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„Nachtklänge - Ein Lied für Doris“ von Ralph Bruse

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Da ihr ja beide beteiligt seid,sprech ich hier euch beide an:
Ralph, dein wunderschöner Text wurde von Ingrid sehr gefühlvoll und prima gesprochen. Einfach ein Genuss zu zu hören.
Euer Teamwork ist einfach super!
Liebe Grüsse, Ingrid und Ralph. Heike


Ralph Bruse (13.03.2021):
haste vorher wahrscheinlich garnicht gelesen, die Ballade, Heike. Ist Team-Work. Macht ja nix. Hast Ingrids´ schön Gesprochenes ja wenigstens gefunden und einen Kommi für uns da gelassen. (hab den Text jetzt nochmal hier reingesetzt, zum Nachschmökern.) Bleib munter. Dankend grüßen Dich Ingrid und Ralph

Ralph Bruse (ralphbrusefreenet.de)

13.03.2021
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Hier nochmal unser gemeinsamer Text zum Mit - Nachlesen:


Nachtklänge

Sie sitzt in ihrer Schneiderei
inmitten alter Kleider,
deren Zeiten längst vorbei
und niemand holt sie – leider.

Dennoch hockt sie bis zur Nacht
in jenem kleinen Laden.
Hört, wie draußen jemand lacht -
reibt sich die beinah tauben Waden.

Versucht ein Lächeln, das schon stirbt,
eh es sich öffnen kann.
Der Apfel, auf dem Tisch, verdirbt.
Sie sieht ihn nicht mal an.

Ihr Brot, daneben, lässt sie liegen.
Der Schwarztee ist längst kalt.
Die Kraft zum Aufstehn will verfliegen,
verlässt sie sicher gänzlich bald.

Sie schafft es bis zum Fensterglas.
Kühlt daran ihre heiße Stirn;
greift schwankend nach dem Metermaß
und beugt sich wieder tief zum Zwirn.

Es wird Nacht – und Doris nickt
erschöpft im krummen Sitzen ein;
sieht nicht im Fenster das Gesicht,
das schon länger schaut herein.

2.
Den Tag lang schon stand Börge hier
am Marktplatz – spielte Lieder.
Er suchte sich ein Schlafquartier:
vergebens, wie oft wieder.

So kam er frierend an ihr Haus,
das abseits sich ins Dunkel duckt.
Dort scheint ein schwaches Licht heraus,
das mal erlischt und mal hell zuckt.

Im Lichtschein, jene Schneiderin...
sie schläft ganz schief und krumm
auf ihrem Stuhl. Lang sieht er hin -
verharrend bleibt er stumm.

Dann nimmt er allen Mut zusammen,
klopft zaghaft an die Scheibe.
Möge sie ihn gleich verdammen:
er bittet nur um kurze Bleibe.

Sie rührt sich – doch sie hört ihn nicht.
Er greift zur alten Geige.
Spielt zitternd in gebrochnem Licht
fünf Lieder bis zur Neige.

Sie dreht sich langsam hin zu ihm -
erschrocken erst, doch dann erstaunt.
Er sieht, wie ihre Ängste fliehn,
sie leise Worte zu sich raunt.

Verlegen streicht sie durch ihr Haar,
streckt den gekrümmten Körper lang.
Die Augen leuchten hell und klar -
ergriffen von dem Geigenklang.

Börges schmale Finger gleiten,
fast zärtlich und mit viel Geschick.
Er bringt ihr längst vergang´ne Zeiten
in das triste Heim zurück.

Lächelnd öffnet sie die Türen,
bietet ihm ein Bett zur Nacht.
Einmal wieder Leben spüren.
Hat Zufall ihn hierher gebracht?

3.
....Die Straße riss ihn wieder fort -
doch Liebe fand er nirgends dort:
wie einst hier,
bei ihr.


(c) Ingrid Bezold & Ralph Bruse
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Gefällt mir ausgezeichnet!!!

Herzlich grüßt Wolfgang

Ralph Bruse (11.03.2021):
besten Dank. Es grüßen Ingrid & Ralph

readysteadypaddy (onkel.merlinweb.de)

11.03.2021
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Hallo Ralph,

ein schönes Gedicht. Es erinnert mich an meine Mutter. Sie hat auch geschneidert. Und oft habe ich auch bei ihr das Gefühl, sie ist im Leben nie ganz glücklich geworden. Aus meiner Sicht hat das ein bisschen was mit dem zu tun, was du in diesem Gedicht, glaube ich, andeutest: Alles auf eine Karte setzen (im Fall von deinem Gedicht der Beruf), und dann nichts mehr zu haben, wenn diese Karte versagt. Ich zumindest vertraue auf das Leben, und dass es größer und weiter ist als die Verzweiflung. Es "spült" einem immer wieder solche Glücksmomente wie den hier beschriebenen an den eigenen "Strand". Wie geht es dir, Ralph? Ich hoffe gut. Ingrid liest deine gedichte ja auch sehr schön, aber ich habe sie auch von dir gelesen immer wieder gern gehört.

Alles Liebe,

Patrick Rabe

Ralph Bruse (11.03.2021):
Ingrid und ich haben das Geschriebene ja gemeinsam ausge- heckt, Patrick. Eigentlich auch ein ´´Lied´´ für ´´kleine, unscheinbare´´ Leute, die sich schon immer durchkämpfen mussten. Und dann kurze, schöne Momente nehmen, wie sie oft sind: schön und auch flüchtig. Für uns größter Lohn, wenn Dich die Ballade auch an deine Mutter erinnerte - in Wehmut, Trauer, wie auch immer. Hast Dir sehr viel Mühe gegeben mit deiner Antwort - dafür sind wir umsomehr dankbar. Es grüßen Dich Ingrid und Ralph

freude (bertlnagelegmail.com)

10.03.2021
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...Ralph, alle Achtung! Ein Gedicht mit all eurem einfühlsamen Können, wunderbar dargebracht von Ingrid.
LG Bertl.

Ralph Bruse (10.03.2021):
müßte eigentlich unter Ingrids´ Namen hier stehen, das Vertonte, weil sie ja den ´´Job´´ hier gemacht hat, Bertl. Okay, übernehme ich wenigstens das Dankeschön in unser beider Namen. Es grüßen Dich Ingrid und Ralph

Renate Tank (renate-tankt-online.de)

10.03.2021
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Schon mal als Gedicht gelesen und kommentiert.
Ingrid, du hast den Worten eine schöne Stimme
geschenkt, was alles noch viel eindrücklicher macht.

Sehr gut gelungen!

Liebe Grüße sendet Euch Renate



Ralph Bruse (10.03.2021):
Die Stimme kann Geschriebenes entweder runterziehn, oder verstärken. Stimmt, Renate: Ingrids Gesprochenes hebt es in die bessere Richtung - finde ich auch. Wir sagen danke. Sei gegrüßt von Ingrid und Ralph.

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Wundervolle Poesie lieber Ralph und auch die "Stimme - Präsentation"! Euch viele liebe Grüße in den Abend der Franz

Ralph Bruse (10.03.2021):
die ´´Stimm-Präsentation´´ von Ingrid ist schon besonders. Da stimme (Doppelmoppler, pardon) ich Dir hundertpro zu, Franz. Wir sagen vielen Dank für die geschenkte Zeit und deine prima Rückmeldung. Es grüßen Dich Ingrid & Ralph

Ursula Rischanek (daisy1190a1.net)

10.03.2021
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Liebe Ingrid, lieber Ralph - kongeniales Zusammenspiel!

Liebe Grüße Euch Beiden - Uschi

Ralph Bruse (10.03.2021):
Das freut uns, Uschi. Danke. Es grüßen auch Dich Ingrid & Ralph

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