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„Wenn jeder nur noch an sich denkt“ von Hans K. Reiter


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Ja Hans, wir Deutschen sind da schon besonders, wenn es um neue Bekanntschaften geht. Wie oft wurden wir im Ausland aufgefordert ins Haus zu kommen, einen Tee zu trinken. Wir haben auch eine Willkommenskultur, ohne Frage. Aber die endet doch an der eigenen Haustür? Dieses Fußfassen, wie du es sehr gut beschrieben hast, das gelingt hierzulande nicht oft reibungslos.

LG Uwe

Hans K. Reiter (23.11.2025):
Hi Uwe, …und wie gastfreundlich die sind! Das war schon so, als die sog. Gastarbeiterperiode begann. „Wir“ waren im Urlaub dort, wo die herkamen, die dort so gastfreundlich waren und sind, aber hier, nein, ins Haus kommt mir von denen keiner! Heute brauchen wir sie wieder, sollen hier arbeiten und einzahlen, wegen Rente und so (unserer Rente, ist doch klar!). Dann gibts die anderen, Egbert hat sie trefflich beschrieben. Formen sind schon tot oder sterben aus. Was „ich“ will zählt. Da prallen sie dann aufeinander, die Ichs. Danke für deine Anmerkungen! Ciao Hans

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Ein großartiger Text Hans, der ein altes Paradox wunderbar einfängt.

Wir beklagen den Egoismus der anderen und merken nicht, wie schnell man selbst in denselben Strudel gerät.

Eventuell ist die eigentliche Herausforderung nicht - besser - zu sein, ... sondern die kleinen Momente zu erkennen, in denen Kooperation möglich wäre, obwohl es gerade leichter wäre, sich nur um sich selbst zu drehen.

So ist Egoismus selten reine Bosheit, oft nur Schutzverhalten. Genau deshalb braucht es diejenigen, die bewusst gegensteuern.

Ein Egoist sind ja immer - die da drüben - nie man selbst. Wenn man dann doch mal einen Ellenbogen ausfährt, klar, war’s natürlich nur Selbstverteidigung.

Vielleicht ist das die neue Dreifaltigkeit unserer Zeit: Status, Selbstschutz und Selbsttäuschung.

Am Ende sitzt dann jeder alleine auf seinem Sofa mit Bauchweh, aber Hauptsache, er hat recht gehabt. Oder wenigstens den größeren Titel auf der Visitenkarte.

Denn Egoismus entsteht nicht im Vakuum.

Er wächst da, wo Vertrauen fehlt, soziale Bindungen brüchig werden und alle glauben, sie müssten sich gegenseitig überholen, um nicht abgehängt zu werden.

Nicht die Einzelnen sind das Problem, sondern die Logik eines Systems, das Konkurrenz belohnt und Miteinander als Schwäche auslegt.
Kannst dich
Vielleicht sollten wir weniger fragen, wer angefangen hat, und mehr, wer aufhören kannst
Gruß zum großartigen Text, vom Egbert


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Hans K. Reiter (22.11.2025):
Lieber Egbert, ich danke sehr für deine Anmerkungen. Legen wir deine Ausführungen und die meinen nebeneinander, so ergänzen sich beide, als wär‘s abgesprochen. Das hat für mich eine gewisse Faszination. Ich finde das Phänomen recht gut beleuchtet. Wenn es einige Leser ebenso sehen, wärs nicht übel. Ohne das eigene Ich betonen zu wollen, wird es im individuellen Dasein nichts werden. Den Ausgleich, die Balance, zu finden, darin liegt die Kunst. Glücklich der, der mit diesem Talent gesegnet ist. Ciao bis zum nächsten Ereignis. Hans

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...Hans, du hast uns sehr gut gezeigt wie alles läuft.
Einerseits ist es sehr lustig zu lesen, andrerseits steckt auch viel Ernst dahinter.
Ich lese deine Geschichten immer wieder gern.
LG von Bertl.

Hans K. Reiter (22.11.2025):
Ja, Bertl, der sog. Ernst des Lebens, begleitet uns, denn wir schreiben ihn ja. Ich danke dir für deine Anmerkungen. Servus Hans

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