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Wüstensand

 



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Lotti_Amidala



Anmeldungsdatum: 15.03.2010
Beiträge: 2796

BeitragVerfasst am: Sa Mai 21, 2016 9:46 pm    Titel: Wüstensand Antworten mit Zitat

Leyla sah sehnsüchtig den vorbeilaufenden Soldaten hinterher. Wie gerne wäre sie mit ihnen gegangen,aber sie war ja "nur" ein Mädchen. Mädchen sollten zu Hause bleiben und die Hausarbeit erledigen. "Ohne mich", murmelte sie und strich sich durch ihre langen Haare. Sie griff zur Schere und innerhalb kürzester Zeit waren ihre Haare raspelkurz. Perfekt also, um sich als Mann auszugeben. Zugegeben, sie war ziemlich klein und ihre Brüste noch zu weiblich. Gott sei Dank hatte sie nicht gerade üppige Kurven, sodass es nicht schwer war, diese mit einem Tuch und weiten Klamotten zu verbergen. Sie sah in den Spiegel und nickte. So würde sie sich heimlich unter die Soldaten mischen können. Man würde sie für einen schmächtigen Jungen halten, aber das war in Ordnung. Sie machte sich auf den Weg, um den Hauptmann der Truppe zu treffen. Es wurden neue Soldaten gesucht und Leyla wollte unbedingt zu den Neuen gehören. Sie schluckte, als sie vor der Tür stand. Man hatte sie tatsächlich vorgelassen. Nun musste sie nur noch den Hauptmann überstehen. Sie klopfte und wartete, bis man sie hinein bat. Als sie eingetreten war, schluckte sie ein weiteres Mal. "Ich ... bin hier, um mich als Rekrut zu melden." Der Hauptmann musterte den schmächtigen Jungen kritisch und sagte dann:"Und wieso sollte ich gerade dich nehmen?"
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karinkarin



Anmeldungsdatum: 01.01.2016
Beiträge: 74

BeitragVerfasst am: Mi Mai 03, 2017 7:26 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Sie überlegte.
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Rabenmond



Anmeldungsdatum: 10.09.2011
Beiträge: 82

BeitragVerfasst am: Di Aug 01, 2017 11:29 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Leyla schluckte, aber ihr Mund war ausgetrocknet.
Gedrungen stand der Hauptmann in einem großen Vorraum da, seine Uniform war ausgebleicht und wirkte ungepflegt faltig vor dem glatten, dunklen Tisch und den hohen Schubladenschränken, und dennoch schien er sie zu überragen, wie ein Eber eine Maus überragt.
Er kniff seine Augen zusammen, um Leyla über seine vernarbte Krummnase weg zu mustern, und sie musste blinzeln.

Doch bevor sie zu stottern begann, ging hinter dem Hauptmann die Tür auf.

"Das hier ist der Listenraum, hier nehmen wir alle neuen Mitarbeiter auf, auch Rekruten", sagte ein Mann, auf dessen sandgelbem Anzug die zahlreichen Orden wie Schuppen einer Goldra-Schlange schimmerten.

Der Mann, der langsam neben ihn trat, hätte im Türrahmen beinahe den Kopf einziehen müssen, denn er war groß und hager. Sein Haar war kurz und grau, er trug keinen Bart, aber die Brauen waren dick und gaben seiner Stirn eine Finsternis, die seine Falten nicht abschwächen konnten. Doch Leyla konnte nicht lange in sein scharfkantiges Gesicht sehen, denn dem Blick dieser fast farblos grauen Augen konnte sie nicht standhalten.

Sie blinzelte, und sah statt dessen auf seine Weste. Felsenrostrot, einer der drei Obersten Generäle, die, wenn sie nicht in den Kommandozentralen des Schlachtfeldes Strategien absegneten, nur in der Hauptstadt am Kaiserhof residierten.

"Und wie viele sind seid dem letzten Aufruf aufgenommen worden?", die Stimme des Generals war wie Eis. Leyla wusste nicht genau, was Eis war, denn Mesreme, ihre nie verlassene Heimatstadt, lag inmitten Tasmeths ewigem Wüstensand, doch wenn sie die Kälte dieser Stimme mit irgendetwas vergleichen konnte, dann nur mit diesem erfrierenden Zittern, dass Omas alte Märchen ihr am Abendfeuer über den Rücken gejagt hatten.

"Fast vierzig Männer haben sich in den letzten drei Wochen eingeschrieben", versicherte der Unteroffizier in Gelb.
"Ich fragte, wie viele aufgenommen wurden", der Hagere sprach nicht laut, seine Worte schlugen dennoch in den Raum wie Peitschenhiebe.
"Es waren bedauerlicherweise nur 22 wirklich im Stande, das Ausbildungsprogramm zu bestehen, die anderen waren zu alt oder schon verletzt".
"Eine neue Ausschreibung wird morgen früh rausgehen, und am Ende der Woche soll diese Stadt eine Einheit von 60 Männern stemmen, die im Stande sind, nach dem Programm auch ins Feld zu ziehen".

Der kleinere verschluckte sich an seinem "Jawohl" und brachte es nie ganz heraus.
"Die Geschützkammer bleibt noch zu besichtigen", der General wartete gar nicht auf seinen Besuchsführer, sondern ging mit langen Schritten zur Tür, doch bevor er in den Innenhof der Kaserne hinaus trat, drehte er sich abrupt um.
"Und stellen Sie diesen Botenjungen gleich mit ein".
Dann war er in die sengende Hitze verschwunden, und der Unteroffizier folgte ihm, ohne noch mit dem Hauptmann einen Blick zu wechseln.

Dieser spuckte in einen Aschenbecher aus, zog die Nase hoch und sagte: "Da hast Du's, Botenjunge sollst Du sein". Die Abfälligkeit traf sie wie ein Schlag in die Magengrube.
"Keine Sorge, das Ausbildungsprogramm machst Du wie jeder andere auch".

Doch Leylas Ohren dröhnten von dem bösen Versprechen, das in seinem Ton lag.
"Schreib Deinen Namen da in die Liste".
Doch er nahm selber den Stift in die Hand und ließ sich mit einem selbstgefälligen Stöhnen in den Stuhl nieder, "Sag ihn mir, sieht nicht so aus, als könntest Du schreiben".

Leyla hätte schreien können, aber sie war noch immer benommen, und genauso tonlos sagte sie: "Rigby, Leylon Rigby".
Kurz kritzelte er diese zwei Worte unter zwei weitere Namen, blickte kurz schätzend zu ihr auf und schrieb dann eine Zahl daneben, die sie sogar um ein Jahr älter machte, als sie war.
"Na dann, Leyla Pigby, im Raum gegenüber ist Dein Trainingsanzug, mach Dich nicht schmutzig, es gibt nur den einen".
Für eine Sekunde packte sie die Panik, doch der Hauptmann zündete sich schon eine neue Zigarette an.
"Was stehst Du noch da rum?", fragte er.
"Wann soll ich morgen hier sein?", fragte Leyla.
"Hast Du nicht gehört, du gehst gleich da rüber und fängst schonmal mit dem Vortraining an. Morgen gehts dann zum Camp, und jetzt abtreten, Pigby".

Und mit diesem Namen stolperte sie in den staubigen Innenhof. Denn in nächster Zeit würde keiner sie mit einem anderen Namen rufen als Leyla oder Pigby, oder einfach nur Mädchen.
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