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„Nicht der Glaube ist eine Tugend, sondern der Zweifel“ von Heinz-Walter Hoetter

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tryggvason (olaf-luekenweb.de) 24.09.2018

Zweifeln kann ich an alles, vwerzweifeln auch. Selbst der Spekulant zweifelt am
Erfolg seiner Anlage.
Glauben: Sich auf Gott einlassen, das braucht Mut und den ganzen Mann. Waschlappen
findet man zuhauf und Spinner dazu. Glauben ist von ganz anderer Qualität:
Irgendwann muss ich mich entscheiden. Zweifler können das nicht. Warum ?
Sie sind die Feiglinge unserer Gegenwart. Sapere aude (I.Kant)

Olaf Lüken

 

Antwort von Heinz-Walter Hoetter (25.09.2018)

Lieber Olaf Lüken! Wer von Gott spricht, der muss wohl von ihm wissen oder ihn sogar persönlich kennen. Würde man Gott persönlich kennen, so bräuchte man aber den "Glauben an Gott" nicht mehr. Er würde sich dann erübrigen. Zweifeln kann man an allem, aber nicht an der Realität der "ewigen Gegenwart", die immer die Bühne allen Daseins bildet. Von welcher Qualität ist denn der Glaube und welche Eigenschaften muss man denn haben um Glauben zu können? Und warum und wozu muss man sich entscheiden? Ich habe nicht vom "Zweifler" an sich gesprochen, sondern vom Zweifel. Zweifel aus psychologischer und spiritueller Sicht: Zweifel bedeutet Ungewissheit, Unsicherheit. Es gibt verschiedene Arten von Zweifel. Mancher Zweifel ist angebracht. Übermäßiger Zweifel kann lähmen. Ein Zweifel ist Bedenken an der Richtigkeit einer Entscheidung, eines Sachverhaltes, einer Tat, einer Vorgehensweise. Das Wort Zweifel kommt vom althochdeutschen Wort zwifal aus dem 8. Jahrhundert mit der Bedeutung Ungewissheit, Bedenken. Im Wort Zweifel steckt die Zahl zwei und damit die Dualität, die Polarität, das Schwanken. Ich bin Freidenker und Humanist. Ich mache mir also meine eigenen Gedanken zum Sein und Geschehen in dieser Welt, in der ich leben und sterben muss. Die drei altorientalischen Weltanschauungsideologien (Judentum, Christentum und Islam) aus dem Nahen Osten sind nicht dazu geeignet, uns Menschen die Welt profund und eindeutig zu erklären bzw. geistig näher zu bringen. Die Aufklärung soll uns Mut machen, selber zu denken. Selber denken bedeutet aber auch, dass wir uns des eigenen Verstandes ohne Leitung eines anderen bedienen sollten. "Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!" Das war und ist auch heute noch der Wahlspruch der Aufklärung. Faulheit und Feigheit sind die Ursachen von menschlicher Unmündigkeit. Es ist leichter, Vormündern zu folgen, als sich seines eigenen Verstandes (und dem Zweifel) zu bedienen. SAPERE AUDE - Weg aus der Unmündigkeit / Der kritische Spruch „Sapere aude“ (Habe Mut, dich deines eigenen Verstand zu bedienen) gelang durch den Philosophen Immanuel Kant an Berühmtheit, jedoch ist dieser ursprünglich auf den Dichter Quintus Horatius Flaccus zurückzuführen. Im Übrigen teile ich die Ansichten von Kant, dass jeder Mensch den Mut dazu haben sollte, seine eigenen Entscheidungen fällen zu können, ohne Angst und Einflussnahme anderer. Kant forderte, was ich auch immer wieder fordere, die Menschheit zur Selbstständigkeit auf. Gruß Heinz-W.


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