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„Stationär“ von Karl-Konrad Knooshood

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Sonja-Soller (sonjasollerweb.de)

05.11.2019
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Karl-Konrad, du lässt kein gutes Haar an unserer Alten- , Kranken-, und Pflegeheimkultur. Recht hast Du, grausig geht es in einigen Einrichtungen zu, man wird entmündigt, erniedrig und manchmal gequält.
Meistens sind es Häuser, wo die Menschen untergebracht werden, die auch vorher schon nichts zulachen hatten. Dreht sich wieder nur um schnöden Mammon, was sonst. Kenne aber auch hier die andere Seite, wo "Ottonormalverbraucher", menschenwürdig behandelt wird. Ich hoffe nie in die Lage zukommen, in so eine oder eine andere Eirichtung ( Dauer,-, oder befristet stationär) hin verschoben zuwerden, wo der Mensch abgearbeitet wird und eigentlich nur noch lästig ist, muss noch nichtmal ein alter Mensch sein, auch Menschen, die dauergepflegt werden müssen, sind vor "handfester" Pflege nicht geschützt.

Lieber Karl-Konrad, trotzdem liebe Grüße aus Stade, nach dem schönen Münster, wo der "Kiepenkerl" rumsteht.
Herzlichst Sonja

Karl-Konrad Knooshood (28.11.2019):
Der "Kiepenkerl", ja, liebe Sonja, unter anderem, ein Restaurant ist das auch, wo ein verheerender Anschlag stattfand, vor über einem Jahr. Ein Typ fuhr in die Menge, der einzige Anschlag dieser Art, der keinen islamischen Hintergrund hatte. Doch das nur am Rande. Alte Menschen werden wirklich erniedrigt, gequält oder ignoriert, die Pflegekräfte sind in der Minderheit und total überlastet, müssen sich um viele Senioren kümmern und können teilweise auch nicht mehr, in einem miserabel bezahlten Job, der an die Substanz geht, psychisch wie physisch, da drehen manche durch und lassen es an den alten Menschen aus. In vielen Heimen ist eben zu wenig Personal. Wallraff hatte das mal für RTL aufgedeckt, hatte Leute dort eingeschleust, bei "Team Wallraff" lief Erschreckendes. Auch privat hatte man schon mit Heimen zu tun, die da etwas weniger gut sind, wobei sich die meisten schon versuchen, Mühe zu geben. Doch es reicht oft nicht. Der Pflegenotstand besteht als eines der wesentlichen gesellschaftlichen Problemen seit vielen Jahren - die Politik sieht nicht ein, an den verheerenden Zuständen was zu ändern, dabei ist es so lang bekannt. Man könnte zur Not in andere Länder schauen, in denen es gut läuft: Wie machen die das mit den Alten und Kranken, die sich nicht mehr selbst versorgen können? Der andere Teil meines Textes dreht sich um Psychiatriestationen und die dortige Praxis, dass man vielfach einfach mit Tabletten (hochwirksamen, nebenwirkungsreichen Psychopharmaka) sediert wird und so vor sich hindämmert, ansonsten weitestgehend sich selbst überlassen bleibt, dann kommt natürlich noch der Teil mit dem Gefängnis, wo Leute vielfach auch einfach weggesperrt werden (auch wenn ich das wiederum nicht als sooo schlimm empfinde, es soll ja auch eine Strafe sein). Ob ich diese beiden Bereiche auch schon erlebt habe? Nun, ich sag mal so: Man erlebt viel in einem in die Verlängerung gehenden Leben, jenseits der 30 ist man schon ziemlich erfahren in vielem. Es ist kompliziert. LG und möge Dir auf ewig alles Stationäre erspart bleiben. Karl- Konrad

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