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„Das Geheimrezept“ von René Oberholzer

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Bert (egbert.m.schmittgmx.de) 06.09.2019

Ach übrigens,
da habe ich ähnlich erlebte Erinnerungen

Im Geschichts-Gerümpel-Fund-Schuppen
meiner Großeltern lagerten „selbst” gemachte
Beerenweine, in uralten geschwefelten Holz-Fässern.

Das Rezept „der Mischung” hatte NUR
die Grossmutter im Kopf.

Der Wein war „der Geheimtipp”
im Umkreis der „IN”Donaustadt.

Vom Luft-Ansaugen und umfüllen aus den Fässern
in die Flaschen konnte man schon bedudelt werden.
Meine „ersten und einzigen” Rausch-Erlebnisse
in Unkenntnis der Sachlage, rühren daher.

Damit hatten wir alle, aber „auch alle” mitzuhelfen,
wer nachher was abhaben wollte …

Dezimiert hat sich trotzdem der Beerenbehang.
Ging rapide zurück, seitdem der Zaunnachbar
als begnadeter Tannenbaupflanzer,den Sträuchern
das Wasser entzog.

Also weniger Wein.

Trotzdem immer noch ein Riesenaufwand.
Zupfen, waschen, Kleingehölz entfernen,
zuckern, die Maische durchdrehen,
wieder wässern, Fässer schwefeln.

– Restwein dazu trinken. –
Seeeehr komi... ah... komunion...ne komikati –
… na, … …einfach gesellig, das Ganze. Lall. Hups.

Zu Omas 89 Geburtstag gab es
keinen Ernte-Wein mehr.

Das Mischungsverhältnis hatte sie im Früh-Herbst,
nach dem alles vorbereitet dastand, „einfach vergessen”
und „nie was” aufgeschrieben.

Weiß noch, wie alle „händeringend” dastanden
und jetzt ihren fehlenden „Bären-Rausch” beklagten.
Meine Mutter machte ihr „sogar Vorwürfe”und war
„leidlich erbost”. – Die anderen Geschwister ebensolch.

Aber eigentlich auch nur, weil Sie insgeheim merkte,
dass die Ära „meiner Großeltern” sich gänzlich dem Ende
neigte und Sie es nicht verhindern konnte, da alles mal
„Genetisch vorbei” sein musste.

Einige hatten noch „Spätlese-Reserve”
und versuchten „der Sache”
Chemisch-Wissenschaftlich beizukommen.

Gefunden haben sie vermutlich nur Zucker,
Wasser, Hefe, Schwefel
und das „neue Spurenelement Dioxin”.

Gruß Egbert (Nürnberg)


Knorke Knoo (knorkeknooshoodgmx.de) 06.09.2019

Phantastischer Humor. Ein Meisterwerk des Skurrilen und Hintersinnigen, das dem Leben so innewohnt, gewürzt mit dem Sujet, diesem einen Objekt allgemeiner Begierde, dem Käserezept, einem geheimnisvollen. Und dann der Fund, die Ernüchterung. Alte Rezepte sind etwas Großartiges.

Es ist sehr schön, dies lesen zu dürfen.

Danke und liebe Grüße,

Karl-Konrad


tryggvason (olaf-lueken2web.de) 06.09.2019

In der Kürze lag hier die wahre Lesewürze.
Großartig. Lebendig und Schuss Humor.
HG Olaf


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