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Lothar Krist (28.07.2004):
Hi!
Ja, du hast Recht. Ich hätte sie unter \"Krieg\" veröffentlichen sollen.
lg
Lothar
Lothar Krist (16.05.2003):
Liebe Lene!
Ich weiß nicht, habe ich Dir nicht schon geantwortet? Aber die Antwort ist wohl futsch, na ja, wenn nicht, dann jedenfalls Danke für Deine netten Worte.
Liebe Grüße
Lothar
Lothar Krist (16.04.2003):
Lieber Alexander!
Danke für Deine Kritik. Ich sehe es aber anders. Mir ist natürlich klar, dass ich mit meiner Art zu schreiben, nicht sehr viele Leute anspreche, aber das will ich vielleicht auch gar nicht. Und ich habe zu diesem Text (Titel nur: Der Wind der Zeit, Autor: buji) auch schon andere Kritiken erhalten, zB in kg.de, im Forum Romantik/Erotik:
\"buji, mit diesem Text bist Du zum ersten Mal sehr nahe an dem von Dir benannten Ideal der expressionistischen Schriftsteller dran. Dichtung und Wahrheit geben sich hier die Hand. Gut gemacht.\"
Und gerade diese Stelle mit dem Hund gefällt mir von der Geschichte am Besten. Ich wollte diese Situation einfach mit neuen Worten beschreiben, es war mir egal, wenn sie nach Kitsch klingen. Diese Schönheit und Klarheit der Landschaft an diesem Tag, und dieses Feeling, das diese alte Frau mit dem jungen Hund verstrahlte, war einfach reine Schönheit, ja reiner schöner Kitsch. Und genau das wollte ich auch in der Sprache selbst wiedergeben, nicht nur durch das bloße Erzählen der Situation.
Der junge Hund stand jedes Mal auf seinen Hinterbeinen, während die Frau mit dem Arm ausholte. Er beobachtete den Stock. Und wenn die Frau den Stock dann über seinen Kopf hinweg warf, dann sprintete er aus diesen Hinterbeinen heraus weg, ohne die Vorderbeine, mit denen er zuvor so Männchen machte, einzusetzen. Sein Körper war wie ein elastisches Gummiband, einfach wunderschön anzuschauen.
Ich weiß, es ist immer wieder ein Risiko, sich in so einen Grenzbereich der Sprache zu begeben, aber ich gehe dieses Risiko ein, es ist mir lieber, als in Herkömmlichkeiten zu verfallen. Ich schreibe ja nicht für einen Verlag, niemand muss dafür bezahlen, wenn er mich liest. Niemand \"muss\" mich lesen. Das ist wie mit der Musik. Es gibt so viele Stilrichtungen, jeder hat seine Vorlieben. Bei Literatur ist es ebenso. Deshalb denke ich auch nicht, dass Du \"gefühlskalt\" bist, wie Du schreibst. Du fühlst einfach anders. Das ist schon okay.
Aber Du darfst mir glauben: dieses Bild an diesem schönen Tag war einfach reiner Kitsch, insb wenn man bedenkt, dass einen Tag zuvor der Irakkrieg begonnen hat, und somit das Leid und das Sterben von so vielen Menschen. Ich wollte diese Gegenüberstellung auch sprachlich irgendwie verarbeiten. Ich versuche das eigentlich immer irgendwie. Diese ewigen Widersprüche in unserer Welt sind doch real. Dem Einen geht es gut, der Andere sitzt bis zum Hals im Dreck. Deshalb wechsle ich oft auch den \"Ton\", oder ich gehe von der schönsten Situation direkt in die Scheiße über, wie es eben im Leben auch oft ist, so a la \"From dusk till down\" von Quentin Tarantino, nur dass ich von einem Satz in den anderen in den Horror des Lebens übergleite.
Ich hoffe, ich konnte mich irgendwie vermitteln.
Liebe Grüße
Lothar
Lothar Krist (14.04.2003):
Lieber Jörn!
Danke! Du hast Recht. Das Problem insb hier in Europa ist, dass eine ganze Menge Leute die Tragweite der Problematik noch gar nicht richtig einordnen kann, insb unter den Intellektuellen. Es geht ja gar nicht mehr allein um den Krieg, es geht vor Allem darum, wie diese Kriege heute geführt werden, mit welchen Waffen. Die westl. Intellektuellen und Künstler haben sich Jahrzehntelang der Gewaltproblematik gänzlich verschlossen, sie einfach negiert. Es hat sie u.a. auch nie interessiert, welches Waffenarsenal da hinter ihrem Rücken \"heran gewachsen\" ist. Manche haben bis vor Kurzem (2 - 3 Wochen) noch nie etwas von der DU-Munition gehört, für viele ist dieser Begriff sogar heute noch trotz der \"zarten\" Berichterstattung neuerdings in einigen Medien (Spiegel, usw) ein \"spanisches Dorf\", siehe meine Geschichte \"Am Arsch der Zeit\" hier in Krieg & Frieden. Ähnliches passiert mir fast jeden Tag, da ich die Leute, die ich so antreffe, ja oft auf die Probe stelle, schließlich will ich ja eine Bestätigung dafür haben, was ich so schreibe und warum. Ja, es ist sogar so, dass sie mir ins Gesicht sagen: 2Lass mich mit dem Scheiß in Ruhe, das interessiert mich nicht! Ich will davon nichts hören.\" So Etwas passiert mir aber oft auch mit Leuten, die sonst bei jeder Demo dabei sind, auch jetzt bei den Friedensdemos.
Ich frage mich dann: Wie kann ich den Kampf, ja den Krieg gegen den Krieg gewinnen (wie ich es bezeichne), wenn ich nicht die geringste Ahnung davon habe, gegen WAS ich da wirklich kämpfe?
Na ja, mir erscheint momentan Alles so sinnlos zu sein. Tut mir leid. Ich melde mich per E-Mail bei Dir.
Liebe Grüße
Lothar
Lothar Krist (07.04.2003):
Lieber Jörn!
Danke. Ich kann Deine aufmunternden Worte gebrauchen. Wie Du ja an obigem Post sehen kannst, weht mir der Wind der Zeit ja sonst nicht so Positives entgegen. Ich bin wohl einer der wenigen, die es schon wagen, das Wort \"Atomkrieg\" auszusprechen. Aber wir führen seit 1991 Atomkriege mit einer neuen Generation von Atomwaffen, der DU-Munition. Und in diesem 2. Irakkrieg wird nun auch in den Städten damit herum geballtert. Wer weiß, vielleicht werden wir in 10 Jahren die Städte Bagdad, Basra, Tikrit usw. zu Todeszonen erklären?
Ich weiß, daran wagt heute niemand zu denken, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass mit dieser DU-Munition nicht zu spaßen ist, nicht umsonst klagen 4500 Golfkriegsveteranen die eigene Regierung, nicht umsonst hat sich in Ex-Jugoslawien die Krebsrate bei Kindern vertausendfacht (von ein paar 100 zu 21.000), usw.
Ich packe diese Problematik des Kriegs mit Absicht auch in meine Erotikgeschichten. Die Abartigkeit unserer Zeit von Heute soll einfach überall spürbar sein. Ich weiß, das gefällt vielen nicht, ist mir aber egal.
Danke noch mal und liebe Grüße
Lothar
Lothar Krist (23.03.2003):
Ich denke, in der Geschichte sind keinerlei Beschimpfungen enthalten, nur Feststellungen. Wenn du den Nachsatz mit John Ashcroft meinst, diese Aussage hat er selbst gemacht. Der ist ein strenger \"Missionar\", der glaubt sogar daran.
Ne, eine Geschichte ändert tatsächlich nichts. Aber soll man deshalb darüber schweigen? Ich weiß, dass ist den Kriegstreibern ja immer wieder das Liebste, deshalb decken sie ja auch immer wieder über ihre Handlungen den Mantel der Zensur. In den USA wird diese Zensur ja heute wieder einmal praktiziert, siehe nur diese obskure Oskarverleihung. Nahezu jeden Tag wurde in den letzten Monaten eine Lüge zur Iraklage aufgedeckt.
Manche Leute wollen halt noch immer nicht daran denken, dass die USA jetzt in den nächsten 10 - 15 Jahren zum Big Brother werden könnten, dabei ist es doch das natürlichste der Welt. Irgendwann muss mal einer kommen, der Alles will und es auch kriegt. Das ist so menschlich, wie essen, trinken, aufs Klo gehen, schlafen, und es ist sogar noch sicherer als das Amen im Gebet.
bG
Lothar
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