Kommentare unserer Leserinnen und Leser zur Kurzgeschichte
„Man sieht sich (immer wieder) - Ein Morgen in Ozeanien... “ von Patrick Rabe


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Lieber Patrick,
ich habe deine kluge Geschichte verstanden. Ob es andere auch tun, die nicht so belesen sind wie wir, sei mal dahingestellt. Deine Überschriften sind immer furchtbar überkandidelt. Manchmal schrecken mich schon die Überschriften deiner Gedichte ab, das Gedicht überhaupt zu lesen. Ich hatte beim Lesen von "1984" dasselbe Denkproblem, wie bei Steinbecks "Früchte des Zorns": Ein Einzelner unterdrückt doch viele, weil er konkret was haben will, egal ob einen Dackel oder eine Jacht. Dieser Einzelne wird aber von einer "Gesellschaft" ersetzt, die, wie die "Wirtschaftsschwankung", ein völlig unpersönliches Ding ist, und deren Oberste als als Einzelmenschen nicht mehr auszumachen ist. Es hat also praktisch niemand mehr etwas davon, die "Klasse" (wie der Begriff seit dem Aufkommen des Kommunismus in dessen Neusprech die "Rasse" heißt) auszubeuten. Es hat also niemand einen Vorteil davon, andere zu unterdrücken. Und da setzt mein Grübeln ein.
Liebe Grüße von Andreas

Patrick Rabe (11.06.2021):
Lieber Andreas, ich habe dir eine Antwort zu dieser Frage heute Morgen unter dein beschwingtes Fäkalgedicht geschrieben, das hatte ich mir zuerst angeschaut. Ich hatte schon befürchtet, meine Geschichte würde niemand lesen. Ich denke allerdings, dass "1984", und auch die beiden anderen dystopischen Romane, auf die ich in dieser Geschichte anspiele, heute mal wieder gelesen werden sollten. Denn die Tendenzen von Europa laufen schon sehr stark in die Richtung, die dort angedeutet ist. Und auch nicht nur die von Europa. Ich glaube, der Einzelne kann ganz viel tun. Schon alleine, indem er sich nicht paranoisieren lässt, und sich weiterhin mit anderen trifft, und ihnen hilft. Auch intelligente Gespäche können helfen. Die überkanditelten Überschriften sind einseits ein Markenzeichen von mir, und entsprechen so etwa meinem Humor, und andererseits sind sie aus der Beat-Poesie entlehnt. Bob Dylan hat in den 1960ern manchmal solche Überschriften auch bei Songs verwendet. Unter anderem, um die Burgessierung der Gesellschaft zu konterkarieren. Die Gegenbewegung zu "Neusprech" wäre "Allgemeinsprech". Dann würden alle einander wieder verstehen, und der liebe gute Staat könnte noch schneller herausfinden, dassjemand einen Mord plant, und gar etwa den Staat stürzen will. Das habe ich natürlich vor. Ich will Europa von der Landkarte nehmen, und es in Amerika reinrammen. Alles Liebe, dein Peter Pasetti von den Dreifragezeichen-Kassettis.

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