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„. . . die Apokalypse der Bienen hat längst begonnen (II)“ von Horst Werner Bracker


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Lieber Horst Werner,
leider hat sich bewahrheitet, was Du in Deinem Artikel aus 1988 vorausgesehen hast. Und ich
fürchte, das Ende der Fahnenstange ist noch lange nicht in Sicht. Die Möglichkeiten, dem
Bienensterben entgegen zu wirken, sind gering. Dennoch sollten gerade die Imker hier in vorderster
Reihe stehen. Die Realität sieht aber leider anders aus.
In unserer Lokalzeitung kann man in jedem Frühjahr lesen, dass ca. 40% (so im Mittel) der Völker
den Winter nicht überlebt haben. Wenn ich so etwas lese könnte mir der Kragen platzen. Sind diese
"Imker" nicht in der Lage, ihre Bienen gegen Varoa zu behandeln? Ich habe in meinem Freundeskreis
Imker, denen solche Ausfälle unbekannt sind (lediglich 2 Völker in 15 Jahren). Diese behandeln
ihre Völker mit Ameisensäure. Diese ist natürlich auch ein Produkt der Pharmaindustrie, aber ich
denke nicht annähernd so schlimm, wie das unselige Perizin, von den Kosten mal ganz zu schweigen.
Gute Erfolge wurden auch mit "Bienenwohl" erzielt, das ja leider hierzulande auf Betreiben der
Pharmaindustrie keine Zulassung hat.
Ein alter Imker sagte mir, dass er seine Bienen schreien hört, wenn er sie mit Perizin behandelt.
Daraufhin hat er jegliche Varoa-Behandlung aufgegeben. Wie seine Völker aussehen, kannst Du Dir
sicher vorstellen. Selbiger Imker erklärte mir, dass seine Bienen (Wie praktisch!) nicht schwärmen
würden. Seine Völker waren eine Brutstätte der Varoamilbe. Wäre er nicht inzwischen verstorben,
hätte man ihm die Völker besser abschwefeln sollen. Imker dieses Schlages sind leider keine
Seltenheit. Ich habe gerade bei alten Imkern immer wieder haarsträubende Zustände beobachten
können. Würde es sich hier nicht um Insekten handeln, sondern um Säugetiere, wäre schon längst das
Veterinäramt vorstellig geworden und hätte ein lebenslanges Bienenhalteverbot ausgesprochen.
Wo ich jetzt schon bei den "alten" Imkern bin, gleich noch ein paar Worte zu den Imkervereinen.
Ich möchte diese hier keineswegs alle verteufeln. Es gibt in unserem Landkreis auch
einen(!)Imkerverein, der eine sehr gute Öffentlichkeitsarbeit betreibt und durchaus mit Erfolg
Nachwuchs unter jungen Menschen findet. Leider ist das die Ausnahme. Die Öffentlichkeitsarbeit der
übrigen Imkervereine unseres Landkreises tendiert gegen null. Wer dann als Jungimker tatsächlich
überhaupt von der Existenz eines solchen Vereines erfahren hat und an einer Sitzung des selben
teilgenommen hat, wird sich zumeist mit Grauen von diesem abwenden und lieber ohne Verein imkern.
Vereinsmeierei vom schlimmsten. Aufgeschlossenheit für neue wissenschaftliche Erkenntnisse, -
Fehlanzeige. "Das haben wir schon immer so gemacht und werden es auch weiter so machen" ist hier
der Grundtenor. Wenn dann tatsächlich mal ein Herr vom Celler Bieneninstitut zu einem Vortrag
geladen wird und über Varoabekämpfung, Celler Rotationsprinzip oder andere interessante Themen
doziert, könnte er ebenso gegen eine Wand sprechen. Die einzige Wortmeldung zu seinem Vortrag aus
den Reihen der Imker: "Ich habe ihnen vor zwei Wochen eine Probe geschickt, was ist denn nun
damit" -Ich denke das spricht für sich.
Ach ja, es wird ja auch gerne das ertragreichste Volk prämiert. Wer hätte denn nicht gerne die
entsprechende Urkunde an der Wand hängen? Die Folge solch unsinniger Wettbewerbe ist, dass auch
der letzte Tropfen Honig von den Völkern genommen wird. An sofortiges Auffüttern wird natürlich
nicht gedacht. Das passiert dann frühestens im Herbst. Und wenn es ganz dicke kommt, werden die
armen Viecher auch noch in die Heide geschleppt. Dass diese nur alle paar Jahre honigt -unbekannt.
Die Völker verhungern. Schuld sind dann natürlich die Spinnen, die fast alle Bienen gefangen
haben. Wie sonst kann es sein, dass die Beuten nach der Heideblüte leer sind. Dass Bienenvölker
nur gesund sein können, wenn sie wenigstens einen Teil ihres Honigs behalten und sich nicht nur
mit Zucker über den Winter quälen müssen, scheint vielen "Imkern" unbekannt zu sein. Oder ist es
nur die Gier, möglichst viel Honig zu ernten, obwohl ja die Ernten der letzten Jahre noch im
Keller vor sich hin rotten? Ein schwaches Volk vielleicht einmal gar nicht zu beernten und
komplett auf seinem Honig sitzen zu lassen, bewirkt Wunder. Oft sind es dann gerade diese, die im
nächsten Jahr zu den besten Wirtschaftsvölkern zählen. Aber soviel Weitblick darf man wohl von den
meisten "Imkern" nicht erwarten. Ja, da werden sogar Ableger ihres Honigs beraubt!
So lieber Horst Werner, jetzt muss ich besser aufhören, bevor ich noch in Rage gerate. Zum Glück
gibt es auch mittlerweile eine Menge Jungimker, für die der Spaß am Umgang mit den Bienen an
erster Stelle steht und die Honigernte ein schöner "Nebeneffekt" ist.
Liebe Grüße, Ralf

Horst Werner Bracker (20.07.2015):
Hallo Ralf, dein Interesse an diesem Thema hat mich doch überrascht. Deine Kenntnisse in Sachen Imkerei lässt darauf schließen, dass Du Imker bist! Deine Kritiken an den Imkervereinstabenden, gibt mir Gewissheit! Zu deinen Einstellungen, den Bienen gegenüber, kann ich dich beglückwünschen! Du bist ein respektvoller Imker! Liebe Grüße! Horst Werner

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Lieber Horst Werner,
ein ganz aktuelles Thema, man hört es in Medien und Nachrichten über das Bienensterben. Honigbienen sind so lebenswichtig, deshalb sollten zwischen Landwirte und Imker eine gute Zusammenarbeit sein. Auch gerade in der Pflanzenwelt muss Schutz durch fremde, giftige Pflanzen mehr getan werden! Bedingt vielleicht auch durch chaotischen Klimawandel?
Dein Beitrag mahnt uns alle, so auch deine Anmerkung! Mensch sollte mehr nachdenken, ehe es zu spät ist! Noch spricht man von Hoffnung, aber wie lange?
Liebe WE-Grüße schickt dir deine Freundin Gundel

Horst Werner Bracker (20.07.2015):
Liebe Gundel, ja, ein hoch akutes und ernstes Thema das mit den Bienen! Hoffen wir, das alles gut verläuft! Dir Gundel, die allerbesten Grüße aus Hamburg! Dein Freund Horst Werner

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