Kapitel 1 General Thomas Siegel
General Züricher beobachtete gerade seinen Freund, wie er seinen Roboter anbrüllte, der einen Fehler gemacht hatte.
Er meinte: „Thomas, lass doch den armen Roboter in Ruhe, er ist doch nur eine wertlose Maschine. Du bist doch sonst immer der jenige, der so gegen die Sklaverei der Roboter ist und doch hast du einen Roboter und behandelst ihn gleich wie alle anderen. Seit General Merx an der Macht ist hast du dich sehr verändert.“
„Ach Markus, ich muss mich doch „anpassen“, besonders, deshalb, weil ich nach wie vor in der Partei bin, hast du nicht mitbekommen wie es Bernhard und Michael ergangen ist, die ihre Gesinnung offen dargelegt haben? Sie arbeiten jetzt in einer Wasserstoffraffinerie unter unmenschlichen Bedingungen. So sehr ich Merx auch hasse, noch will ich nicht da landen. Außerdem, schrei' das nicht so laut herum, das muss ja wohl nicht gleich jeder wissen! Irgendwie hat Merx ja Recht, wenn die Roboter frei kämen, wäre unsere Zukunft tatsächlich dem Untergang geweiht. Wir sind schon viel zu abhängig von diesen Maschinen. Wenn man sich vorstellt, dass alles vor ziemlich genau zweihundert Jahren mit einer einfachen Rechenmaschine begann. Ich bin immer wieder erstaunt wie schnell wir Menschen in unserem Fortschrittswahn voranschreiten. Doch dich darüber aufregen, dass ich den Roboter schlecht behandelt habe brauchst du wirklich nicht. Du weißt ja, dass ich furchtbar jährzornig bin.“
„Ja, du hast wieder einmal in allem Recht was du sagst. Es ist ein Jammer, dass die Menschheit so verweichlich ist, dass sie von Maschinen abhängig ist. Und es ist wirklich der Fall, dass du einer der wenigen bist, der seinen Roboter meistens schon fast wie einen Menschen behandelst. Glaub mir, das wird dir noch einmal zu Gute kommen!“
Markus Züricher sollte Recht behalten.
Wir schreiben das Jahr Jahre 2186.
Wegen der Unterdrückung der Roboter durch den selbsternannten Imperator Merx bildete sich eine militante Organisation namens RBA (= Roboter Befreiungsarmee). Sie waren Helden und Märtyrer für die Roboter, die sich nicht Merx angeschlossen hatten. Ein Krieg stand bevor!
Doch Merx wollte diesen Aufständischen unter keinen Umständen geben was sie wollten: Sie verlangten nämlich Gleichberechtigung gegenüber den Menschen. Wenn das allerdings einmal durchgesetzt werden würde, so dachte der Imperator, würde die ganze Welt wirtschaftlich untergehen, da man kaum so viel Geld hätte, um alle zu bezahlen, es waren einfach zu viele, und die Menschen kommen ohne sie einfach nicht mehr aus.
(Das ist vergleichbar mit den Computern heutzutage. Oder können Sie sich vorstellen Ihre Computer als Angestellte zu bezahlen?)
Deshalb hatte er sämtliche Generäle der Roboter, die gegen die Aufständischen waren, und der Menschen in einem riesigen Heer zur Allianz zusammengeschlossen.
Doch General Siegel wollte nicht mit den Plänen des Imperators mitmachen. Eigentlich war Josef Merx ja sein Mitstreiter gewesen, doch irgendwie ist diesem, nachdem die Welt durch das SWP (= Sozialistische Weltpartei) geeint worden war, die Macht zu Kopf gestiegen und er ernannte sich zum sozialistischen Imperator. Viele von Siegels Mitstreitern aus der SWP wurden bereits durch den Imperator getötet, da sie anders dachten wie er und so hatte Siegel nach monatelangem zusehen nun genug.
Er hatte vor, auskundschaften zu lassen, wo sich die legendäre Militärbasis der RBA befand.
Kapitel 2 Das versteckte Militärlager in der Wüste
General QX 1526500 saß im RBA Basislager, das gut versteckt mitten in der Wüste Afrikas zu finden war, und dachte nach, wie er die Allianz am empfindlichsten treffen konnte und wo er die benötigten Waffen und das Geld für die enorm hohen Solde her bekommen würde, als ihn ein plötzliches Klopfen an seiner Tür aus seinen Gedanken riss. Es war seine Sekretärin, die ihm durch Piepsgeräusche zu verstehen gab, dass General Siegel von der Allianz ihn sprechen wolle. QX, der die menschliche Sprache genau so gut beherrschte, wie die Computersprache, die von den nichtanthropoiden Robotern mit Hilfe von langen und kurzen Signalen ausgedrückt wird (kurz: 0; lang: 1), bat sie verwundert und erschrocken zugleich ihn einzulassen.
„Was will denn ein General der Allianz von mir und vor allem, wie hat er unser Versteck gefunden? – Das kann nichts Gutes heißen“, dachte er sich.
Inzwischen lief Siegel nervös im Wartezimmer vor dem Eingang des Büros auf und ab und fragte sich zum hundertsten Mal, ob es klug war hierher zu kommen.
Schließlich bat ihn die Sekretärin in QX 1526500's Büro.
Siegel schloss die Tür leise hinter sich und trat vorsichtig näher. QX 1526500 bat ihn sogleich sich zu setzen mit der Frage, was er denn von den RBA Streitkräften wolle.
Siegel setzte sich, zündete eine Zigarette an, die er aber nach ein paar Zügen wieder im sofort erscheinenden Aschenbecher auslöschte und begann zu reden: „Ich bin ein Rebell, der gegen Imperator Merx kämpft und stimme mit den Ideen der RBA überein.“
QX 1526500 hob erstaunt seine Metallaugenbrauen und sagte vorläufig einmal nichts.
Also sprach Siegel weiter: „Ich habe sämtliche Geheimpläne gestohlen, befehlige ein beachtliches Heer und habe Zugang zu vielen Waffenlagern. Ich könnte ihrer Organisation also sehr nützlich sein.“
Beim Wort Waffenlager schienen die Videoaugen aufzuleuchten. Ja, Waffen brauchte er jede Menge, wenn er es mit der übergroßen Streitmacht des Imperators aufnehmen wollte.
„Wo sind Sie momentan stationiert, General?“, fragte QX 1526500.
„In Kairo, Ägypten. Ich habe Einblick in sämtliche Geheimprojekte der Allianz. Ich könnte ein paar meiner Männer für die RBA spionieren lassen“, antwortete der neunundzwanzigjährige General, der immer noch leicht aufgeregt war.
„Ja, ein großes Waffenlager und Spione wären uns schon Willkommen, nur woher soll ich wissen, dass Sie mich nicht in eine Falle locken?“
„Sie haben also eine negative Meinung über die Menschheit!
Gauben sie ich wäre ohne Begleitung und unbewaffnet zu Ihnen gekommen, wenn ich Sie in eine Falle locken wollte? Sogar ihre Soldaten, haben mich bis zu Ihnen vorgelassen, die haben mehr Vertrauen in die Menschheit wie Sie!
Aber gut, wenn Sie meine Hilfe nicht annehmen wollen, kann ich auch gerne gehen …“. General Siegel stand auf, entschlossen zu gehen.
„Na, na, Herr General, beruhigen Sie sich doch erst Mal! Gut, ich arbeite mit Ihnen und Ihren Leuten zusammen, doch wenn Sie uns belügen, werden Sie wünschen, nie geboren worden zu sein!“
Thomas hatte sich mittlerweile wieder hingesetzt und tat so, als hätte er die Drohung überhört. Natürlich war ihm das Risiko bewusst, in das er sich begab: Wenn die RBA gegen ihn wäre und die Allianz von seinem Freidenkertum erfahren würde, würde er von beiden Seiten gejagt werden und das wäre logischerweise sein sicherer Tod.
Der General sagte also seinem neuen Verbündeten, wo er sich genau Waffen beschaffen konnte und wie er ihn erreichen konnte und verabschiedete sich mit den Worten: „Ich hoffe wie werden gute Partner werden!“ und dass er ihn via Bildtelefon anrufen solle wie weiter vorgehen zu sei.
Kapitel 3 Die Planung des Aufstandes
Kurz nachdem General Siegel das RBA Hauptquartier verlassen hatte, kam ein Soldat zu General QX 1526500: „General, melde gehorsamst, Allianz Truppen sind in ein Nebenlager der RBA eingedrungen, das als Roboter-Reparaturstation getarnt war. Der Ort befindet sich unweit von Rom. Es herrscht die totale Anarchie. Die RBA Truppen können sich mit ihrer wenigen Ausrüstung kaum gegen die übermächtigen Allianztruppen wehren. Was ist zu tun?“ QX 1526500 sah ratlos aus, obwohl er aus Metall war, gelang es ihm ganz gut menschliche Gesichtszüge nachzuahmen, da er zu der Gattung der Anthropoiden gehörte, also den menschenähnlichen Robotern.
Er wusste nicht was zu tun war. Er griff also zum Telefon und rief Siegel an, und informierte ihn über die neuen Fakten. Dieser versprach, sofort Waffen und Leute in die ewige Stadt zu schicken (der Nabel der Welt war jedoch, seit Merx über die Erde herrschte, Moskau). Auch der General machte sich bereit, er wollte höchstpersönlich die Operation leiten und seinen Robotern beistehen.
Verzweifelt sah General QX 1526500 zu, wie einer seiner Roboter nach dem anderen zerstört wurde. Endlich empfingen seine Sensoren das Nahen von General Siegels Leuten. Die Allianzsoldaten waren verdutzt, als sie Soldaten mit dem Allianzabzeichen sahen, die augenscheinlich gegen sie waren. Es gab ein grausames Gemetzel, doch mit Siegels Truppen, die geschlossen hinter ihrem heldenhaften General standen, konnte das Lager, das unweit der nach, wie vor berühmten, Stadt war, doch noch verteidigt und anschließend befestigt werden.
Siegel und QX 1526500 saßen im neu befestigten Lager und unterhielten sich:
„Was für Art von Waffen haben Sie in diesem Lager?“
„Die Waffen der Allianz: MGs, Panzer, Flammenwerfer, Goliaths, das ist eine Art Kleinpanzer, der wie eine Rüstung getragen wird und Luftabwehrraketen. Ich wurde von Merx außerdem beauftragt die Lasertechnologie für Waffen zu erforschen. Wir sind fast fertig, doch ich hatte eigentlich vor, Ihnen die Pläne zur Verfügung zu stellen und das ganze als Überfall zu inszenieren, wobei Merx, nach dieser Schlacht, mittlerweile sicher herausgefunden hat, dass ich mit Ihnen alliiert bin. Das heißt, wenn Sie immer noch Interesse an unserer Zusammenarbeit haben.“
„Aber natürlich, werter General, die Idee ist ausgezeichnet. Das würde ja auch einen enormen Vorsprung gegenüber der Technologie der Allianz bedeuten.“
„Das ist ja auch mein Ziel. Ich habe vor, mit Ihrer Hilfe Merx zu stürzen und die alte Ordnung wiederherzustellen, natürlich mit der Gleichberechtigung der Roboter.“ „Ja, das klingt sehr gut.“
Kapitel 4 Der Held wird gefangen
Inzwischen hatte der Imperator tatsächlich vom Übertritt Siegels zur RBA erfahren und war sehr gereizt. Er schnauzt den General, der ihm die Schreckensnachricht übermittelt hatte an: „Und Sie fragen mich, was zu tun ist? Eliminieren Sie Siegel und seine Leute! Verdammt noch mal, wenn der der RBA unsere Technologie zukommen lässt, sind wir geliefert!“
Eilig macht sich der General aus dem Staub.
Meyer, so hieß der General, der ein ehemaliger Schulkollege Siegels war, lockte diesen in eine Falle und so kam es, dass Siegel bald darauf in einem von Merx' Gefängnissen saß, die für ihre Unmenschlichkeit bekannt waren.
Die Anklage lautete: „Übertritt zum Feind“. In Merx' Imperium stand darauf die Todesstrafe.
Einen Tag späte wurde er dem Imperator vorgeführt. Siegel verspottete diesen und sagte ihm was er wirklich von ihm hielt. Das Urteil des Imperators: Am nächsten Tag Tod durch Erschießen.
General Siegel war sehr tierlieb, er hatte selbst zu Hause schon die verschiedensten Tiere gehabt, vom Wolf bis zu den Kaninchen, alles.
Da Siegel glaubte, seine letzte Stunde wäre gekommen, zähmte er sich eine der Kerkerratten und teilte mit ihr alles: Bett, essen und vieles mehr.
Doch seine Bewacher waren echt ekelhafte Gesellen, sie machten sich lustig über ihn, und meinten, so sehe also der gefürchtete dessertierte General aus.
So geschah es eines Tages, dass Thomas' Ratte einen Spaziergang machen wollte, denn sie kam ohne Mühe durch die Gitterstäbe hindurch. Zufällig kam aber auch der gemeinste Bewacher überhaupt des Weges und stieg bewusst und mit einem bösen Grinsen auf den Lippen auf Lilly, so hatte Siegel das Tierchen genannt, darauf.
Siegel hatte auch einen Zellengenossen, einen Medic-Roboterer, der auch die seltene Gabe hatte die Zukunft so exakt zu errechnen wie ein Prophet sie sehen kann, er war einmal Merx persönlicher Arzt und Prophet gewesen, doch als RX 7 den Tod von Merx und den Untergang der SWP voraussagte, wurde er, wie alle anderen Kritiker eingesperrt und fristete seitdem sein Leben dort.
Genau dieser wurde dann auch Siegels Freund.
Nicht alle von Thomas' Bewachern waren jedoch böse, einer hatte sogar einen guten Draht zu Siegel und dieser brachte dann heimlich die schwer verletzte Ratte zu RX.
Er konnte die Ratte natürlich wieder total gesund machen, und General Siegel war ihm sehr dankbar dafür.
QX 1526500 ließ seinen Verbündeten jedoch nicht im Stich. Bei einer nächtlichen Befreiungsaktion, stand er plötzlich vor Siegels Zelle.
Siegel vergaß natürlich seinerseits seinen treuen Zellengenossen nicht, und floh mit ihm gemeinsam unter Einsatz seines Lebens. Es war Thomas' Glück, dass er immer eine kugelsichere Weste trug, denn sonst hätte er diesen heldenhaften Einsatz wohl kaum überlebt.
Kurz vor dem Ausgang, wo eine Eskorte RBA Soldaten auf General Siegel wartete, wurde RX schwer getroffen, und er sagte zu Siegel, er solle alleine weitergehen und der SWP ihren wohlverdienten Untergang bringen. Doch Siegel gab nicht auf, nahm, unter Feuerschutz von QX und einigen von dessen Roboter - unter ihnen auch der nette Wachmann, der Siegel in seiner Zeit als Gefangener immer so gut es ging geholfen hatte, und später auch der RBA als Marschall beitrat und in der Ukraine seine Basis aufbaute - RX auf seine Schultern und trug ihn die restlichen Meter hinaus.
QX 1526500 wurde allerdings dabei schwer beschädigt und verlor seine gesamten Begleiter, die mit ihm zu Siegels Zelle vorgedrungen sind.
Siegel baute seine Basis unweit vom Hauptlager der RBA wieder auf und versorgte die RBA weiter mit Technologie, Waffen und mit Robotern aus seiner Cyborg Fabrik. Das war leichter, als das für einen Menschen unserer Zeit klingen mag, weil soeben das „schweben“ von Gebäuden fertig erforscht wurde, das heißt, dass die Gebäude mit starken Lammellen ausgestattet werden und mit einem speziellen und sehr schwer herzustellendem Material so leicht gebaut werden dass sie die Schwerkraft überwinden können, wenn sie nicht an ihren Lammellen hängen, so hatte Siegel und seine Leute alles was sie brauchten, nur an einem anderen Ort.
Kapitel 5 Die Planung zur Eroberung der Rohstoffquellen
In der Zwischenzeit wurde auch dem Imperator berichtet, dass Siegel die Flucht gelungen war. Dieser, er war gerade beim Essen, ließ sofort die Unfähigen liquidieren und sprach die Ächtung über Siegel aus. Das heißt, dass er jetzt von jedem, ob Allianzsoldat oder Zivilist straffrei getötet werden konnte. Da Siegel seit er Schlacht bei Rom nun sehr viele Feinde hatte, war dieser Umstand äußerst gefährlich.
Thomas hatte aber Gott sei Dank noch einige loyale Spione unter Merx' Leuten, sodass er bald davon erfuhr.
Er blieb also mit seinem nun wieder vollständig reparierten und verbesserten Freund, dem Obergeneral der RBA, und seinem ehemaligen Zellengenossen RX, im neuen Hauptquartier und schmiedete gemeinsam mit ihnen Pläne:
„Was schlagen Sie vor sollen wir als nächstes tun, Thomas?“, fragte der Chef der RBA Siegel.
„Meine Taktik wäre, sich Stützpunkt für Stützpunkt von der Allianz zu erobern bis vor die Tore Moskaus.“ antwortete dieser.
„Ausgezeichnet. Dazu brauchen wir aber noch mehr Cyborgs.“, merkte RX an.
„Das ist richtig, RX, aber uns gehen die Rohstoffe aus.“, antwortete Thomas.
„Ja, wir müssen die Truppen zusammenraffen und uns die Außenposten der Allianz, die sehr viel Rohstoffe bieten, erobern. Außerdem kommt mir da so eine Idee. Wir müssen nicht gleich zu den Waffen greifen und offen gegen die Allianz antreten, zumindest nicht, bis wir einen eindeutigen Technologievorsprung haben. Was halten Sie von der altbewährten Guerillataktik?“
„Sehen Sie, daran habe ich noch gar nicht gedacht!“
Verkleidete RBA Truppen näherten sich dem Außenposten der Allianz, der nur sehr schwach verteidigt war. Unter ihnen General Siegel, der Übertreter aus der Allianz. Als sie in Schussweite waren, nahmen sie ihre Waffen und eroberten unter geringen Verlusten den Stützpunkt. Dabei achteten sie darauf, dass alle Allianzmänner getötet oder gefangen wurden, damit niemand Hilfe aus dem nächsten Lager holen konnte. Bald darauf traf auch QX 1526500 ein. Er errichtete mit Hilfe seiner Cyborgs nach altbewährter RBA Technologie, die immer ihre Stützpunkte als unwichtig aussehende Gebäude tarnte, ein Militärlager auf.
Nun, da die RBA nun über ausreichend Rohstoffe verfügte, konnte endlich mit der Erforschung der Lasertechnologie und anderer Technologien, die auf der NVDD (=NEW VIDEO DATA DISK, ein dauerhaftes Speichermedium und Nachfolger der DVD), die Siegel mit ein paar seiner Getreusten gestohlen hatte, begonnen werden.
Kapitel 6 Aufrüstung und neue Verbündete
Die Cyborgproduktion lief auf Hochtouren und Siegel versuchte auch weitere Allianzsoldaten zum Übertreten zu bewegen.
Als er in seinem Büro, das gegenüber von QX' Büro im neuen Hauptquartier in Kairo saß, klopfte es an der Tür. Als General Thomas Siegel den Klopfenden bat doch einzutreten, kam schüchtern ein junger Lieutenant hinein. Siegel merkte sofort, dass dieser Mensch große Ehrfurcht vor ihm hatte und beschloss deshalb, ihn kollegial zu behandeln.
„Setzen Sie sich doch bitte! Zigarette gefällig?“ Er hielt ihm seine noch halb volle Zigarettenschachtel hin.
„Ja, gerne, Sir, “ meinte der junge Soldat schüchtern.
Er zündete sich eine an und richtete sich den sofort erscheinenden Aschenbecher her.
„Sir...,“ begann dieser, während er eine Rauchschwade in die Luft blies, „Sir, ich bin als Sprecher von ein paar Exilsoldaten geschickt worden, deren General im Kampf gegen die RBA versagt hatte und von Merx liquidiert worden war.“
„Aha“, unterbrach ihn Siegel, „Wie heißt er denn? Vielleicht kenne ich ihn? Sie wissen bestimmt, dass ich selbst einmal bei der Allianz war.“
„Ja. Es war General Züricher.“
„Nein, nicht Markus, das ist ja furchtbar!“, unterbrach ihn der General abermals, „er war der einzige zu dem ich Vertrauen hatte - Mein einziger Vertrauter, als ich noch bei der Allianz und in der SWP war!“
Siegel brauchte auf diese Schreckensnachricht zuerst einmal einen kräftigen Schluck Jamaika-Rum, also stand er auf, um sich ein Glas und den Rum zu holen. Plötzlich sprang der junge Lieutenant auf und riss Siegel zu Boden. Kurz darauf hörte man einen Schuss.
Verdutzt lag Siegel am Boden, bis er erkannte, dass er diesem mutigen Soldaten sein Leben verdankte.
Wie später von der RBP (Roboterbefreiungspolizei, eine Art Militärpolizei, denn das Lager der RBA glich einem kleinen Staat) herausgefunden wurde, wurde der Schuss vermutlich hinter einem Baum von einem Allianzscharfschützen abgefeuert und wenn der junge Lieutenant nicht zufällig aus dem Fenster gesehen hätte und Siegel geistesgegenwärtig auf den Boden gerissen hätte, würde dieser nun im Totenreich ruhen.
„Gehen Sie bitte von mir herunter“, sagte Siegel leise.
„Oh, ja tut mir Leid“, meinte der Lieutenant errötend und reichte Siegel seine Hand.
„Schon gut, Sie stehen tief in meiner Schuld. Wie ist Ihr Name?“
„Ich bin Lieutenant Jodeer, stationiert in St. Petersburg“, kam es wie aus der Pistole geschossen.
„Aha, okay, Sie haben etwas gut bei mir, was kann ich für Sie tun?“
„Nun ja, ich wollte Sie bitten, dass sich meine Legion und ich der RBA anschließen dürfen.“
„Wie viel Mann seid ihr?“
„Etwa fünfzigtausend, Sir!“
„Okay, kommen Sie mit Ihren Leuten morgen hierher. Wir werden für euch ein zusätzliches Lager errichten.“
„Danke Sir! Gemeinsam, werden wir es Merx zeigen, der unseren verehrten General töten ließ!“
Siegel musste wegen so viel Enthusiasmus schmunzeln und meinte: „Ja, das glaube ich auch. Doch gehen Sie nun rasch wieder nach St. Petersburg zurück, wenn die Allianz Sie hier sieht, sind Sie geliefert.“
„Ja, danke General! Auf bald!“
Immer noch lächelnd zündete sich Siegel eine Zigarette an und lehnte sich entspannt zurück.
Kapitel 7 Planung des Vorstoßes gegen Moskau
„Wie viel Mann und Cyborgs haben wir jetzt insgesamt, Thomas?“, fragte QX 1526500.
„Etwa dreihunderttausend. Meinen Sie, dass das mehr ist als die Allianz?“
„Nein, laut meinen Spionageberichten nicht. Aber durch unseren Technologievorsprung, könnten wir bald Richtung Moskau vorstoßen.“
„Mich wundert, warum Merx nicht versucht hat, einige unserer Militärlager zu finden und zu zerstören. Das ist sicher etwas faul.“
Firstlieutenant Jodeer und Secondlieutentant Unterberger, die engsten Vertrauten des ermordeten General Züricher, die erst vor ein paar Wochen mit ihren Leuten von der Allianz zur RBA übergetreten sind, wussten eine Antwort darauf. Sie hatten als einzige der RBA noch Informanten in Moskau, weil Merx noch nicht wusste, dass diese Legion desertiert war.
Unterberger sagte: „Ja meine Herren, sie haben keines der wichtigen Lager gefunden, nur Nebenbasen mit veralteten Waffen. In Moskau denkt man daher die RBA sei, nicht fähig, die Daten auf der gestohlenen NVDD, die die Technologie der Allianz enthält, zu entschlüsseln.“
„Die werden sich noch wundern, wie sehr sie die RBA unterschätzt haben“, meinte QX 1526500 grimmig lächelnd.
Kapitel 8 Der Krieg beginnt!
Ein paar Tage später stürmte ein Cyborg in das Büro von QX 1526500 und rief aufgeregt: „General, etwas Furchtbares ist geschehen! Ein Teil unserer Cyborgs sind desertiert! Sie wurden von einem Allianzspion umprogrammiert, nun hat die Allianz die 13. Legion in ihrer Gewalt. Es muss etwas geschehen.“
QX 1526500, der von dieser Schreckensnachricht total überrumpelt war, sah den Cyborg nur an. Er griff zum Telefon und sagte: „Thomas, kommen Sie bitte in mein Büro.“
Bald darauf war die Versammlung wieder einberufen:
„Ich wusste, dass Merx etwas vorhatte. Nun sind wir gezwungen zu handeln. Sauberer Plan, das muss ich dem Herrn Imperator schon zugestehen, verdammt!“, rief General Siegel aufgebracht.
„Also gut, wenn Merx es so will, beginnen wir eben den Krieg“, meinte Jodeer und die beiden höchsten Generäle, QX und Siegel, beschlossen so bald wie möglich aufzubrechen.
Kapitel 9 Bereinigung des befallenen Stützpunktes
Die RBA rückte mit Programmierern und Soldaten am nächsten Tag zum befallen Stützpunkt vor. Es war das Glück der RBA, dass es eine Roboterreperaturstation war. Die infizierten Roboter wurden außerdem Gott sei Dank nicht richtig programmiert, da der Spion wahrscheinlich zu wenig Zeit hatte, und so war es für QX 1526500 und seine Leute eine Kleinigkeit die Abtrünnigen zu bezwingen und wieder umzuprogrammieren.
„Also meiner Meinung hat Merx wirklich den Tod verdient. Wie kann man nur einen Roboter ausschalten und umprogrammieren“, meinte QX 1526500 mürrisch.
Siegel, der wieder einmal eine Zigarette im Mund hatte, nickte nur.
Kapitel 10 Schrittweise Eroberung des Kerngebietes der Allianz
Wenige Tage später hatte die RBA große Siege zu feiern, aber auch viele Verluste zu beklagen, denn sie hatten ihrerseits auch ihre Feinde unterschätzt.
Jedenfalls waren alle, die bei der RBA waren, glücklich, endlich den Süden und äußersten Westen Russlands eingenommen zu haben, der unter anderem nach wie vor bedeutende Rohstoffquellen besitzt - natürlich handelt es sich dabei nicht um Erdöl, das ist klarerweise schon längst aufgebraucht in diesen 119 Jahren, sondern um große Wasserstofftanks - die die flüchtenden Allianzsoldaten zurückgelassen hatten.
Die Technologie, die Siegel für die RBA gestohlen hatte, beinhaltete auch das so genannte „Ghostprogram“. Dabei geht es darum, psychisch besonders begabte Menschen (in der Jetzt-Zeit würde man sie „Geisteskranke“ nennen und im düsteren Mittelalter und am Beginn der Neuzeit gar als Hexen bzw. Zauberer), zu „Ghosts“ auszubilden. Diese können sich kurzzeitig unsichtbar machen und Stopper einsetzen - alle Lebewesen unter einem Stopper können sich weder bewegen noch sich wehren.
Die RBA hatte vor, ein paar solche Leute zum Atomraketenabwurf über Moskau zu verwenden.
Kapitel 11 Terror
Die Anführerin dieser Spezialeinheit war Lieutenant Carina Kerrigeen. Sie war eine sehr hübsche Frau und deshalb hatte sie auch viele Verehrer. Doch in der gesamten RBA war es ein offenes Geheimnis, dass sie mit General Siegel zusammen war.
Sie wurde von Merx als Versuchskaninchen zum Ghost ausgebildet und musste furchtbare Qualen erleiden, das war auch der Grund, warum Thomas sie Monate lang nicht mehr gesehen hatte. Deshalb war er nun umso glücklicher, dass Carina nun zur RBA gestoßen war.
Sie besprach gerade mit QX 1526500 und Siegel wie vorzugehen zu sein. Kerrigeen soll eine Atomrakete auf den Kreml, wo Merx residiert, werfen und somit den Beginn der Terrorismuswelle in Moskau beginnen.
Als alles besprochen und Kerrigeen sich Richtung Ausgang bewegte, flüsterte ihr Siegel leise zu: „Pass auf dich auf, Liebes. Du weißt ja selbst wie gefährlich die Allianz ist.“ Sie lächelte ihn nur an und macht sich auf den Weg nach Moskau.
„Das nenne ich einen tapferen und entschlossenen Ghost“, meinte QX 1526500 anerkennend. Und Siegel war sehr stolz auf seine hübsche Freundin.
Kapitel 12 Der Vorstoß nach Moskau
Das Attentat auf die Residenz des Imperators, den Kreml, war zwar nur teilweise gelungen, und Kerrigeen wurde dabei, weil sie sich nicht rechtzeitig vor der Atomrakete in Sicherheit bringen konnte, verletzt.
Siegel ließ sie natürlich zu seinem Freund, den Medic-Roboter RX 7 bringen der auch sie vollständig gesund machen konnte.
Es war ihr Glück, dass der Sprengkopf dieser Rakete falsch eingebaut war, und so die Rakete nur teilweise detonierte.
Das war auch der Grund, warum Imperator Merx nicht getötet wurde, er wurde jedoch sehr schwer verletzt, und damit war schon ein großer Schritt getan, da nun langsam aber sicher der Unbesiegbarkeitsgedanke des Führers aus den Köpfen der Weltbevölkerung zu schwinden begann.
Nun begann die RBA also wie geplant mit planmäßigen Terroranschlägen gegen ausgewählte Allianzziele in der ganzen Welt.
Zur Freude und Verwunderung der RBA Chefs traten viele Soldaten der Allianz zur Roboterbefreiungsarmee über, weil das Gerücht umging, dass der Imperator im Sterben läge.
Gemeinsam rückten nun die RBA-Truppen und die Abtrünnigen der Allianz gegen das durch Terrorangriffe erschütterte Moskau und Umgebung vor.
Es gab viele verlustreiche Schlachten auf beiden Seiten. Doch die Wut der RBA behielt immer die Überhand.
Als QX 1526500, Siegel und deren Leute kurz vor Moskau standen, hörte wurde bekannt, dass die Ärzte und Medic-Roboter keine Hoffnung mehr in die Genesung des Herrn Imperator setzten. Sie gaben ihm nur mehr wenige Wochen.
Kapitel 13 Die alte Ordnung wird wieder hergestellt
Tage später gelang es den RBA-Truppen endlich, den Widerstand der Allianz zu brechen und Moskau zu erobern. Die Stadt wurde unter den Robotern und den Menschen gleichmäßig zur Besatzung aufgeteilt, da sich immer noch vereinzelt die letzten Anhänger des Imperators herumtrieben und drohten die Stadt zurückzuerobern.
Imperator Josef Merx wurde in die Krankenstation des Kriegsverbrechergefängnisses nach Den Haag gebracht. Dort sollte ihm, falls er sich jemals wieder erholen sollte, der Prozess gemacht werden.
QX 1526500 und General Siegel stellten die alte Ordnung wieder her und gaben den Robotern endlich ihre lang ersehnte Gleichberechtigung wieder. Sei diesem Jahr (2192) lebten Roboter und Menschen in friedlicher Koexistenz.
Vorheriger TitelNächster TitelHallo Leute!
Nun also die 5. überarbeitete Version (es beginnt bei der "Nullten" Version! ;))
Vorläufig die letzte, ein paar Teile werde ich dann noch ausbauen, wenn mir einfällt wie...
Hey Leute! Mich würde tierisch freuen, wenn ihr mir auch ein Kommentar hinterlässt. Wer will schließlich nicht wissen, wie seine Geschichte ankommt.
Danke!
Viel Spaß beim Lesen,
ThomasThomas Siegele, Anmerkung zur Geschichte
Die Rechte und die Verantwortlichkeit für diesen Beitrag liegen beim Autor (Thomas Siegele).
Der Beitrag wurde von Thomas Siegele auf e-Stories.de eingesendet.
Die Betreiber von e-Stories.de übernehmen keine Haftung für den Beitrag oder vom Autoren verlinkte Inhalte.
Veröffentlicht auf e-Stories.de am 19.04.2005.
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Meine Gedanken auf Papier: Gedichte und kleine Geschichten
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