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Der Rabe

 



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karinkarin



Anmeldungsdatum: 01.01.2016
Beiträge: 84

BeitragVerfasst am: Do Sep 07, 2017 7:11 pm    Titel: Der Rabe Antworten mit Zitat

Ich stieg, ziemlich erschöpft aus meinem Auto, verschloss den Wagen und wollte gerade zur Tür meines Hauses gehen um sie zu öffnen und mich gleich unter die warme Dusche zu stellen, als ich ihn das erste mal sah: Den Raben. Er saß in meinem Vorgarten auf dem Ast eines alten, knurrigen Baumes, den mein Opa einmal hier gepflanzt hatte als er noch ein junger Mann war. Dies musste über 70 Jahre her sein. Als ich noch ein Kind war hing immer meine Schaukel an diesem Baum und im Winter baute ich mit Schnee immer einen Schneemann unter den langen Zweigen. Doch diesmal saß da ein Rabe! Eigentlich kein besonderer Anblick doch irgend etwas stimmte nicht. Dieser Rabe wirkte als sei er den unheimlichen Tiefen der Unterwelt oder gar der Hölle entsprungen. Ich blieb wie angewurzelt stehen. Der Vogel beäugte mich durch seine blutroten Augen und mir schien es als würde er nachdenken. Ein Schauer lief mir über den Rücken. Ich musste mir einen wirklich gewaltigen Ruck geben um mich endlich dazu zubewegen zur Haustür zu begeben, sie zu öffnen, und dann schnell hinter mir zu verschließen. Was war nur plötzlich los mit mir? Das war doch nur ein ganz gewöhnlicher Vogel auf einem Baum. Ein Anblick wie er jeden Tag 1000 mal auf der Welt vorkam.

Zuletzt bearbeitet von karinkarin am Mo Sep 25, 2017 3:55 pm, insgesamt einmal bearbeitet
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Darkman



Anmeldungsdatum: 23.05.2012
Beiträge: 1319

BeitragVerfasst am: Mo Sep 25, 2017 6:26 am    Titel: Antworten mit Zitat

..."Hallo Schatz", ries mich jetzt mein Lebensgefährte aus meinen düsteren Gedanken und gab mir einen Kuss auf den Mund. "Was ist denn mit dir los... du siehst ja aus als wenn du einen Geist gesehen hättest!" "Oh Hallo Steven... Nein es ist nix... Ich bin bloß etwas überarbeitet... Der ganze Stress in der Anwaltskanzlei zehrt schon etwas an den Nerven!", sprach ich etwas verlegen. "Du könntest dir ruhig mal einen Tag frei nehmen und mit mir ein romantisches Picknick im Grünen machen. Dann wärst du danach viel entspannter", schlug mir Steven vor und nahm mich liebevoll in den Arm. "Ach nee Schatz das geht gerade nicht weil ich bald eine Mandantin wegen häuslicher Gewalt vor Gericht gegen ihren gewalttätigen Ehemann vertreten muss und noch viel Arbeit vorher ansteht", hielt ich dagegen. "Ach schade aber was nicht ist kann ja noch werden... Ich habe im Übrigen uns was leckeres zum Abendessen in der Pfanne gebrutzelt..." "Mhh das richt auch lecker aber ich brauch jetzt erstmal eine ordentliche Dusche! Du kannst das Essen ja warm Stellen", sprach ich und löste mich aus der Umarmung meines Liebsten und eilte geschwind ins Badezimmer. Dort zog ich mein geblümtes Sommerkleid und meine Unterwäsche aus und betrat die Dusche und lies dann warmes Wasser auf meinen makellosen Körper sprudeln. Ich genoss die Wärme auf der Haut und begann mich gerade einzuseifen als ich urplötzlich ein klopfen am Fenster hörte. Ich drehte mich um und sah mit schrecken den Raben mit finsteren Blick auf dem Fensterbrett sitzen, während er mit seinem Schnabel immer wieder bedrohlich gegen das Fensterglas pochte...
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karinkarin



Anmeldungsdatum: 01.01.2016
Beiträge: 84

BeitragVerfasst am: Mo Sep 25, 2017 9:56 am    Titel: Antworten mit Zitat

Ich schnappte mir den Schwamm, der neben mir auf einer Ablage lag, und warf ihn in Richtung des Fensters. Mit einem unheimlichen KRA flog das Vieh davon. Mir schlug das Herz bis zum Hals. Was zur Hölle war bloß los mit mir? Das war doch nur ein Rabe. Ein Vogel. Wieso hatte ich auf einmal so eine Angst vor einem Vogel? Als ich noch klein war hatte ich mal einen Kanarienvogel und später einen Wellensittich. Wieso sollte ich urplötzlich so eine Panik vor Vögeln haben? Wahrscheinlich war ich nur überarbeitet.
Doch war ich das wirklich? War ich so fertig das ich mir dies nur einbildete?
Nein.....das war keine Einbildung. Das war die Realität.
Ich ging langsam in Richtung des Fensters und schaute hinaus. Von dem Raben war weit und breit nichts zu sehen außer einigen schwarzen Federn die außen auf dem Fensterbrett lagen. "Ganz ruhig" sagte ich innerlich zu mir selber "Beruhige dich. Du hast zu viel Gearbeitete...." Ja. Genau das musste es sein. Ich war überarbeitete und bildete mir das einfach nur ein. Doch tat ich dies wirklich?

Bevor ich an diesem Abend ins Bett ging warf ich noch einmal einen vorsichtigen Blick aus dem Schlafzimmerfenster und war erleichtert das ich den Raben nirgends wo sehen konnte. Sorgfältig zog ich auf beiden Seiten die Fenstervorhänge zu. "Was ist los Schatz?" fragte mich Steven. "Es...es ist nichts" antwortete ich. Irgend wie schaffte ich es einzuschlafen.

Doch einige Stunden später wurde ich durch ein Geräusch geweckt. Es schien aus der Küche im Erdgeschoss zu kommen. Ohne Steven zu wecken stand ich auf, schlüpfte in meine Pantoffeln und ging leise nach unten. Im Flur war alles in Ordnung. Die polternden Geräusche kamen aus der Küche. Ich ging leise zur Küchentür und legte ein Ohr auf diese. Es hörte sich an als würde jemand mit Geschirr um sich werfen. Ich gab mir einen wirklich gewaltigen Ruck und riss die Tür auf. Hinter dieser bekam ich den Schock meines Lebens: Die Küche war ein einziges Schlachtfeld! Kaputtes Geschirr, Töpfe und Pfannen lagen auf dem Boden verteilt und zwischen ihnen verstreut Lebensmittel, Gewürze und Backzutaten aus den Schränken. Doch was das Entscheidende war: Überall schwarze Federn! Wo zur Hölle war das Mistvieh? Ich griff mir einen Besen der in einer Ecke neben der Tür stand.
Dann begann ich mit meinen Augen vorsichtig den Raum nach dem Raben abzusuchen, immer heimlich hoffend dass er ihn bereits wieder verlassen hatte. Zunächst konnte ich ihn auch nirgendwo entdecken, doch dann hörte ich plötzlich ein bösartig, langgezogenes KRRRRAAAAAA, hinter mir. In mir zog sich alles zusammen. Langsam drehte ich mich herum.
Der Rabe hatte so ruhig auf dem Schrank über der Küchenspüle gesessen das ich ihn beim hereingehen übersehen hatte. Dabei viel mir auf das er anscheinend den Wandkalender bearbeitet hatte. "Na gut" dachte ich mir und richtete das borstige Ende des Besens in Richtung des Rabens. Dieser stürzte sich sogleich auf mich. Ich wehrte diese erste Attacke aber mit dem Besenende ab. Der Rabe gab ein unheimliches KRRRAAAAA von sich, während er eine Kurve drehte nur um sich anschließend erneut auf mich zu stürzen.
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