Ingrid Hanßen

Benjamin und das Apfelhaus

Eines Tages ging Oma Millifee, eine liebe alte Mäusedame, mit ihrem Enkel Benjamin spazieren. Benjamin war stets ein sehr hungriger Mäusejunge und immer auf der Suche nach etwas Eßbarem. Auf einmal kam ihm ein süßlicher Geruch in die Nase. Er hob sie an und schnupperte und schnüffelte. "Hm!", meinte er: "Oma, ich rieche einen Apfel." Äpfel waren sein Leibgericht, er liebte ihren süßlichen, saftigen Geschmack. So schnell er konnte, lief er in die Richtung, aus welcher der Duft kam. Oma Milli kam kaum noch hinterher, wo sie in ihrem Alter doch nicht mehr so schnell auf den Beinen war. Als sie ihn dann aber endlich eingeholt hatte, da fand sie einen ganz enttäuschten Benjamin vor. Der Apfel , auf den sich dieser so gefreut hatte, war schon ganz runzelig und hatte dicke braune Flecken. Er sah gar nicht mehr appetitlich aus. Dabei war ihm doch schon so das Wasser im Mund zusammengelaufen und er hatte es schon gar nicht mehr abwarten können diesen vermeintlich leckeren Apfel zu verspeisen. Seine Oma, die ja so klug und weise war, erkannte seinen Frust und sie rief deshalb ganz begeistert: "Oh, schau mal, was für ein schönes Haus! " Benjamin meinte sich verhört zu haben. Das war doch nur ein gammliger fauler alter Apfel. Da er aber große Stücke auf seine kluge Oma hielt, fragte er sie zaghaft: "Was meinst du denn damit, Oma?" "Tja, Benjamin." meinte sie dazu: "Siehst du das denn nicht? Schau doch mal ganz genau hin!" Und Benjamin schaute sich den Apfel dann mal genauer an. Oben saß eine grüne Raupe und diese fraß gerade das letzte Stück Blatt, das noch am Stengel hing, auf .An einer Seite war ein kleines Loch und er schaute hinein. War doch da tatsächlich eine richtige kleine Höhle zu sehen, in der es sich eine kleine Larve gemütlich gemacht hatte. Diese lag zusammen gekringelt in einer Ecke der Höhle und hielt Mittagsschlaf.
Draußen, auf der anderen Seite des Apfels saß eine dicke fette Fliege, die gerade ihre Eier in eine der weichen braunen Flecken legte. Auch und schaut mal da! Ganz unten war ein weiteres Loch. Aus diesem marschierten lauter Ameisen rein und raus. Beim raus gehen hatte jede von ihnen ein Stück Apfel auf dem Rücken, der größer war, als sie selber. "Wouw!", dachte er: "Das geht ja richtig zu wie in einem Mehrfamilienhaus." Er war beeindruckt darüber, was sie Oma doch alles wußte. Benjamin hatte zwar immer noch Hunger, war, war aber ganz begeistert darüber, was so ein Apfel doch noch alles sein konnte. Was für den einen faul und unappetitlich war, konnte für den anderen noch etwas ganz kostbares sein. Da beschloß er, demnächst immer etwas genauer hinzuschauen, bevor er darüber urteilte. Seine Oma war doch die weiseste Oma der Welt.

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 30.04.2005. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

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Oma Millifee ist eine betagte alte Mäusedame, welche so manches Abenteuer mit Ihren Enkeln erlebt. So erfährt ihr Enkel Sebastian zum Beispiel, wie giftig so ein Knollenblätterpilz ist und welch schlimme Bauchschmerzen er verursacht.

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