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„Krieg und Frieden, doch wir spielten weiter“ von Margit Farwig

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Margit Farwig (farwigmweb.de) 29.02.2020

Es ist wichtig, hier zu schreiben, wie es vielen anderen ebenfalls erging, aber nicht die Möglichkeit haben, es einzustellen. Eine Tatsache ist, dass wir Kinder der Kriegsgeneration alles ohne den heute so beliebten "Psychologischen Beistand" erhalten zu haben. Wir konnten nicht einmal unsere "Wut" anbringen, hat Deutschland "mit dem Größenwahnsinnigen" nicht selbst den Krieg angezettelt? Wir haben daraus gelernt, ohne Hilfe unser Leben zu leben, das nenne ich durchaus ein Geschenk. Heute wird alles therapiert, die kleinsten Anlässe führen oft zu großem Scheitern. Heute werden Kindern die Seelen geraubt, müssen angstvoll weiterleben, wagen nicht auszusprechen, was ihnen passiert ist. Den Tätern, ob Hochwürden oder kleine Geister, sollte auf ihrer Stirn das Zeichen des Sünders eingebrannt werden, das schwarze Kreuz, wie dem Vieh zur Kennung. Jugendliche koksen, ich muss ja nicht alles aufführen, was heute mit den Kindern passiert. Straßen pflastern das Leid der "Versager", die Väter kümmern sich nicht um sie. Ein Land ohne Krieg, aber mit einem Darknet ausgerüstet.


henri (ingeborg.henrichsarcor.de) 24.02.2020

(...) doch wir spielten weiter", dieser Teil Deiner Überschrift weist beinah auf eine " trotzdem Normalität" hin innerhalb der Schrecken und Grauen des letzten Weltkrieges. Eindrucksvoll berührend und mittenrein in den erlebten Kriegsalltag Eurer Familie ziehen die Brief Zitate. Wie wertvoll Frieden, weil keineswegs selbstverständlich und vor allem schützenswert, das nehme ich aus diesen zeitgeschichtlichen Aufzeichnungen auch mit.
.HG, liebe Margit, kommen von Ingeborg

 

Antwort von Margit Farwig (24.02.2020)

So ist es, liebe Ingeborg, da wir nicht verletzt oder sonstige Schmerzen erdulden mussten, sind Kinder, ich, schnell wieder in ihrer alten Harmonie. Kinder lassen alles weg, was ihnen schaden könnten. Das hat die Natur so eingerichtet und ich bin immer heiter und sorgenlos geblieben. Ich habe ja auch hier die Geschichte "70 Jahre Bücherverbrennung" geschrieben. Als wir (4 Autorinnen) die Geschichten zu dem Thema in Köln im letzten Trude Herr Theater lasen, ich fuhr jedes Jahr mit der Verlegerin vom wort-und-mensch-Verlag und lasen aus den neuesten Anthologien, sprach mich eine ältere Dame hinterher an und sagte: "Ich habe geweint bei Ihrem Text". Wir unterhielten uns nach dem Lesen mit den Zuhörern. Das war sehr berührend. Solche Texte können nicht oft genug unter Menschen gebracht werden. Und nun ist es mein Text, den ich bereits 1998 in der Anthologie ...ohne Ende... DruckFest e. V. Literaturwerkstatt der VHS Rheine zum Lesen eingesetzt hatte. Herzlichen Dank und liebe Grüße von Margit


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chriAs (christa.astla1.net) 24.02.2020

Liebe Margit, ich finde es toll, dass du diese Geschichten einstellst. Sie zeigen besser als jeder Geschichtsunterricht vom Grauen des Krieges.
Liebe Grüße,
Christa

 

Antwort von Margit Farwig (24.02.2020)

Liebe Christa, diese Geschichte stand schon 1998 in der Anthologie ,,,ohne Ende... DruckFest e. v. Literaturwerkstatt der VHS Rheine, die ich lange besuchte. Dann wollte der Brentano Verlag Frankfurt (Deutsche Nationalbibliothek) aus meinen 42 Din A 4 Seiten dieses Themas 92 Seiten drucken, sie wollten schriftstellerisch...lach, mit mir arbeiten. Dafür sollte ich 6.800 € hinlegen. Habe abgesagt, nun riefen sie an, dachte ich, sie wiürden preiswerter, nein. Da habe ich gesagt, man hat mir die Heimat genommen, man hat mir die Eltern genommen und nun wollen Sie mir das Geld abnehmen...Ende. Ich hätte mit meiner Geschichte auch ins Fernsehen kommen können, als Kinder der Kriegsgeneration. Die L. W. dreht Dokureihen. ich habe dankend abgelehnt, lass mich doch nicht bedauern, bin stark genug, mein Leben zu gestalten ohne Jammern. Ein Mann saß dort, der sich dem FS stellte, mir lief es den Rücken runter. Dieser Mann saß auf einer Kaffeetafel nach einer Beerdigung neben mir. Mir lief es noch einmal den Rücken runter. So ein Zufall. Er hatte sich ein gutes Leben aufgebaut, mit gutem Beruf, einem Haus, einer Frau und Kindern, war sehr glücklich. Aber du siehst das richtig, man kann es nicht oft genug bringen, um so manchem die Augen zu öffnen. Herzlichen Dank und liebe Grüße, Margit


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