Kommentare unserer Leserinnen und Leser zur Kurzgeschichte

„Thron und Krönung - Verschwörung im Mittelalter“ von Hans K. Reiter

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Bert (egbert.m.schmittgmx.de) 23.12.2019

… ja Hans (verehrtester)

ich als NEIGSCHMECKTER
(Nürnberg- Ingolstadter)
bin mit beiden Hintertürchen-Gepflogenheiten
unserer Ahnen aus Südbavarese aufgewachsen.

Auch das grenznahe Österreich ist von Franken
näher als Wien nach Richtung Salzburg.

Geklüngelt wurde nicht nur in Jetztzeit in Köln
sondern in der alten Donaumonarchie des K&K
seit Jahrhunderten.

Da liegt manchmal Tirol oder Bozen näher
als Frankfurt am Main.

Aber die Ranküne (Gerds Lieblingswort,
in meinem Kronen-Text) ist immer schon
unter dem arbeitsscheuen Kleinadel in Bayern
(meine Lieblingsstelle) ein Thema gewesen.

Den L. KINI z.B. im eigenen Schwanenpfuhl
absaufen lassen und dann Jahrhunderte lang DIE TAT
zu mystifizieren, um folglich den ruinösen damaligen Schlösser-
Bauwahn in die Bayrische Geschichte positiv hinpfrimeln,
dass es ins Turi-Programm und ins mir-san-mir passt.

Geschichtsglitterung seit Jahrhunderten.

Du hast in diesem Krimi die süddeutsche
(dees regel wir untereinander) gut beschrieben.

Das Volk verwechselt damals wie noch heute
urige Tradition mit Kini-Hörigkeit zu manchem
Saubazie, der Bauernschlau daherkommt.

Die Hohenzoller und Wittelsbacher haben da
selbstsüchtige Vorarbeit geleistet.

Früher haben DIE kleinen Bauernschlauen,
den Kühen vor dem Verkauf an der Vieh-Dult,
Mengen Wasser zum Saufen verabreicht, damit
das Schlachtgewicht ansteigt, auch im Preis.

Heute sind DIE aufstrebende Kommunalpolitiker
bei vielen Wohlstandsbewahrerwählern DESWEGEN
gut angesehen, weil sie ebenso ein ähnliches Geschäftsgebaren
an den Tag legen. Weil man in Bayern NUR SO weiterkommt.

Morde sind hierzulang & heutzutage mehr politisch angesiedelt.

Selbiges wie die großen christlichen
Bauernschlauen und Meineidbauern-Zeiten.

Sämmtiche Bay. Ministerpräsidenten
sind notorische Fremdgeher und fast alle
bereichernde Ichlinge ersten Ranges …
ohne Ausnahme.

Werden aber (trotzdem) gewählt,
weil der Südbayer dies (ja, mir san die
für gleichen hinterzümptigen Hoderlumpen)
einen BR-Komödienstadl hält und das königlich-bayrische
Amtsgericht früher nur deswegen anschaute …

Weil da die größten Kleinbetrüger (wie auch Sie)
immer am Schluss vom Ökonom die Weißwurscht
und des Freibier sich einverleibten durften ...
zum Abspann mit der Tuba am Tanzboden ..

Wo des Bier noch dunkel und die Madl noch sittsam worn …

Nur die Honorationen waren DAMALS wie HEUTE
schon immer raffgierig und Obrigkeits-Affin …

Aber das passt nicht ins sauBÄRe Weltbild
des Trachtlerumzugs zu dem rauputzd Fussvolk,
das unter dem Deckmantel der Tradition
immer mitmacht und nix merkt, oder merken will …
wenn die ihre

Das ist mir jetzt so zu deinem tollen Krimi
eingefallen, dessen Qualität EINE MESSLATTE
darstellt, die seinesgleichen sucht.

Gruß Egbert,
mit Ichling-Ministerpräse aus Franken.










 

Antwort von Hans K. Reiter (23.12.2019)

Lieber Egbert, ein wunderbarer Kommentar, der in sich selbst schon eine Kurzgeschichte ist! Ja, so sind\'s halt, die hier seit einhundertundfünfzig Generationen Geborenen. Wobei die Ingolstädter selbstredend dazuzählen. Eine Seilschaft am Berg und eine im Dorf sowie eine im Gau, wenn net sogar im Land. Heutzutage, im Zeitalter der digitalgetriebenen Globalisierung oder was man uns Unwissenden sonst so erzählt, sehr gerne auch als Narrativ bezeichnet, ziehen Seilschaft sich über Kontinente, quer durch alle Längen- und Breitengrade, hindurch durch befreundete und nichtbefreundete Staatsgebilde, hinauf und hinab durch alle Hierarchien, lieber in diesem Fall aber hinauf, weil unten das gemeine Volk, die Buckler und Kratzer, die Schleimer und Schöntuer, die Aufmucker und auf Gosch\'n G\'schlagenen, die Nutze und Nichtsnutze, also, schlicht jene, die die Arbeit machen und den Dreck wegräumen, zuhause sind. Ich glaube, ich werde mir dazu bei Gelegenheit a G\'schichtl überlegen. Lieber Egbert, sagst uns noch, wann wir die Dezembergeschichte online stellen sollen! Ich wünsche dir nebst Familie eine schönes Fest und, sollte es so sein, dass wir heuer nix mehr mailen, einen guten Rutsch ins neue Jahr! Servus Hans


Gherkin (gherkinhotmail.de) 12.12.2019

Ein gar trefflich vorgetragener Exkurs in diese
urbayerische Historie! Geglücket? Ohn´ Zweifel,
der werte Herr. Ein munteres Stück Geschichte,
mit diesem speziellen H. Reiter-Augenzwinkern.

Mir persönlich haben die Dialoge (Konspiration,
Hintergrund und Handstreich) am besten gefallen,
neben all dem, was ein Nicht-Bayer sowieso nie
zu verstehen imstande ist. Denn er hat ja diese
spezielle bayerische Seele nicht. Nur eine alte
Krachlederne. Aber das macht ihn eben nicht
zum Spezi. Selbst ein Gamsbart-Hut hilft nicht!

Auszug:

Aber uns interessiert dies nur am Rande, wenn
es auch sein könnte, dass schon damals von
Bayern heraus globales Denken die Welt durchdrang.

Köstlich, Funky! Einfach köstlich! Ich habe mich mal
so richtig gut amüsiert. Arg lesenswert! Und vielleicht
sollte es an allen bayerischen Schulen grundsätzlich
Pflicht-Lektüre werden. Einen entsprechenden Antrag
habe ich heute dem Bayerischen Landesamt für die
Schule, in der Kopie auch Herrn Markus Söder, und
zusätzlich Herrn Michael Piazolo, dem Kultusminister,
per Einschreiben übersandt:

"Wißt Ihr Bazis eigentlich, welch vortrefflichen Mann
Ihr mitten unter Euch verberget? Erkennet an seine
hohe Qualität, die exorbitante Federführung, seinen
hehren Intellekt und die mehr als wundervollen Text-
Kreationen. Pflichtlektüre an allen Schulen: Reiter!"

Damit, lieber Hans, hast Du den herrlichen Ludwig
Thoma-Text "Ein Münchner im Himmel" gekontert.

Der Trio-Aufgabe hast Du Dich ganz hervorragend
gestellt - und sich ihrer denn auch ganz glanzvoll
entledigt. Chapeau!


Gruß von Gherkin


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