. Vielleicht sollte ich ein paar Löcher in die Wände brechen damit Musik und Sonne mich wachküssen.
LG Rita


Sylphe (hallimaschhotmail.com) 28.02.2003

Und sie fühlte sich darin geborgen wie ein Embryo im Bauch der Mutter...und doch ist sie trotz einladender Kuschelhöhlen ihre eigene Gefangene. Manchmal ist es ganz gut, sich ein wenig zurückzuziehen, um wieder zu sich selber finden zu können. Du hast dir da einen Kraftort gebaut...mögen die Steine ihre hoffentlich nur positive Wirkung auf dich nicht verfehlen. Dann sind die Mauern um dich rum bald nicht mehr existent...;-)Mit einem lieben Gruss an dich.

 

Antwort von Rita Bremm-Heffels (28.02.2003)


Hallo Syphe......und doch kommt für einen jeden der Moment der Geburt, die Zeit, den Embryo zu verlassen.
Geht man hinaus in die Welt und er bleibt ein Ort des gelegentlichen Rückzugs ist es eine wunderbare Sache -
hat man den\" Geburtstermin\" aus welchen, manchmal berechtigten Gründen auch immer verweigert,
kann der wunderschöne, bunte und weiche Embryo zum Gefängnis werden.
LG Rita


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