Kommentare unserer Leserinnen und Leser zur Kurzgeschichte

„… über Leichen, in deutschen Geschichts-Kellern “ von Egbert Schmitt

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Gherkin (gherkinhotmail.de) 10.11.2019

Lieber Egbert,

solide Recherche, beste Umsetzung! Erschüttert sage ich DANKE für solch eine Geißelung (in nahezu alle Richtungen, ob ultralinks oder extrem rechts!). Griffig, schmissig, böse und ohne jeden Zweifel sehr gut und richtig erkannt. Jetzt, gerade jetzt, geht es wieder los. Und Du hast die Traute und auch die Fähigkeit, die Dinge beim Namen zu nennen.

Dazwischen kamen die Erinnerungen. An den Dutzendteich, an das Café Wanner.

Meine Zeit in Nürnberg war, als Jude, sicherlich ein zweischneidig´ Schwert. Einerseits all diese so entsetzlichen Erinnerungen (Zeppelin-Feld etc.), andererseits der Versuch der Stadt, endlichg auch mal aufzuarbeiten. Schriftsteller wie Du einer bist schaffen es, uns Juden in aller Form die Hand zu reichen. Wir wissen: Ihr seid die Guten! Wir können uns auf Euch verlassen! Ihr habt den Mut und zudem auch die Courage, den Finger direkt in die Wunde zu legen.

Ich war hier auf einer Demo, am 9.11., dort wurde auf einem Plakat aufgerufen, die Reichskristall- Nacht niemals zu vergessen. Ich musste mich in großer Scham abwenden. Warum wurde denn nicht auch noch ein wenig Wagner dazu gespielt? "Reichskristallnacht"? Hallo? Kapieren die denn rein gar nichts? Auch "Reichspogromnacht" möchte ich nicht hören. Einzig gilt: Pogromnacht! Alles andere ist Nazi-Jargon.

Du bist zu beglückwünschen. Für diese deutlichen Worte. Dein Statement hat mich sehr gefreut. Immer um den 9.11. herum bin ich echt fertig. Das zieht mich so runter. Vor kurzem fand ich bei mir an der Wohnungstür, mit fettem Edding geschrieben, "Dich haben wir leider vergessen!" Irgendein Arsch wusste, dass ich Jude bin. Wahrscheinlich, weil ich auf der Demo mit Jarmulke unterwegs war. Das scheint, heutzutage in Deutschland, wieder zu einem Problem zu werden. Was ich mir von Dir jetzt wünsche, ist, dass Du unsere Verbündeten im Geiste, wie z.B. Graf Stauffenberg (DOPPEL F), bitte so würdigst, wie sie es verdient haben. Schreib diese Namen bitte richtig. Ich danke Dir!

Du bist der EINZIGE Egbert bei e-stories. Und ich finde, Du bist, in Deinem Stil, so einzigartig wie sonst keiner! Bleib ihm treu, diesem Stil. Großartig. Tief erschüttert, schwer beeindruckt, Gherkin

 

Antwort von Egbert Schmitt (11.11.2019)

HALLO GERD Ungerechtigkeiten wird es immer geben. Die Frage ist doch, wann Menschen sie als Ungerechtigkeiten empfinden. Wann sie also den Eindruck haben, dass ihnen Entscheidungen aufgezwungen werden, die sie in ihrem Alltag einschränken, die sie zum Sparen und Verzichten drängen … Während „die da oben“ diese Einschnitte Gar nicht spüren. Das beginnt dabei, Bewusstsein zu schaffen und setzt sich fort darin, die Ungerechtigkeiten in unserem Bildungssystem zu beseitigen. Weil das Elternhaus in Deutschland einen sehr starken Einfluss hat, wer aufs Gymnasium geht, wer studiert und einen Abschluss macht. Wer also zu den Besserverdienenden zählt, wer komplexe Zusammenhänge bei der Klima-Debatte oder der Nutztierhaltung durchschauen kann und will. Denn eine einfache Lösung unserer komplexen Probleme, die gibt es nicht. Das behaupten nur Populisten. Wer was ändern will muss mehr tun, als Preise und Steuern anheben, mehr als radikale Forderungen aufstellen und nach schnellen Hau-drauf-Lösungen rufen. Fliegen ist pfui. Fleisch essen bäh. Autofahren sowieso. Aber was passieren wird, ist absehbar und gefährlich, nämlich eine weitere Spaltung der Gesellschaft und noch eine größere Wut von Menschen die sich übergangen und ungerecht behandelt fühlen. Und zwar von den Eliten, von „denen da oben“, den Intellektuellen, den Studierten, den Reichen, den Politikern, dem Establishment oder allen zusammen. Populistische Parteien, die den Klimawandel leugnen, denen das Wohl der Nutztiere piepegal ist und die gerne „die Freie Fahrt für Bürger“-These propagieren, werden immer mehr Zulauf bekommen, von den vermeintlichen Zu kurz gekommenen. Forscher beklagen, dass die tatsächlichen Eliten kaum noch eine Ahnung davon haben, wie die breite Bevölkerung lebt. Sie haben einen anderen Alltag, andere Hobbys, andere Chancen. Die Löhne der Gutverdienenden sind gestiegen, gleichzeitig wurde der Niedriglohnsektor ausgebaut. Gemeint sind auch „und vor allem“ ökologisch und umweltschonende Bürger, denen eine Preiserhöhung überhaupt nicht weh tut. Welche in der Stadt wohnen und ihr Fleisch oder Tofu beim BIO-Markt mit dem Einkaufsrad einkaufen oder zur Arbeit radeln. Sie können das alles, weil sie Geld haben, gegebenenfalls sich für weltoffen halten und gerne reisen, weil sie sich „diese Freiheit“ nicht nehmen lassen wollen, um sich auch künftig teure Flüge, „bei bester Gesundheit“ sich zu genehmigen. Ökologisch ja, aber nur bis zur persönlichen Grenze „der Oberlehrer-Zunft“. Abgehängt werden jene, die sich vorher keinen Urlaubsflug leisten konnten und ironischerweise „eh schon keine“ Öko-Fußabrücke hinterlassen haben. Die auf dem Land wohnen, wo sie nicht jederzeit in den Bus, die U-Bahn oder den Zug steigen können, um zur Arbeit zu fahren, die ES wiederum in ihrem Dorf gar nicht gibt. Die einfach zu alt oder krank oder schlichtweg zu unsportlich sind, um kilometerweit mit ihrem alten 3-Gang Oma-Fahrrad zu fahren. Viele glauben, Demokratie sei eine Art Online-Shop: Ich klicke was ich will – und dann muss die Politik ruck, zuck liefern. Nein. Demokratie lebt vom Mittun, Mitdenken vieler. Wir brauche Menschen, die kritisch mitdenken, mitentscheiden und mitverantworten. GRUß vom Egbert


Funky (hansreiterme.com) 08.11.2019

Lieber Egbert,
mein Lieber, eine profunde Arbeit hast du geleistet Allen Respekt! Wo du es nur hernimmst? Ich wünsche denen da draussen, dass sie es lesen, dann nachdenken, dann handeln! Entzieht dem wiedererstarkenden braunen Sumpf die Legitimation! Wählen hat auch mit Verantwortung zu tun!
Danke dir Egbert, ein mehr als guter Beitrag!
Servus
Hans

 

Antwort von Egbert Schmitt (11.11.2019)

Hallo Hans, dem GERD habe ich schon EIN MENGE TEXT für seine Kommentar-Antwort gegeben ... wäre auch lesbar für Dich interessant ... Hinzuzufügen wäre dazu noch viel an Gedanken die ich im Haupttext einfach weglassen musste: BEISPIELE: Unsere „ausländischen Gäste” kranken ebenso wie „die Einheimischen” an der PISA-Studie und dem veraltetem 3-gliedrigen Schulsystem aus der Preußischen-Soldaten-Schule mit der Beamten-Ab-Sicherung. Wo „der nur was werden kann” dessen intellektuelle vorbelastete Eltern dahinterher sind, oder es finanziell verkraften, Nachhilfe oder „einen zum Mitlernen” zu Hause zu haben. Es gibt sogar bayrische Richtlinien wieviel % überhaupt aus der Grundschule auf die weiterführende Schule geschickt werden dürfen. Stimmt, hatte ich schon mal erwähnt. Kann man nicht oft genug … „WIR Erzieher” lesen: auch viel, aber meistens einseitig narzisstische gedruckte BILDungs- Presse mit Rest-Müll aus dem „WWW ”. „WIR Vorbilder” verkabeln unsere Minderjährigen im eigenen Zimmer, was „zu nachtschlafender Zeit” vor der Glotze „ohne Tabu” abläuft. Wenn Gewaltpotentiale auf CD-MUSIC and Playstation\\\'s in „gedrückter Altersbeschränkung” mit unserer „Buch-Literatur” konkurriert. Alle Spiel-Betreiber sind bestrebt, noch jüngere Käuferschichten den „spielerische GEWALT-Reibach” unterzujubeln ! Natürlich gibt es unter DEN heutigen zugewanderten Jugendlichen und Vätern auch „zu viel” Brutalinski‘s und MÄNNER- Gehabe wo sie doch genauso von ihren Vorfahren auf „nur der Mann hat HIER das alleinige Recht” getrimmt wurden. In jenen Staaten in denen auf eine korrupte-Polizei kein Verlass ist, haben die Männer sich eine berechtigte Sippen-Schutz-Funktion erhalten. Dieses geerbte Verhalten: bringen Sie natürlich in‘s D-Land mit; und ecken bzw. scheitern mit dieser überflüssigen Denkweise oft an der eh\\\' schwierigen Eingliederung. Trotz dieser Vielfalt um uns herum geht alles seinen bundesgewohnten Gang. Medien-Mogule und: Ihre Shortcut-Werbeträger bestimmen WAS UNS guttut. Erst die „Werbezeiten von den anderen” an Land ziehen und dann stricken WIR schon (Irgend)ein Programm drum-herum. Das öffentlich rechtliche Fernsehen, auf deren Gremien die Parteien Einfluss nehmen, meinen sich dem seichten „Perpetuum-Mobile” mit erh. Gebühren- Einzug begegnen zu MÜSSEN. ... aber alle Missstände und Versäumnisse darzulegen (ich merke schon) überfordert den Forum-Leser hier ... DER ES NICHT SCHAFF sich FÜR UNS irgend einen - wie immer gearteten Kommentar abzuringen. SCHADE EIGENDLICH Gruß Egbert


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