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„die Widerspenstigkeit der Wirklichkeit: (Homeoffice/2)“ von Egbert Schmitt


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... hallo Hans, in meinem Outlook hebe ich mir "Gedankengänge" auf, die ich irgendwann in eine Geschichte einbringen möchte. Manchmal bin ich mir aber nicht sicher OB ICH SIE schon passend verwurstet habe, oder einfach "nach Gebrauch" vergessen hatte. Ich habe den Überblick verloren. Textlich, wie teilweise in meiner unmittelbaren Umgebung. Es fällt einem ZUVIEL ein.

Wie das hier, aus dem Fundus: WER ALSO zu den Besserverdienenden zählt, wer komplexe Zusammenhänge bei der Klimadebatte oder der Nutztierhaltung durchschauen kann und will, der lebt dahingehend anders. Wenn er sich es leisten kann. Denn eine einfache Lösung unserer komplexen Probleme, die gibt es nicht. Das behaupten nur Populisten. Wer was ändern will muss mehr tun, als Preise und Steuern anheben, mehr als radikale Forderungen aufstellen und nach schnellen Hau-drauf-Lösungen rufen.
Fliegen ist pfui. Fleisch essen bäh. Autofahren sowieso. Aber was passieren wird, ist absehbar und gefährlich, nämlich eine weitere Spaltung der Gesellschaft und noch eine größere Wut von Menschen die sich übergangen und ungerecht behandelt fühlen. Und zwar von den Eliten, von „denen da oben“, den Intellektuellen, den Studierten, den Reichen, den Politikern, dem Establishment oder allen zusammen. Populistische Parteien, die den Klimawandel leugnen, denen das Wohl der Nutztiere piep-egal ist und die gerne „die Freie Fahrt für Bürger“-These propagieren, werden immer mehr Zulauf bekommen, von den vermeintlichen Zukurzgekommenen. Forscher beklagen, dass die tatsächlichen Eliten kaum noch eine Ahnung davon haben, wie die breite Bevölkerung lebt. Sie haben einen anderen Alltag, andere Hobbys, andere Chancen. Die Löhne der Gutverdienenden sind gestiegen, gleichzeitig wurde der Niedriglohnsektor ausgebaut. Gemeint sind auch „und vor allem“ ökologisch und umweltschonende Bürger, denen eine Preiserhöhung überhaupt nicht weh tut. Welche in der Stadt wohnen und ihr Fleisch oder Tofu beim BIO-Markt mit dem Einkaufsrad einkaufen oder zur Arbeit radeln. Sie können das alles, weil sie Geld haben, gegebenenfalls sich für weltoffen halten und gerne reisen, weil sie sich „diese Freiheit“ nicht nehmen lassen wollen, um sich auch künftig teure Flüge, „bei bester Gesundheit“ sich zu genehmigen. Ökologisch ja, aber nur bis zur persönlichen Grenze „der Oberlehrer-Zunft“. Abgehängt werden jene, die sich vorher keinen Urlaubsflug leisten konnten und
ironischerweise „eh schon keine“ Öko-Fußabrücke hinterlassen haben. Die auf dem Land wohnen, wo sie nicht jederzeit in den Bus, die U-Bahn oder den Zug steigen können, um zur Arbeit zu fahren, die ES wiederum in ihrem Dorf gar nicht gibt. Die einfach zu alt oder krank oder schlichtweg zu unsportlich sind, um kilometerweit mit ihrem alten 3-Gang Oma-Fahrrad zu radeln.

Gruß vom Egbert
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Lieber Egbert,
treffsicher! Wenn ich vom Schluss (Ende) her anfange: Wenn WIR erst alle so vervirust sind, dass kein Unterschied mehr besteht, zwischen uns und jenen Viren, die noch nicht über uns hergefallen sind, wird Darwin zuschlagen und rufen: Keine Sorge, die Anpassungsfähigsten werden überleben! Insofern werden diese Anpassungsfähigsten, die es bei genauer Betrachtung immer schon gegeben hat, die dann verbliebene Menschheit anderes angehen, ja, angehen müssen, weil sie doch ausschließlich unter ihresgleichen existieren. Dies mag zur Beschleunigung des Kampfes der Anpassungsfähigsten gegen ihresgleichen führen und diesen Kampf letztlich ad absurdum führen. Am Ende würde in dieser Betrachtung nur einer übrig bleiben können. Jedoch, was wir so wissen, ist der Mensch AUCH ein soziales Wesen (hier ohne Wertung) und als solches auf seine mit ihm Existierenden angewiesen. Der Letzte würde also zugrunde gehen, weil ihm die Grundlage zur Anpassung entzogen ist. Ich schweife ab, wie so oft. Was die leicht bis schwer Verwirrten anbelangt, die alles leugnen und in Abrede stellen, sich in absurdeste Verschwörungen hineinvertiefen und darin untergehen, für diese selbst empfinde ich kein Bedauern, wohl aber für all die übrigen, also uns/mich, weil wir deren Unsinn auszubaden haben. Wohlstand, in dem wir leben und wie wir ihn leben (wir ist allgemein verstanden), ist ein Selbstbeschleuniger, für alles Mögliche, Denkbare und nicht Denkbare verantwortlich. Könnten wir in einem ähnlichen Wohlstand leben, wenn es gelänge, das enthaltene Negative auszuschließen? Solange wir (unseren) Wohlstand als etwas Positives sehen, wird es nicht möglich sein, denn das Positive bedingt das Negative und umgekehrt. Dabei will ich es jetzt belassen.
Ich grüße dich
Hans

Egbert Schmitt (06.02.2021):
... hallo Hans, in meinem Outlook hebe ich mir "Gedankengänge" auf, die ich irgendwann in eine Geschichte einbringen möchte. Manchmal bin ich mir aber nicht sicher OB ICH SIE schon passend verwurstet habe, oder einfach "nach Gebrauch" vergessen hatte. Ich habe den Überblick verloren. Textlich, wie teilweise in meiner unmittelbaren Umgebung. Es fällt einem ZUVIEL ein. Wie das hier, aus dem Fundus: WER ALSO zu den Besserverdienenden zählt, wer komplexe Zusammenhänge bei der Klimadebatte oder der Nutztierhaltung durchschauen kann und will, der lebt dahingehend anders. Wenn er sich es leisten kann. Denn eine einfache Lösung unserer komplexen Probleme, die gibt es nicht. Das behaupten nur Populisten. Wer was ändern will muss mehr tun, als Preise und Steuern anheben, mehr als radikale Forderungen aufstellen und nach schnellen Hau-drauf- Lösungen rufen. Fliegen ist pfui. Fleisch essen bäh. Autofahren sowieso. Aber was passieren wird, ist absehbar und gefährlich, nämlich eine weitere Spaltung der Gesellschaft und noch eine größere Wut von Menschen die sich übergangen und ungerecht behandelt fühlen. Und zwar von den Eliten, von „denen da oben“, den Intellektuellen, den Studierten, den Reichen, den Politikern, dem Establishment oder allen zusammen. Populistische Parteien, die den Klimawandel leugnen, denen das Wohl der Nutztiere piep- egal ist und die gerne „die Freie Fahrt für Bürger“-These propagieren, werden immer mehr Zulauf bekommen, von den vermeintlichen Zukurzgekommenen. Forscher beklagen, dass die tatsächlichen Eliten kaum noch eine Ahnung davon haben, wie die breite Bevölkerung lebt. Sie haben einen anderen Alltag, andere Hobbys, andere Chancen. Die Löhne der Gutverdienenden sind gestiegen, gleichzeitig wurde der Niedriglohnsektor ausgebaut. Gemeint sind auch „und vor allem“ ökologisch und umweltschonende Bürger, denen eine Preiserhöhung überhaupt nicht weh tut. Welche in der Stadt wohnen und ihr Fleisch oder Tofu beim BIO-Markt mit dem Einkaufsrad einkaufen oder zur Arbeit radeln. Sie können das alles, weil sie Geld haben, gegebenenfalls sich für weltoffen halten und gerne reisen, weil sie sich „diese Freiheit“ nicht nehmen lassen wollen, um sich auch künftig teure Flüge, „bei bester Gesundheit“ sich zu genehmigen. Ökologisch ja, aber nur bis zur persönlichen Grenze „der Oberlehrer-Zunft“. Abgehängt werden jene, die sich vorher keinen Urlaubsflug leisten konnten und ironischerweise „eh schon keine“ Öko-Fußabrücke hinterlassen haben. Die auf dem Land wohnen, wo sie nicht jederzeit in den Bus, die U-Bahn oder den Zug steigen können, um zur Arbeit zu fahren, die ES wiederum in ihrem Dorf gar nicht gibt. Die einfach zu alt oder krank oder schlichtweg zu unsportlich sind, um kilometerweit mit ihrem alten 3-Gang Oma-Fahrrad zu radeln. Gruß vom Egbert

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