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Entführung im alten Rom

 



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Tom72Tom



Anmeldungsdatum: 06.12.2017
Beiträge: 53

BeitragVerfasst am: Mo Jul 02, 2018 5:04 am    Titel: Entführung im alten Rom Antworten mit Zitat

Wütend zerrte Flavia an ihren Fesseln. Man hatte ihr nicht nur die Handgelenke auf dem Rücken zusammengebunden, sondern auch noch die Ellbogen verschnürt. Ihre Beine waren mit einem weiteren Strick gesichert. Und um sie vollkommen bewegungsunfähig zu machen, hatten ihre Entführerinnen ihre Hand- und Fußfesseln mit einem kurzen Strick verbunden, so dass sie gekrümmt im Reisewagen lag, der über die Pflasterstraße rollte.
Ein dicker, weicher Knebel füllte ihren Mund vollständig aus. Eine der vermummten Frauen hatte ihr außerdem einen Schal zwischen die Zähne geklemmt und fest hinter ihrem Kopf verknotet, so das sie den Stoffballen nicht ausspucken konnte.
"Gnnnnnnnnnnfff..."
Es war sinnlos: Das Rumpeln der Räder übertönte die erstickten Stöhnlaute, die sie von sich gab. Niemand würde sie hören. Ihre Entführerinnen verstanden ihr Handwerk!
Wo sie wohl war? Noch ehe sich der Wagen in Bewegung gesetzt hatte, hatte man ihr ein Tuch vor die Augen gebunden. Sie hatte versucht, aus den Geräuschen auf die Fahrtrichtung zu schließen, aber bald aufgegeben.
Verärgert kaute Flavia auf ihrem Knebel herum. Momentan war sie nicht mehr als ein hilfloses Päckchen - und das war eine Rolle, die der stolzen Senatorentochter ganz und gar nicht gefiel...
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Tom72Tom



Anmeldungsdatum: 06.12.2017
Beiträge: 53

BeitragVerfasst am: Mi Jul 11, 2018 7:09 am    Titel: Antworten mit Zitat

Fünf Stunden vorher:

Flavia verließ die Bibliothek, in der sie die letzten drei Stunden zugebracht hatte. Es war für eine Römerin der Oberschicht nicht unüblich, die Freizeit mit Lesen zu verbringen, aber heute hatte sie etwas gesucht - und war fündig geworden!
Was ihr Vater wohl zu ihrer Entdeckung sagen würde? Wer hätte gedacht, dass in der alten Villa an der Via Appia antica...
Sie hörte leise Schritte. Der mysteriöse Besuch, den ihr Vater vor drei Tagen erhalten hatte, fiel ihr wieder ein. Sie hatte nicht erkennen können, mit wem ihr Vater gesprochen hatte, aber es waren weibliche Stimmen gewesen. Die Besucherinnen hatten sehr fordernd geklungen, und am Ende war die Unterhaltung laut geworden. Ihr Vater wirkte danach wütend - und besorgt. Das war ungewöhnlich, war er doch einer der einflussreichsten Senatoren Roms.
Erneut hörte sie Schritte. Sie sah über die Schulter: Nein, da war niemand. Bildete sie sich das ein? War es einer ihrer Verehrer? Die zwanzigjährige Römerin wusste, dass sie als Schönheit galt.
Aber auch der aufdringlichste Verehrer würde ihr wohl kaum in dieser Gasse hinterherschleichen.
Flavia merkte, wie still es war...
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Tom72Tom



Anmeldungsdatum: 06.12.2017
Beiträge: 53

BeitragVerfasst am: Do Aug 02, 2018 2:24 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Unwillig schüttelte Flavia ihre lange schwarze Mähne. Die goldene Halskette, die Tante Tullia ihr vor zwei Jahren geschenkt hatte, klimperte leise. Hier war niemand! Sie sollte sich nicht vor Schatten fürchten: Sie war eine Flavierin, kein schreckhaftes Mädchen aus der Unterschicht!
Ihre Gedanken kehrten zurück zu ihrem Fund. DAS würde Vater überraschen! Ihr lag viel an seiner Anerkennung, denn sie wollte nicht länger im Schatten ihres großen Bruders stehen. Gewiss, Marcus war ein talentierter Redner, der trotz seines jungen Alters bereits für Aufsehen gesorgt hatte. Aber sie selbst war auch mehr als ein hübsches Nesthäkchen, und das konnte sie Vater heute beweisen!
Sie war so versunken in ihre Gedanken, dass sie beinahe mit der Gestalt zusammenstieß, die urplötzlich aus dem Schatten einer Seitengasse hervorwuchs.
"Flavia?", fragte eine dunkle Frauenstimme...
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Tom72Tom



Anmeldungsdatum: 06.12.2017
Beiträge: 53

BeitragVerfasst am: So Aug 19, 2018 3:18 am    Titel: Antworten mit Zitat

Die junge Römerin fuhr überrascht zusammen.
"Äh... ja?"
Im gleichen Moment, in dem sie die Frage beantwortete, wusste sie, dass sie einen Fehler begangen hatte. Wer auch immer in dieser stillen Gasse auf sie wartete - oder eher: lauerte -, hatte wohl kaum redliche Absichten. Und dass er sich bei ihr vergewisserte, wer sie war, bewies, dass er sie gezielt abgepasst hatte. Nein, nicht "er"! Sie!
Flavia kannte diese Stimme! Das war eine der beiden Frauen gewesen, mit denen ihr Vater gestritten hatte!
Und dann ging alles sehr schnell...
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Tom72Tom



Anmeldungsdatum: 06.12.2017
Beiträge: 53

BeitragVerfasst am: Di Aug 28, 2018 8:13 am    Titel: Antworten mit Zitat

Zwei weitere Schatten flogen aus der Seitengasse. Flavia fuhr herum. Sie musste nur ans Ende dieser Gasse gelangen, dann wäre sie auf einer der belebteren Straßen Roms. Vierzig Schritt!
Noch während sie herumwirbelte, legte sich ein Arm um ihre schlanke Taille und riss sie zurück. Eine Hand schloss sich um ihren rechten Unterarm.
"Du bleibst hier!", schnarrte eine weitere Frauenstimme.
Flavia riss den Mund auf, um zu schreien, doch ehe sie einen Ton herausbrachte, legte sich eine Hand auf ihre Lippen und erstickte den Schrei in ihrer Kehle. Ihr Kopf wurde zurückgebogen, bis er an der Schulter der Frau lag, die ihr den Mund zuhielt.
"Schön ruhig bleiben, Kleine", zischte die dunkle Stimme. "Wir wollen doch nicht, dass uns jemand stört!"
Drei Gegnerinnen waren zuviel: Trotz aller Gegenwehr wurde Flavia hochgehoben und in die Seitengasse gezerrt. Die Entführerinnen - denn längst war Flavia klar, dass sie entführt werden sollte - zwangen ihr die Hände auf den Rücken. Ein Seil legte sich um ihre Handgelenke und wurde festgezurrt. Die Senatorentochter rang vergeblich darum, ihre Hände freizubekommen.
Aber so leicht sollten sie sie nicht erwischen: Flavia strampelte wild und versuchte, in die Hand zu beißen, die ihr den Mund verschloss. Die Entführerin fluchte: "So ein Biest! Los, gib mal den Knebel her, diese Wildkatze braucht einen Maulkorb!"
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Tom72Tom



Anmeldungsdatum: 06.12.2017
Beiträge: 53

BeitragVerfasst am: So Okt 07, 2018 4:29 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Flavia wehrte sich verbissen. Trotz der eher milden Temperaturen hatte sie zu schwitzen begonnen. Ein Knie bohrte sich in ihren Rücken und zwang sie grob auf den Boden. Da ihre Hände mittlerweile auf den Rücken gebunden waren, mutete ihr Widerstand lächerlich an, doch Flavia hatte sich noch nie kampflos gefügt. Ihr Fuß traf etwas Weiches, und mit Befriedigung hörte sie ein schmerzhaftes Grunzen. Rasch trat sie ein zweites Mal in die gleiche Richtung, doch diesmal wurde ihr Bein ergriffen und in den Straßenstaub gepresst. Sie fühlte, wie auch um ihren Fußknöchel ein Strick gewunden wurde.
"Hier, stopf ihr damit den Mund!"
Aus den Augenwinkeln sah sie, wie eine der Entführerinnen ein Tuch präsentierte, in das ein dicker Knoten geschlungen war. Die Frau, deren Hand ihr noch immer den Mund verschloss, griff danach. Flavia musste den Knebel um jeden Preis vermeiden, wenn sie eine Chance erhalten wollte, auf sich aufmerksam zu machen. Hätte sie den dicken Knoten erst einmal im Mund, wäre es für die Frauen ein Leichtes, sie unauffällig abzutransportieren. Verzweifelt trat sie um sich, drehte den Kopf weg und biss erneut nach der Hand...
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Darkman



Anmeldungsdatum: 23.05.2012
Beiträge: 1776

BeitragVerfasst am: Mo Nov 05, 2018 7:25 am    Titel: Antworten mit Zitat

...und erwischte sie diesmal sogar und Flavia biss sich jetzt ordentlich an der feingliedrigen Hand wie ein Raubtier fest, bis sie Blut schmeckte. "Aaahh... Lass los du verdammte Schlampe...", brüllte eine schmerzverzerrte Frauenstimme auf...
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Tom72Tom



Anmeldungsdatum: 06.12.2017
Beiträge: 53

BeitragVerfasst am: Di Nov 06, 2018 4:20 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Mit Genugtuung vernahm Flavia den Aufschrei ihrer Entführerin.
"Reiss dich zusammen, Lucia!", zischte eine zweite Stimme. "Wir wollen keine Aufmerksamkeit!"
Mit einem unterdrückten Fluch riss die Angesprochene ihre Hand aus Flavias Mund. Die Senatorentochter begriff einen Moment zu spät, was das bedeutete: Ehe sie die Zähne erneut zusammenbeißen oder gar einen Hilfeschrei ausstoßen konnte, presste ihr eine grobe Faust den dicken Stoffknoten halb zwischen die Lippen. Flavias Protest erstickte zu einem leisen Stöhnen. Im letzten Moment hatte sie die Kiefer aufeinandergepresst, um zu verhindern, dass der Knebel vollständig in ihren Mund rutschen konnte. Unter Aufbietung aller Kräfte kämpfte sie gegen die Hand an, die von außen auf den Stoffknoten drückte.
"Fertig?"
"Nein! Sie wehrt sich immer noch."
"Bring sie endlich zum Schweigen! Wir müssen hier weg!"
Weitere Hände ergriffen ihren Kopf, zwei Finger hielten ihr die Nase zu. Flavia hielt trotzig die Luft an, aber dieser letzte Versuch war nicht von Erfolg gekrönt. Außer Atem vom immer noch andauernden Kampf musste sie den Mund öffnen, um nach Luft zu schnappen - und im gleichen Moment wurde ihr der Stoffballen tief zwischen die Zähne gepresst, füllte ihre Mundhöhle aus und hinderte sie endgültig am Schreien.
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Darkman



Anmeldungsdatum: 23.05.2012
Beiträge: 1776

BeitragVerfasst am: Mo Apr 22, 2019 8:58 am    Titel: Antworten mit Zitat

...Eine gefühlte Ewigkeit pollterte der Wagen über Stock und Stein, als er plötzlich unvermittelt anhielt. Flavia spürte wie sie von etlichen Händen gepackt und angehoben wurde. Sie wurde davon getragen und nach einer Weile wieder abgesetzt. Als man ihr die Augenbinde abnahm, musste Flavia mit schrecken erkennen das sie sich in einer Gefängniszelle befand. "So das wird jetzt erstmal dein neues Zuhause sein, und solange wir von deinen Vater nicht bekommen was wir wollen, wirst du hier verweilen müssen!", sprach eine der Vermummten Frauen. Dann wurden Flavias Fesseln gelöst und kurz darauf verließen die Frauen die Zelle und verschlossen die schwere Eisenzellentür hinter sich und ließen Flavia einsam und allein hinter sich zurück...
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