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„... Herbst 68 ! ... Erfolgreich oder Gescheitert ?“ von Egbert Schmitt

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Funky (hansreiterme.com) 17.07.2018

Lieber Egbert,
trefflich, trefflich. Ich hab's auf meine Seite übernommen, mit dem Hinweis: Für alle, die's nicht mehr wissen oder schon wieder vergessen haben!
Ein paar verworrene und völlig überzogene Gedanken meinerseits dazu: Was wäre, wenn die Alt-68er heute wieder auf die Straße gingen? Mit leicht angedicktem Bauch führt Joschka Fischer den Zug der Demonstranten an. Nur ein Häufchen ist gekommen. Sie hatten keine Zeit, die Alten, weil Vorstands- und Aufsichtsratssitzungen und dergl. Aus einer Seitenstraße stößt der Zug (das Züglein) von Gerhard Schröder, genannt der Brioni-Zug, hinzu. Enthusiastisch schwenken die wenigen ihre GAZPROM-Spruchbänder, welche rechtzeitig vorher vom Organisationstross zum Ort des Geschehens gebracht worden waren. Wegen was sind wir eigentlich hier?, fragt einer aus dem Fischergrüppchen. Dass es niemals mehr so wird, wie es 68 war!, sagt einer von den Brionis. Da klatschen sie alle, rollen ihre Fahnen und Spruchbänder zusammen und eilen zurück in ihre Vorstandsetagen, Universitäten und Anwaltskanzleien. Und sie denken: So, wie's ist ist's gut, wer will da schon was ändern? Gut, dass es uns 68 gab! Der Fischer und der Schröder schmeißen sich sofort in den chauffierten Maybach und ab geht's, einen Roten trinken, bester Jahrgang versteht sich und an einem Ort, wo lästiges Volk nicht stört!
Anfang der 60er gab's in München bereits die sogenannten Schwabinger Krawalle. Ob von denen 68 noch einer dabei war, weiß ich nicht. Könnte sein, dass der eine oder andere da schon Brioni trug, weil Studium zu Ende und Karriere vor der Nase. ICH WAR AUCH NICHT DABEI, weil damals anders infiltriert. Vom Alter her hätt's gepasst, aber zweiter Bildungsweg, der Intellekt hat gefehlt, vermutlich! Was sollst machen, wenn der Hauch der Geschichte an dir vorüberzieht und du ihn nicht ergreifst, warum auch immer!
Schreib fleißig weiter so! Es ist stets erbaulich, Erinnerungen hervorzukramen und im Lichte deiner Betrachtungen neu zu sortieren!
Servus
Hans

 

Antwort von Egbert Schmitt (18.07.2018)

Hallo Hans, ... .. vermutlich habe ich bereits alles Relevante aufgeschrieben ... ... und wie der geniale Kabarettist Georg Schramm kurz vor seinem Bühnenabgang reflektierte: .... ES ist alle gesagt, kaum einen hat tendiert. ... .... Erinnere mich an manchen Text in einer-meiner Geschichten wie-folgt: ... ... ... ZITAT: ... Ja, die wirklichen „geistigen Asozialen” leben „ganz woanders” und tauchen in keiner Klein-Kriminal-Statistik auf. Eigentlich kann ich HIER schreiben was ich will. Es liest eh keiner bis zu Ende. – Und die, die es betrifft, die vögeln lieber in der Zeit wo ich hier labere, ihre ausgeglichenen abgesicherten Frauen mit den Selbstverwirklichungs-Esoterik-Hobbys ausdauernd. ZEUGEN „IHR” ein drittes oder viertes wohlgeratenes Kind und lachen sich eins über die in der geistig-verarmten Provinz lebenden, des derzeitigen Pisa-Bildungswesens … NUN, WIESO ich das aufschreibe. – Ja ich glaube mittlerweile felsenfest, dass alle Dinge für die man in seiner Jugend gekämpft hat, Schall und Rauch sind; und manche Alp-Träume den „vorgezeichneten Weg” wie seit Gedenken einschlagen. MANn WIRD genauso WIE SEINE ELTERN ! Oder meistens NOCH SCHLIMMER. ... Dinge, von denen ich mir in jungen Jahren „geschworen hatte" wie SIE bei den „entsprechenden Eltern” der Töchter abgingen, dass DIE bei MIR „SO NICHT” ablaufen werden. ...Mit Schrecken feststelle, dass ich tatsächlich überlege „wenn der erste unpassende Kerl” auf meinem Sofa sitzt, meine „inTolleranz”, die meine Frau mit mir teilt, gedanklich schon mal durchspiele (DIE ICH DAMALS selbst schmerzlich erfuhr). ... ... Mann, was bin ich für ein unreflektiertes Arschloch geworden. Wer gibt MIR noch einen Hauch einer Chance. Gruß an Dich/Euch vom Egbert


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