Hans-Peter Zürcher

Der Zauberer

25. Januar 2005

Als Kind träumte ich immer wieder davon, wie schön es wäre, wenn ich zaubern könnte. Ich hatte die wildesten und kühnsten Ideen, was ich alles anstellen würde, wenn......... aber eben, es blieb nur bei den Ideen. Schon der einfachste Zahlentrick mit speziell vorgegeben Zahlenreihen, die auf bedruckten Kärtchen nach einem speziellen System eingesetzt sind, bereitete mir etliche Mühe. Diese Kärtchen besitze ich übrigens immer noch, und den Trick, ja, den beherrsche ich  heute bestens und dies zur Verblüffung all derer, denen ich diesen vorführe.

Also, früher wollte ich immer dann meine Eltern verzaubern, wenn sie nicht das machten, was oder wie ich wollte. Und zwar in alles mögliche, am liebsten in zwei Steinbrocken. Aber wenn wir dann jeweils Besuch hatten, ja, dann sagte der immer, was ich für ein zauberhafter Bub sei. Wenn die wüssten.

Einmal wollte ich unsere Wohnstube in einen Coiffeur-Salon verwandeln, dies war noch relativ einfach. Als erster Kunde musste mein kleiner Bruder herhalten. Mit meiner Bastelschere aus Plastik, die etwa so viel schnitt, wie eine blinde Kuh sehen konnte, hatte ich meinem Bruder einen Top Haarschnitt verpasst, und dies erst noch gratis. Als unsere Mutter dann das Resultat meiner Meisterarbeit sah, war sie alles andere als entzückt, aber ich glaube, dass ich sie verzaubert hatte, denn sie führte plötzlich einen sehr eigenartigen Tanz auf und klatschte ständig ihre Hände über dem Kopf zusammen.

Später dann, als ich zur Schule ging, wollte ich immer wieder meinen Lehrer verzaubern, damit er mir gut Noten ins Zeugnis schreibt. Ich gab mir alle Mühe, aber vergebens. Im Zeugnis vermerkte er jeweils « Hans-Peter ist ein Träumer ». So unrecht hatte er eigentlich gar nicht, denn ich träumte wirklich, ich träumte davon, wie es wäre, wenn ich zaubern könnte.

Als ich dann älter wurde, entdeckte ich dann irgendwie, dass es nicht nur Knaben, sondern auch Mädchen auf dieser Welt gibt. Also wollte ich die Mädchen verzaubern, aber auch dieser Trick misslang.

Und so kam es, dass ich diesen Wunsch entgültig abgelegt habe, in der Schule fleissig lernte, und schiesslich das erreichte, was ich heute bin, nämlich ein gebildeter Mensch, der sich aber gerne noch verzaubern lässt, und dazu auch noch träumen kann. Und das verrückteste dabei ist, dass mir so gar mancher Traum und auch mancher Wunsch in Erfüllung ging ! 

Ist das nicht Zauberhaft ?

In der Hoffnung, dass dem noch viele, viele Jahre weiter so sein wird, wünsche ich mir, dass auch all jene Menschen, die Not und Leid erfahren haben, verzaubert werden, und nur noch viel Glück und Liebe empfangen dürfen, so ihren Frieden finden, und ihre Wünsche wie auch ihre Träume in Erfüllung gehen.

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