Kommentare unserer Leserinnen und Leser zur Kurzgeschichte
„... über die Schlagzahlen vom Rand der erkennbaren Wirklichkeit !“ von Egbert Schmitt


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Verehrter Egbert,
Zeichnung und Text makellos deutlich, ohne Verzerrung auf den Punkt gedonnert! Ergänzend erlaube ich mir den Hinweis, dass neuerdings von manchen Transromantikern wieder die DDR-Hymne gesungen wird! Dazu fällt mir der Einsteinsche Schluss ein: Wer Scheiße verklärt, steckt selbst tief drin. Das Windrad gabs dort wohl schon immer und die Zahl der Klappstühle muss beträchtlich angewachsen sein.
Servus
Hans

Egbert Schmitt (21.08.2026):
Lieber Freund und Hans, besten Dank für die treffliche Ergänzung! Ich fürchte allerdings, Du unterschätzt die Innovationskraft des Windrades. In Irrelevanzistan wurde es nämlich inzwischen zum regierungsamtlichen Zukunftsaggregat erklärt und wie wir wissen, hat ein Windrad den unschätzbaren Vorteil, dass es sich immer bewegt, ohne irgendwohin zu kommen. Damit erfüllt es bereits zwei wesentliche Voraussetzungen moderner Politik. Was die neuerlichen Gesänge der Transromantiker betrifft, so sollte man vielleicht zwischen Nostalgie und historischer Windkraft unterscheiden. Wer die alte Hymne wieder aus dem Schrank holt, entdeckt vermutlich darin weniger die Vergangenheit als vielmehr die Sehnsucht nach einer Zeit, in der die Gegenwart noch ordentlich vorgeschrieben war. Und Einsteinsche Schlussfolgerungen sind natürlich gefährlich. Vor allem, wenn man sie auf politische Nostalgie anwendet. Denn wer die Scheiße von gestern nachträglich vergoldet, könnte tatsächlich Gefahr laufen, sie für einen Schatz zu halten. Was die Klappstühle betrifft, muss ich Dir allerdings widersprechen: Ihre Zahl ist nicht angewachsen. Sie stehen nur inzwischen überall. Vor jedem Windrad mindestens zwei. Einer für den, der die Schlagzahlen erzeugt und einer für den, der sie anschließend erklärt. Dazwischen sitzt das Publikum und wartet geduldig auf die nächste Eilmeldung: „Vertrauen in die Vergangenheit weiterhin stabil – Ursachen unbekannt.“ Servus Egbert

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Genial und humorvoll geschrieben, Egbert! Ich habe mich totgelacht...-)

LG von Nina

Egbert Schmitt (21.08.2026):
Liebe Nina, na, dann hat die Schlagzahl ja ihren Zweck erfüllt! Allerdings macht mich Deine Formulierung „totgelacht“ statistisch etwas nervös. Das wäre im Ministerium für Wirklichkeitsangelegenheiten vermutlich bereits als außergewöhnliches Ereignis mit prognostischer Tendenz erfasst worden. Ich hoffe deshalb, Du bist noch unter den Lebenden, sonst müsste ich den Vertrauensindex des Klappstuhlministeriums nach unten korrigieren. Aber schön, dass Du so herzhaft gelacht hast. Genau dafür sind die kleinen Ausflüge nach Irrelevanzistan schließlich gedacht. Liebe Grüße Egbert

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