Kommentare unserer Leserinnen und Leser zur Kurzgeschichte
„21. März 2003. Der Wind der Zeit“ von Lothar Krist


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badex

08.11.2005
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:)

buji

19.09.2004
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Liebe Leser! Liebe Leserinnen! Ich habe eine schöne Beschwerde zu dieser Geschichte erhalten, die ich Euch ob ihrer süßen Missverständlichkeit nicht vorenthalten möchte: "Beschwerde zur Geschichte 21. März 2003. Der Wind der Zeit von Lothar Krist > Grund: > Ich weiss nicht genau, ob Solche Ausdrücke wie \"Ficken\" und \"Krieg\", immer wieder in einem Atemzug von Lothar K. genannt, einfach nur ponographisch sind oder uns wohlmöglich das ganze Aumaß seiner kranken Psyche offenbaren. Sein Werk \"Der Wind der Zeit\" ist wohl der niveauloseste, kriegverharmlosendste Schund, den meine literarisch verwöhnten Augen gesehen haben. > Am: 2004-09-19 01:17:45 > 84.72.26.183 (84-72-26-183.dclient.hispeed.ch) Mozilla/4.0 (compatible; > MSIE 6.0; Windows NT 5.1; .NET CLR 1.1.4322)"

Ein(e) Unbekannte(r) Leser/-in

28.07.2004
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Hallo, die Schwülstigkeit des Textes nimmt ihm viel von seiner Stimmung, von der man ahnt, das sie sich ausbreiten könnte. Weil der Text unter der Kategorie "erotische Texte" eingereiht ist, sollte er seinem Anspruch auch annähernd gerecht werden.

Lothar Krist (28.07.2004):
Hi!
Ja, du hast Recht. Ich hätte sie unter \"Krieg\" veröffentlichen sollen.
lg
Lothar

Lene

06.05.2003
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Ich finde diese Geschichte einfach hervorragend. Sicher, über sprachliche Eigentümlichkeiten stolpert mann/frau; wo ist da das Problem? Der Kern ist ein anderer. Für mich stimmen die Metaphern. Und für mich stimmt die harte Kontrastierung. Krieg - und Ficken. Man denke: Von alters her ist Vergewaltigung von Frauen ein Mittel des Krieges (nicht nur in Bosnien; Raub der Sabinerinnen! Kreuzzüge! Conquista! Aber auch: "Sklavinnen" in USA). Sie hat einen "Sinn" darin, die Eroberung auch genetisch zu sichern. Und hier: Ficken, weil es zu unserer Natur gehört. Natur. Dagegen: Krieg als Unkultur. Ja, als Frau kenne ich dies. Lysistrate hat es eingesetzt, dieses Gefühl. Diese Frau hier auch. Am Baum 21. Ich hätte sie sein mögen. Ich hab auch gestanden, mich ausziehen lasssen, Sinnbild gegen den Krieg. Mich diesem Tanz hingegeben, dieser wundervollen Choreografie, die wir beherrschen ohne sie gelernt zu haben. Ich weiß, was mit mir dabeigeschieht. Es ist schon verrückt, es im Stehen zu tun. Die Mitte unseres Körpers strahlt. Und das Augenzwinkern dabei: Als ob nur der Mann geil würde - ich werde es auch, ich spüre es, in jener Zwischenregion von Körper und Geist, die plötzlich nicht mehr Grenzlinie, sondern unser Lebensbereich ist. Das Hohe Lied auf kreatürliche Geilheit. Hier haben Beckmesser ihren Scharfsinn umsonst eingesetzt. Ich bin gerne geil. Und nach dieser Lektüre muss ich sagen: Ich ficke gern.

Lothar Krist (16.05.2003):
Liebe Lene!
Ich weiß nicht, habe ich Dir nicht schon geantwortet? Aber die Antwort ist wohl futsch, na ja, wenn nicht, dann jedenfalls Danke für Deine netten Worte.
Liebe Grüße
Lothar

Alexander

15.04.2003
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Leider kann ich mich nicht zurückhalten, hier etwas Kritik loszulassen. Ich hoffe, es wirkt nicht allzu oberlehrerhaft. Inhaltlich habe ich an Deiner Geschichte nichts auszusetzen, Lothar, aber an Deiner Sprache musst Du noch etwas arbeiten. Nichts gegen Wortneuschöpfungen, und Du scheinst ja wirklich kreativ in dieser Richtung zu sein, aber man kann nicht jeden Satz damit vollstopfen, ohne dass er zu pathetisch und damit unfreiwillig komisch wirkt. Ich weiß, Du willst die tiefe und verborgene Bedeutung, die jedem noch so kleinen Ding oder Ereignis innewohnt, mit aller Macht in Deinen Text wuchten. Das kann aber auch nach hinten losgehen, wenn man dabei zu dick aufträgt und seine Metaphern nicht sorgfältig auswählt (Bsp. 1. Absatz: "...schreite (langsamen) Schrittes", "das(...)Tal(...)bricht"; weiter unten: der Hund "elastiziert sich", usw.). Versteh´mich nicht falsch, ich denke, wenn Du etwas sparsamer "würzt", kannst Du auch gute ernste Geschichten schreiben, über die man nicht lachen muss. Aber vielleicht bin ich ja auch bloß gefühlskalt. ;)

Lothar Krist (16.04.2003):
Lieber Alexander!

Danke für Deine Kritik. Ich sehe es aber anders. Mir ist natürlich klar, dass ich mit meiner Art zu schreiben, nicht sehr viele Leute anspreche, aber das will ich vielleicht auch gar nicht. Und ich habe zu diesem Text (Titel nur: Der Wind der Zeit, Autor: buji) auch schon andere Kritiken erhalten, zB in kg.de, im Forum Romantik/Erotik:
\"buji, mit diesem Text bist Du zum ersten Mal sehr nahe an dem von Dir benannten Ideal der expressionistischen Schriftsteller dran. Dichtung und Wahrheit geben sich hier die Hand. Gut gemacht.\"

Und gerade diese Stelle mit dem Hund gefällt mir von der Geschichte am Besten. Ich wollte diese Situation einfach mit neuen Worten beschreiben, es war mir egal, wenn sie nach Kitsch klingen. Diese Schönheit und Klarheit der Landschaft an diesem Tag, und dieses Feeling, das diese alte Frau mit dem jungen Hund verstrahlte, war einfach reine Schönheit, ja reiner schöner Kitsch. Und genau das wollte ich auch in der Sprache selbst wiedergeben, nicht nur durch das bloße Erzählen der Situation.

Der junge Hund stand jedes Mal auf seinen Hinterbeinen, während die Frau mit dem Arm ausholte. Er beobachtete den Stock. Und wenn die Frau den Stock dann über seinen Kopf hinweg warf, dann sprintete er aus diesen Hinterbeinen heraus weg, ohne die Vorderbeine, mit denen er zuvor so Männchen machte, einzusetzen. Sein Körper war wie ein elastisches Gummiband, einfach wunderschön anzuschauen.

Ich weiß, es ist immer wieder ein Risiko, sich in so einen Grenzbereich der Sprache zu begeben, aber ich gehe dieses Risiko ein, es ist mir lieber, als in Herkömmlichkeiten zu verfallen. Ich schreibe ja nicht für einen Verlag, niemand muss dafür bezahlen, wenn er mich liest. Niemand \"muss\" mich lesen. Das ist wie mit der Musik. Es gibt so viele Stilrichtungen, jeder hat seine Vorlieben. Bei Literatur ist es ebenso. Deshalb denke ich auch nicht, dass Du \"gefühlskalt\" bist, wie Du schreibst. Du fühlst einfach anders. Das ist schon okay.

Aber Du darfst mir glauben: dieses Bild an diesem schönen Tag war einfach reiner Kitsch, insb wenn man bedenkt, dass einen Tag zuvor der Irakkrieg begonnen hat, und somit das Leid und das Sterben von so vielen Menschen. Ich wollte diese Gegenüberstellung auch sprachlich irgendwie verarbeiten. Ich versuche das eigentlich immer irgendwie. Diese ewigen Widersprüche in unserer Welt sind doch real. Dem Einen geht es gut, der Andere sitzt bis zum Hals im Dreck. Deshalb wechsle ich oft auch den \"Ton\", oder ich gehe von der schönsten Situation direkt in die Scheiße über, wie es eben im Leben auch oft ist, so a la \"From dusk till down\" von Quentin Tarantino, nur dass ich von einem Satz in den anderen in den Horror des Lebens übergleite.

Ich hoffe, ich konnte mich irgendwie vermitteln.
Liebe Grüße
Lothar

asaria

14.04.2003
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wie wohltuend... sprache... wie erotisch... intelligenz... wie erquickend für mein... hirn... eine verbeugung flüster...danke... asaria.

Lothar Krist (21.04.2003):
Liebe asaria!
Danke für Deine netten Worte.
Liebe Grüße
Lothar

Jörn C. Meyer

07.04.2003
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Und genau das halte ich für die richtige Einstellung. Vielleicht ändert eine einzelne Meinung nichts, aber das gibt uns allen nicht das Recht, schweigend hinzunehmen, was unrecht ist. Wir haben die Möglichkeit, ich möchte fast sagen: die Pflicht, unserem Unmut Luft zu machen, und es gibt genug Leute in der amerikanischen Politik, die ich gern mit noch etwas schlimmeren Wörtern belegt sehen würde. Ich persönlich halte mich da an Bertolt Brecht: wir alle, die hier veröffentlichen (dich und mich eingeschlossen) stellen unsere kurzgeschichten oder gedichte und damit unsere Meinung, mehr oder weniger offen, einem beliebig breiten Publikum zur Verfügung. Das dabei unsere eigene Einstellung durchschlägt: kein Zweifel. Und ebenfalls kein Zweifel besteht daran, dass es immer Leute gibt, die das ganze in den falschen Hals bekommen und Terror machen. Aber vielleicht ist es gar nicht so schlimm, denn selbst wenn unter den hundert Kritikern einer ist, der sagt: "Hey Mann, ich verstehe was du sagst." oder noch besser "Hey Mann, du hast mir die Augen geöffnet", dann haben wir Großes vollbracht. Und wenn man nun so etwas obskures dazu braucht, wie zum Beispiel die Verbindung zwischen Erotik und Krieg, um es den Leuten ins Bewusstsein zu hämmern, halte ich das nicht für schlimm. Ich ende diesen Vortrag mit der Bitte, ein wenig mehr mit dir in Kontakt treten zu dürfen. Falls Interesse deinerseits besteht, meine E-Mail-Addresse ist beigefügt. In diesem Sinne, Jörn C. Meyer http://soulfish.koushiro.de

Lothar Krist (14.04.2003):
Lieber Jörn!

Danke! Du hast Recht. Das Problem insb hier in Europa ist, dass eine ganze Menge Leute die Tragweite der Problematik noch gar nicht richtig einordnen kann, insb unter den Intellektuellen. Es geht ja gar nicht mehr allein um den Krieg, es geht vor Allem darum, wie diese Kriege heute geführt werden, mit welchen Waffen. Die westl. Intellektuellen und Künstler haben sich Jahrzehntelang der Gewaltproblematik gänzlich verschlossen, sie einfach negiert. Es hat sie u.a. auch nie interessiert, welches Waffenarsenal da hinter ihrem Rücken \"heran gewachsen\" ist. Manche haben bis vor Kurzem (2 - 3 Wochen) noch nie etwas von der DU-Munition gehört, für viele ist dieser Begriff sogar heute noch trotz der \"zarten\" Berichterstattung neuerdings in einigen Medien (Spiegel, usw) ein \"spanisches Dorf\", siehe meine Geschichte \"Am Arsch der Zeit\" hier in Krieg & Frieden. Ähnliches passiert mir fast jeden Tag, da ich die Leute, die ich so antreffe, ja oft auf die Probe stelle, schließlich will ich ja eine Bestätigung dafür haben, was ich so schreibe und warum. Ja, es ist sogar so, dass sie mir ins Gesicht sagen: 2Lass mich mit dem Scheiß in Ruhe, das interessiert mich nicht! Ich will davon nichts hören.\" So Etwas passiert mir aber oft auch mit Leuten, die sonst bei jeder Demo dabei sind, auch jetzt bei den Friedensdemos.

Ich frage mich dann: Wie kann ich den Kampf, ja den Krieg gegen den Krieg gewinnen (wie ich es bezeichne), wenn ich nicht die geringste Ahnung davon habe, gegen WAS ich da wirklich kämpfe?

Na ja, mir erscheint momentan Alles so sinnlos zu sein. Tut mir leid. Ich melde mich per E-Mail bei Dir.

Liebe Grüße
Lothar

Jörn C. Meyer

23.03.2003
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Genial! Dieser Text ist der beste, den ich heute auf dieser Seite gelesen hab. Nicht zwingend erotisch, aber doch richtig eingeordnet auf dieser Seite. Absurd, abstrakt, erschreckend und mit einer wundervollen Wortwohl. Dieser Text ist etwas besonderes und hat die 1 verdient wie kein zweiter. Respekt!

Lothar Krist (07.04.2003):
Lieber Jörn!

Danke. Ich kann Deine aufmunternden Worte gebrauchen. Wie Du ja an obigem Post sehen kannst, weht mir der Wind der Zeit ja sonst nicht so Positives entgegen. Ich bin wohl einer der wenigen, die es schon wagen, das Wort \"Atomkrieg\" auszusprechen. Aber wir führen seit 1991 Atomkriege mit einer neuen Generation von Atomwaffen, der DU-Munition. Und in diesem 2. Irakkrieg wird nun auch in den Städten damit herum geballtert. Wer weiß, vielleicht werden wir in 10 Jahren die Städte Bagdad, Basra, Tikrit usw. zu Todeszonen erklären?

Ich weiß, daran wagt heute niemand zu denken, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass mit dieser DU-Munition nicht zu spaßen ist, nicht umsonst klagen 4500 Golfkriegsveteranen die eigene Regierung, nicht umsonst hat sich in Ex-Jugoslawien die Krebsrate bei Kindern vertausendfacht (von ein paar 100 zu 21.000), usw.

Ich packe diese Problematik des Kriegs mit Absicht auch in meine Erotikgeschichten. Die Abartigkeit unserer Zeit von Heute soll einfach überall spürbar sein. Ich weiß, das gefällt vielen nicht, ist mir aber egal.

Danke noch mal und liebe Grüße
Lothar

Katja

23.03.2003
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Meinst du das eine Geschichte alles verändern kann? Die Beschimpfung von irgendwelchen Amerikanern bringt auch nichts.

Lothar Krist (23.03.2003):
Ich denke, in der Geschichte sind keinerlei Beschimpfungen enthalten, nur Feststellungen. Wenn du den Nachsatz mit John Ashcroft meinst, diese Aussage hat er selbst gemacht. Der ist ein strenger \"Missionar\", der glaubt sogar daran.

Ne, eine Geschichte ändert tatsächlich nichts. Aber soll man deshalb darüber schweigen? Ich weiß, dass ist den Kriegstreibern ja immer wieder das Liebste, deshalb decken sie ja auch immer wieder über ihre Handlungen den Mantel der Zensur. In den USA wird diese Zensur ja heute wieder einmal praktiziert, siehe nur diese obskure Oskarverleihung. Nahezu jeden Tag wurde in den letzten Monaten eine Lüge zur Iraklage aufgedeckt.

Manche Leute wollen halt noch immer nicht daran denken, dass die USA jetzt in den nächsten 10 - 15 Jahren zum Big Brother werden könnten, dabei ist es doch das natürlichste der Welt. Irgendwann muss mal einer kommen, der Alles will und es auch kriegt. Das ist so menschlich, wie essen, trinken, aufs Klo gehen, schlafen, und es ist sogar noch sicherer als das Amen im Gebet.

bG
Lothar

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