Kommentare unserer Leserinnen und Leser zur Kurzgeschichte

„... Théories du Complot: Trivialität & Tristesse des Seins_3“ von Egbert Schmitt

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Funky (hansreiterme.com) 15.01.2018

Mein lieber Egbert,
eine sehr gelungene und sachliche Zusammenfassung (wie gewohnt von dir) dessen, was dem einfachen Menschen, also gelegentlich uns allen, einen Vorwand liefert, Dinge, Vorkommnisse oder Zusammenhänge als Futter hinzunehmen, weil wir just in diesem Augenblick das Einfache lieben und das Hirn gerne ausgeschaltet haben. Manchmal oder vielleicht sogar sehr oft werden wir von solcherart Theorien überrascht und tendieren dazu, ihnen Glauben beizumessen, weil sie uns aus vertrauten Quellen entgegensprudeln. Dann denken wir nach, einige unserer Spezies jedenfalls, und wir stellen fest, dass das, was uns da aus TV, Presse und anderen Informationsverbreitern entgegenschlägt, nicht zusammenpasst, nicht sein kann, unseren Erfahrungen widerspricht, aber da ist es schon in der Welt, eine kleiner, weiterer lodernder Funke Unheils. Genau darauf, in diese Wunde, hast du den Finger gelegt. Danke dafür!
Ciao und servus - Hans

 

Antwort von Egbert Schmitt (16.01.2018)

Hallo Hans ... dass ICH SELBST nicht davon gefeit bin, falsch zu liegen, wahr von unwahr zu unterscheiden, soll folgender Bericht aufzeigen, der mir am 16. Januar 2018 Nächtens um Mitternacht sich zutrug. Da ich selbst in jungen Jahren mich des Wettbewerbs-Genre der klassischen Dokumentation bediente sowie dadurch einer eigene Wettbewerbs-Produktion filmisch erlag; und mich der bewährten Aufbau Handwerklichen-Regularien bediente, deshalb auch Preise einheimste, so dachte ich bislang, dass ich eine schlecht produzierte Doku ausfiltern kann, als Verschwörung- oder Faktenfälschung erkenne, welche Motive und Beweggründe auch dahinter sich verbergen. (oh weh - ein langer Satz). Finde immer welche, gerade weil Sie relativ fundiert daherkommen und IHRE FAKTEN argumentativ geschickt darlegen. Teile mir ja einen NETFLiX Filmancount mit meinem Sohn und dessen Wohngemeinschaft. Sind sehr gute Dokus dabei und sehr glaubhaft. Sah mir den DOKU-Film \\\\\\\"Schätze aus dem Wrack der Unglaublichen\\\\\\\", an, der erste abendfüllende Film des britischen Kunstmarkt-Stars Damien Hirst, der dieser Tage Premiere feierte. Allerdings nicht in den Filmräumen der großen Museen, sondern eben auf Netflix. Bin hin und weg gewesen. Einer der besten Filme eines Schatzfundes – der besonderen Art – ich je sah. UND ich sah viel dergleichen. Guter Aufbau, indem auch die gehobenen Funde in einer Doppelausstellung gezeigt wurden, die letztes Jahr in Venedig zu Ende ging. Das Konzept der Ausstellung von Damien Hirst in Venedig ist denkbar schrill: Unter dem Titel „Treasures from the Wreck of the Unbelievable“ präsentierte ER, der britische Künstler Gegenstände, die aus einem legendären Schatz stammten. Der Sensationsfund vom Meeresgrund zeigt: Skulpturen, Antiken, Kultgegenstände, Marmor und viel Gold, Apoll, Buddha, Zeus. In unvorstellbaren Dimensionen und vor allem mit dem kompletten Muschelbewuchs. Die gut zweihundert monumentalen Skulpturen wurden zusammengehalten durch die Erzählung, es handele sich um die Sammlung eines ungefähr unter Nero entlaufenen, zu mythischem Reichtum gelangten Sklaven, die mitsamt einem gewaltigen Schiff vor Ostafrika gesunken sei. Leuchtkästen mit Unterwasserfotos belegten die Story - der Film ist nun die Ausweitung dieses Konzepts auf gut 82 Minuten: Sattbunte Aufnahmen von Riffen, historisches Material, Interviews mit vorgeblichen Wissenschaftlern und Expeditionsleitern. Doch leider sei der Schatz vor 2000 Jahren (belegt durch Münzfunde) mit einem Schiff namens Apistos, was so viel heißt wie „Unglaublich“, gesunken. Vor einigen Jahren sei er wiedergefunden und unter großem Aufwand geborgen worden, um jetzt in Venedig in der Punta della Dogana und im Palazzo Grassi ausgestellt zu werden. Hinter vielen der gezeigten Artefakte sind Leuchtkästen mit Fotos zu sehen, die Taucher bei der Bergung des Schatzes zeigen. Diese Bilder verleihen der Schau ein reizvolles Unterwasser-Flair und machen die Legende um den freigelassenen Sklaven und sein gesunkenes Schiff zu einer Rundum-Inszenierung. „Dass das hier Millionen gekostet hat, kann man sich vorstellen“. Soweit so-gut. Nachts um ZWEI. Ich war geplättet und die Ausstellung längst vorbei. Habe nichts mitbekommen im öffentlich-rechtlichen Fernsehen. Liegt vermutlich daran, dass ich verstärkt auf Dieses verzichte und TABLET und – das NETZ- durchforste. Und NUN gleich vorweg, ODER NACHWEG Es handelt/e sich um ein Mockumentary, also eine dieser gefälschten Dokumentationen, die das Genre unterlaufen und - ganz gleich ob Parodie oder Verschwörungstheorie - oft viel Charme haben und Witz. Schon weil der Film - sichtbar mit dem gleichen Aufwand gedreht und produziert wie eine ernstzunehmende BBC-Expedition - nun mit gut zehn Monaten Verspätung dem jüngsten Ausstellungsprojekt von Hirst hinterher geschoben wird. Alle Objekte sind neueren Datums und wurden NACHTRÄGLICH IM MEER versenkt, UM Sie sehr aufwändig WIEDER zu bergen. Siehe DOKU-Film. Die Frage lautet: Wofür das alles? Manche Kritiker sind der Meinung, dass hier endlich mal wieder eine große Geschichte erzählt werde, dank derer man, wenn man nur bereit sei, sich auf sie einzulassen, in eine mythische Welt versetzt werde. Andere behaupten, Damien Hirsts Millionen-Fake sei Kunst für das postfaktische Zeitalter, und nicht wenige empfinden die Schau als reinen Protz und Kunstmarkt-Star Damien Hirst zeigt seinen Werbefilm auf Netflix, der im Stil einer Fake-Dokumentation gedreht wurde. Er hilft beim Abverkauf der Werke an Superreiche


tryggvason (olaf-luekenweb.de) 11.01.2018

Hallo Egbert,
du erinnerst mich an das Buch "die Weisen von Zion", das während der Zarenzeit und - soweit ich weiß, zuerst in Russland herauskam. Das Pamphlet machte bei Nazi-Adolf Furore und beeinflusste den Holocaust wesentlich.. Die Fälschung ging ihren Weg über den Atlantik. Soweit ich weiß, hatte der US-Amerikaner und Nazifreund Henry Ford, allein 500.000 Stück von diesen gefälschten Exemplaren bestellt. . Die Schrift ist in unseren Tagen weltweit als Fälschung längst entlarvt. Dennoch halten zahlreiche Muslime die einstmals russische Agentenarbeit wie eine Art zweiten Koran in Händen. Die Botschaft ? Das Weltjudentum schlägt wieder einmal erbarmungslos zu. Und Nazi-Adolf sprach in einer Reichstagsrede gar von der Vernichtung der jüdischen Rasse in Europa. Vielen Dank für deinen Beitrag. Herzliche Grüße
Olaf Lüken (Tryggvason)

 

Antwort von Egbert Schmitt (11.01.2018)

... ja, OLAV, zu diesem Nationalen-Hetz-Thema gibt es noch eine ungern erwähnte Variante, gerade zum vergangenen LUTHER-Jahr. War eine tolle Ausstellung hier im Germanischen Nationalmuseum Nürnberg. WAS ABER nicht so ganz publiziert wurde, ist der Umstand .... dass Luthers Schrift von 1523 im deutschen Protestantismus meist als maßgebend galt. Seine späteren „Judenschriften“ wurden einige Male für lokale Aktionen gegen Juden benutzt. Antisemiten benutzten sie ab 1879 zur Ausgrenzung von Juden. Nationalsozialisten und Deutsche Christen legitimierten damit die staatliche Judenverfolgung, besonders die Novemberpogrome 1938. Große Teile der damaligen Deutschen Evangelischen Kirche stimmten dieser Verfolgung zu oder schwiegen dazu. ... dass steht offiziell fest. ABER zum FEST der Reformation wurde ES kaum erwähnt. ÜBRIGENS: die Verbreitung der gedruckten Bibel durch- Guttenbergs (zu Gensfleisch) gelöstem Rätsel - der beweglichen Lettern gäbe es noch - inoffiziell -zu berichten, dass DIE VERBREITUNG Ihm eigentlich NICHT SO RICHTIG Recht war, weil er zwar gegen das rk. Papsttum und den Prunk wetterte, aber die gutgehenden Kirchenpfründe - auch die Seinen - durch die große Verbreitung schwinden sah, wenn ALLE zu viel EINBLICKE in die Materie hätten ... Gruß Egbert


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