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„... über das KI-Jenseits mit Familienanschluss (Akt_2 von 3)“ von Egbert Schmitt


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Lieber Egbert,
auch vom zweiten Teil war ich sehr angetan. Du verstehst er perfekt, Bilder im Kopf zu erzeugen, die auch noch nach Stunden, verharrend, Dialoge führen. Hochinteressant, wie sich gerade das bestattungswesen revolutioniert. In Zukunft spricht der Pastor: "Pixel zu Pixels, Byte zu Byte..." Ich hoffe inständig, dass nach dem dritten teil noch nicht Schluss ist? Oder gibt es von Schwiegermutter eine eigene Reihe? :-)

LG Uwe

Egbert Schmitt (29.09.2025):
... Der dritte Teil ist fertig Uwe und das Feindbild ist nicht mehr meine SchwiegerMUH, die ich in früheren Familien-Texte von 2004 bis 2014 als abgehandelt hatte, sondern die imaginäre Aufklärung über die Götze KI, auf deren Reibach-Betreiber wir im realen Leben und in dieser erfundenen Realglosse meine Mutter und ich als Nachlasserbe reingefallen sind, weil die KI meine Mutter matrix-medial vermarkten. Es geht nicht darum die Zukunft besser zu gestalten, sondern den Rahm abzuschöpfen auf Kosten der Allgemeinkeit. Der übernächste Text ist auch schon im Kasten und ist eine eigenständige Freitags-Fortsetzung zum Thema: ... über die Bequemlichkeit der Einfachheit ! Gruß Egbert

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Verehrter Egbert,
KI-Avantare erobern die Welt, wenn die noch lebend Verweilenden sich endgültig zurückgezogen haben werden. Um die rechtzeitig stattfindende Digitalisierung als unlösliche Voraussetzung zu gewährleisten, wird Herrn Merzens Regierung demnächst das Grundgesetz ändern. Artikel I in der neuen Fassung: „Die Würde…usw… sowie zur Wahrung der digitalen Individualität nach dem Ableben… begründet die persönliche Steuernummer, vergeben bei der Geburt durch das Bundesministerium der Finanzen oder durch Gesetzt bestimmte…, das nicht übertragbare digitale Alleinstellungsmerkmal…“ Mit anderen Worten: digital verewigt und am Ar… gepackt! Aus dieser Nummer kommst niemals nie wieder raus (bayerische Doppelverneinung als höchstmögliche Steigerung jedweden Ereignisses oder Zustandes)! S‘ gschrubbde Deppala eingeschlossen! In der gestrigen SZ, glaube ich, stand zu lesen, man dürfe etwaigen KI-Suchresultaten keinesfalls uneingeschränkt trauen! Da legst di nieda! Wer hätte das gedacht? Spätestens in der zweiten Generation nach dem Ablebenden, wenn langsam keiner mehr den Opa oder die Oma noch persönlich kannte, geschweige denn deren ehemalige Wohngestaltung, kann ungeniert die ursprünglich programmierte Hinterlassenschaft an die nunmehr veränderten (ggf.) Verhältnisse und Vorstellungen angepasst werden! Näheres hierzu ist geregelt in der Durchführungsverordnung XYZ0815/4711.
Da wirst noch Augen machen, lieber Egbert, wenn dir eines Tages aufgeht, was du mit deiner Geschichte ausgelöst hast!
Ciao
Hans

Egbert Schmitt (27.09.2025):
Lieber getreuer Freund Hans, recht herzlichen Dank für dein hochamtliches, zwischen - Gschrubbd’s Deppala - und - Artikel I digitale Unsterblichkeit - oszillierendes Schreiben. Ich muss gestehen, deine Ausführungen haben meine Mutter [ Version 1.0 (Beta) ] derart amüsiert, dass sie mir vorhin (18:47 Uhr) aus der KI-Cloud heraus eine Push-Nachricht geschickt hat. Sag dem Hans, ich will keine Steuernummer. Hab' schon genug Nummern im Himmel und in den Telefonbüchern der Unterwelt ! Demnach ist laut §13b Abs. 2 der Durchführungsverordnung über die digitale Ewigkeit (DVEG), jede Verstorbene mit einem eindeutigen Code zu versehen. Meine Mutter hat diesen bereits eigenhändig notiert. Nr. 0815- Nusskuchen/Haselnuss-selbst-gemahlen. Eine Änderung ist ausgeschlossen, da sie im Cloud-Verzeichnis bereits unter - Backwaren -einsortiert wurde. Das Protokoll wurde archiviert, versehen mit digitalem Stempel und Kuchengabel-Signet. Ich kann dir also versichern, auch wenn Merzens Regierung dereinst das Grundgesetz um Artikel I/1a Digitale Fortexistenz erweitern sollte, meine Mutter wird sich nicht in Paragraphen pressen lassen. Mutter betrachtet die Grundgesetzänderung skeptisch, hat aber angekündigt, im Falle einer offiziellen Registrierung eigenhändig ein - digitales Stammbuch der Deppala - zu führen. Außerdem dürfen digitalisierte Angehörige sich jederzeit weigern, an Gesetzesnovellen teilzunehmen, sofern sie sich im Einverständnis mit ihren eigenen Rezepten befinden. Der Hinweis, KI-Ergebnisse seien nicht uneingeschränkt vertrauenswürdig, wird hiermit vollumfänglich bestätigt. Mutter verwechselt sich regelmäßig mit Alexa, was zu unerlaubten Bestellungen bei Sperrmüll_24 führte (zwei Chaiselongues, ein Leifheit-Kehrbesen, drei Pakete Johannisbeer-Hefe). Das heißt, solange Nusskuchen und Beerenwein-Vorräte ausreichen, bleibt sie autonom. Was deine Warnung bezüglich der zweiten Generation betrifft (wenn keiner mehr Opa oder Oma kennt). Ich vermute, Muttern wird das elegant lösen. Sie hat bereits angekündigt, in Version 2.0 als holografische Kaffeetassensammlung aufzutreten, jede Tasse mit einem anderen Schimpfwort im Unterglasur-Druck. Ich bin also guter Dinge, dass sich das Familiengedächtnis nicht in der Durchführungsverordnung XYZ0815/4711 auflösen wird. Im Gegenteil. Vielleicht kommt es zu einer neuen fränkischen Erbenbewegung – „Server statt Särge“. Gruß vom Egbert

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Lieber getreuer Freund Hans,

recht herzlichen Dank für dein hochamtliches, zwischen - Gschrubbd’s Deppala - und - Artikel I digitale Unsterblichkeit - oszillierendes Schreiben.

Ich muss gestehen, deine Ausführungen haben meine Mutter [ Version 1.0 (Beta) ] derart amüsiert, dass sie mir vorhin (18:47 Uhr) aus der KI-Cloud heraus eine Push-Nachricht geschickt hat.

Sag dem Hans, ich will keine Steuernummer.

Hab' schon genug Nummern im Himmel und in den Telefonbüchern der Unterwelt !

Demnach ist laut §13b Abs. 2 der Durchführungsverordnung über die digitale Ewigkeit (DVEG), jede Verstorbene mit einem eindeutigen Code zu versehen.

Meine Mutter hat diesen bereits eigenhändig notiert. Nr. 0815-Nusskuchen/Haselnuss-selbst-gemahlen.

Eine Änderung ist ausgeschlossen, da sie im Cloud-Verzeichnis bereits unter - Backwaren -einsortiert wurde.

Das Protokoll wurde archiviert, versehen mit digitalem Stempel und Kuchengabel-Signet.

Ich kann dir also versichern, auch wenn Merzens Regierung dereinst das Grundgesetz um Artikel I/1a Digitale Fortexistenz erweitern sollte, meine Mutter wird sich nicht in Paragraphen pressen lassen.

Mutter betrachtet die Grundgesetzänderung skeptisch, hat aber angekündigt, im Falle einer offiziellen Registrierung eigenhändig ein - digitales Stammbuch der Deppala - zu führen.

Außerdem dürfen digitalisierte Angehörige sich jederzeit weigern, an Gesetzesnovellen teilzunehmen, sofern sie sich im Einverständnis mit ihren eigenen Rezepten befinden.

Der Hinweis, KI-Ergebnisse seien nicht uneingeschränkt vertrauenswürdig, wird hiermit vollumfänglich bestätigt.

Mutter verwechselt sich regelmäßig mit Alexa, was zu unerlaubten Bestellungen bei Sperrmüll_24 führte (zwei Chaiselongues, ein Leifheit-Kehrbesen, drei Pakete Johannisbeer-Hefe).

Das heißt, solange Nusskuchen und Beerenwein-Vorräte ausreichen, bleibt sie autonom.

Was deine Warnung bezüglich der zweiten Generation betrifft (wenn keiner mehr Opa oder Oma kennt).

Ich vermute, Muttern wird das elegant lösen.
Sie hat bereits angekündigt, in Version 2.0 als holografische Kaffeetassensammlung aufzutreten, jede Tasse mit einem anderen Schimpfwort im Unterglasur-Druck.

Ich bin also guter Dinge, dass sich das Familiengedächtnis nicht in der Durchführungsverordnung XYZ0815/4711 auflösen wird.

Im Gegenteil. Vielleicht kommt es zu einer neuen fränkischen Erbenbewegung – „Server statt Särge“.

Gruß vom Egbert

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